Wimpern - Wie Profis Ihren Augen Flügeln verleihen

Volle, dichte, schwarze Wimpern - das wünscht sich jede Frau. Wimpernseren, - zangen und Mascara erleichtern zwar das Prozedere zu dem perfekten Augenaufschlag, der Weg bis dorthin ist aber lang. Welche Alternativen es gibt.

Wimpern
Lange, geschwungene, tiefschwarze Wimpern sind für einen wachen und schönen Blick essentiell. Foto: puhhha/iStock/Thinkstock

Schöne Wimpern sind ein Ausdruck von Glamour und Weiblichkeit. Trotz Mascara, Zange und Seren sind Wimpernverlängerung und -verdichtung die beliebteste Methode, um sichtbar vollere und längere Wimpern zu bekommen. Doch was ist der Unterschied zwischen einer Verlängerung und einer Verdichtung?

Wimpernverdichtung

Bei einer Verdichtung werden einzelne Kunstwimpern, die gleich lang aber dicker sind, auf die Naturwimper geklebt, wodurch der "Dichte-Wimper-Look" entsteht. Das ist besonders bei dünnen, unregelmäßigen Wimpern sehr von Vorteil, da hier selbst gute Mascaras auch nicht mehr helfen. Kostenmäßig liegen Verdichtung und Verlängerung in etwa gleich.

Wimpernverlängerung

Die eigenen Wimpern werden mit künstlichen Wimpern verlängert, indem die künstlichen Fasern auf die eigenen geklebt werden. Hier gibt es drei Arten:

Wimpernbänder oder Wimpernbüschel: Diese sind im Drogeriemarkt leicht erhältlich und auch leicht angebracht. Wimpernbänder werden als ganzes auf das Lid, ganz dicht an die eigenen Wimpern geklebt. Wimpernbüschel sind wie Wimpernbänder nur kleiner, oft werden sie nur am Lidaußenrand geklebt. Die Handhabung ist Übungssache, doch generell sind die Wimpern schnell angeklebt. Sie sind billig und können öfters verwendet werden, sehen aber manchmal unnatürlich aus und sind nur für einen Tag bzw. einen Abend geeignet.

Einzelwimpern: Einzelwimpern werden auf die einzelnen Naturwimpern aufgeklebt. Das verlangt sehr viel Übung und eine ruhige Hand, deshalb sollte man das nur von der Kosmetikerin anbringen lassen.  Die synthetischen Wimpern, die auf die eigenen Wimpern geklebt werden, sollen nicht länger als 1/3 der eigenen Wimpern sein. Sonst ist die falsche Wimper zu schwer, was zur Folge hat, dass die Wimpern an Schwung verlieren und Sie müde aussehen.

Die perfekte Wimper finden

Bei den Einzelwimpern, oder auch Wimpernverlängerung,  gibt es drei Messgrößen:

Länge: Die Länge wird je nachdem gewählt, wie lang die eigenen sind und wie lang die falschen maximal sein können. Zur Auswahl stehen im Regelfall zwölf Längen von 6 – 17 Millimeter.

Curl: Der Curl sagt etwas über den Schwung der Wimper aus. Je nachdem wie stark die eigene Wimper geschwungen ist, entscheidet man sich hier für eine der Varianten. Sollten die eigenen Wimpern beispielsweise sehr gerade und ohne Schwung sein, empfiehlt sich eine D oder L-Curl. Curl stärken gibt es in B-Curl, C-Curl, D-Curl und L-Curl.

Stärke: Der letzte Indikator für die perfekte Wimper ist die Stärke. Hier gibt es drei verschiedene: 0,10mm, 0,15mm und 0,20mm.

Je nach Marke und Salon werden folgende Wimpern unterschieden:

Foconyes Wimpern sind synthetische Wimpern mit einem sehr hohen Tragekomfort. Sie sind sehr leicht und fühlen sich sehr weich an.

Seidenwimpern sind synthetische Wimpern mit Seidenproteinen. Diese verhelfen zu der Wimper zu Leichtigkeit, hoher Flexibilität und zu einem entsprechend natürlichen Look.

Nerzwimpern sind auch synthetisch und werden bei manchen Firmen wie Seidenwimpern verwendet. Meist unterscheiden sich Nerzwimpern von den Seidenwimpern davon, dass sie etwas starrer und fester sind. Trotzdem sehen sie natürlich aus, wirken dabei aber einen Hauch glamouröser.

Wimpernverlängerung
Kein Tuschen, kein Biegen - perfekte Wimpern rund um die Uhr Foto: puhhha/iStock/Thinkstock

Arbeitsschritte

Vor dem Besuch sollten die Augen ungeschminkt sein und Kontaktlinsen herausgenommen werden. Denn falls der Kleber ins Auge gelangt, kann das die Augen noch mehr reizen oder sie sogar unbrauchbar machen.

Die Expertin entfettet zuerst die Augenpartie, damit der Kleber gut haften bleibt. Danach legt die Kosmetikerin unter den Augen ein weißes, kühles Pad hin. Somit liegen die oberen Wimpern an, wenn das Auge geschlossen ist. Das ist deshalb wichtig, damit die unteren Wimpern von den oberen Wimpern getrennt werden. Somit kann die Kosmetikerin nicht unabsichtlich die unteren und oberen Wimpern miteinander verkleben.  Auf  dem weißen Pad sieht die Expertin die Wimpern auch besser und kann so genauer arbeiten.

Danach heißt es zurücklehnen und entspannen, die erste Sitzung dauert zwischen eineinhalb bis zwei Stunden. Die Kosmetikerin klebt jetzt Wimper für Wimper die künstlichen auf die eigenen. Damit das Ergebnis natürlich und gleichmäßig wird, arbeitet sie an beiden Augen abwechselnd. Dabei achtet die Kosmetikerin darauf, dass die Wimper auf der Wimper klebt, nicht aber auf der Haut. Denn das würde die Poren verstopfen und könnte zu Schwellungen führen.

Danach sollte man die Augen max. 48 Stunden nicht mit Wasser oder anderen Produkten reinigen, damit der Kleber vollständig aushärten kann.

Die eigenen Wimpern erneuern sich alle zwei bis drei Monate. Die künstliche Wimpern müssen aber alle drei bis fünf Wochen nachgefüllt werden, damit unschöne Lücken wieder aufgefüllt werden.

Der erste Termin ist meist der teuerste, hier bewegt sich der Preis je nach Studio, Art der Wimpern und Marke zwischen 100 und 400 Euro. Das Nachfüllen wird je nach Auffrischungsbedarf zwischen 50 und 150 Euro liegen. Oft sind sie in den ersten zwei Wochen billiger und jede weitere Woche kann das Nachfüllen teurer werden. Ebenfalls sollten Produkte, die für die Gesichtspflege benutzt werden und in Augennähe kommen, fett- und ölfrei sein. Denn Öl kann den Kleber auflösen.

Vorteile

Bei einer Wimpernverlängerung brauchen sie meist keine Wimperntusche oder Wimpernzange mehr. Sie stehen auf und sehen frisch und geschminkt aus. Auch während dem Sport, Baden oder sogar in der Saune können Sie sich an tiefschwarzen, vollen und dichten Wimpern erfreuen.

Durch verschiedene Farbtöne, Längen und 2D- bzw. 3D-Effekte sehen die Wimpern natürlich aus.

Nachteil

Es können allergische Reaktion auftreten, auch wenn der Kleber heutzutage schon so hergestellt wird, dass er kaum noch allergische Reaktionen auslöst. Sollte Kleber ins Auge gelangen, brennt das und hinterlässt für eine kurze Zeit rote Augen, aber bleibende Schäden werden keine bleiben.

Eine Wimpernverlängerung ist mit hohen Kosten verbunden – sowohl die erste Behandlung wie auch die Folgetermine. Auch muss man alle paar Wochen zur Kosmetikerin gehen und jeweils danach für wenigstens 48 Stunden kein Augen-Make-up auftragen.

Die Pflege darf nicht außer Acht gelassen werden: Die Wimpern müssen täglich gebürstet werden. Vorsicht ist angebracht, wenn man am Bauch schläft oder sich nachts gern die Augen reibt.

Fazit

Eine Wimpernverlängerung sorgt für einen dramatischen Augenaufschlag ganz ohne Mascara & Co und ist sicher für viele Frauen eine Erleichterung im Alltag. Die Wimpern müssen aber ständig aufgefüllt werden. Denn wenn sie schon älter sind, bilden die Wimpern Lücken und stehen kreuz und quer. Zu bedenken sind außerdem die Kosten.