Naturparfüms: Der perfekte Duft?

Der Duft von frischgemähtem Gras erinnert Sie an Ihre Kindheit? Kein Wunder, dass wir Menschen nach dem perfekten Duft suchen. Doch wo finden wir ihn - in der Natur- oder doch in synthetisch-hergestellten Parfüms?

Parfum
Parfums können eine intensive Wirkung auf unser Erinnerungsvermögen haben. Foto: DmitriyTitov/iStock/Thinkstock

Düfte gibt es schon seit Menschengedenken und haben uns immer schon fasziniert. Die Ägypter waren die ersten, die den Duft einer Pflanze extrahierten. Aber auch die Griechen und Italiener haben bereits in der Antike den Zauber der Düfte entdeckt. Bis heute gilt Frankreich als die Hochburg der Düfte. Durch das Auskochen von Pflanzen oder Einlegen in Öl wurde der Duft gewonnen. Die synthetischen Parfüms entwickelten sich erst viel später und sind daher noch gar nicht lange in Verwendung.

Naturparfüms vs. synthetische Parfüms

Naturparfüms bestehen aus ätherischen Ölen, die die Duftkomponente ausmachen, bzw. aus Alkohol oder neutralem Öl als Träger. Synthetische Parfüms werden im Labor gemischt. Die Duftkomponenten werden nicht aus echten Pflanzen gewonnen, sondern künstlich hergestellt.

Einer der wesentlichsten Unterschiede ist, dass ätherische Öle sich dem Träger anpassen. Wenn die Duftspritzer auf die Haut gelangen, riechen sie zuerst nach dem Duft aus der Flasche, verändern sich aber mit der Zeit. Das kann sich sowohl ins Positive als auch ins Negative wenden, weshalb bei der Auswahl von Naturparfüms Spezialisten herangezogen werden müssen. Diese brauchen Geduld - denn nicht immer ist das Parfüm gleich auf Anhieb das richtige.

Synthetische Parfüms hingegen verändern ihren Geruch auf der Haut nicht. Hier duftet das Parfüm bei jedem fast gleich.

Die Wirkung ätherischer Öle ist grundsätzlich eine Wissenschaft für sich und sehr komplex, die die Spezialisten beherrschen. Denn ätherische Öle beeinflussen den Körper: Sie können Stimmungen erzeugen, das lymphatische System beeinflussen und haben sogar medizinische Effekte. Lavendelöl zum Beispiel wirkt sehr beruhigend auf den Körper und hilft bei Einschlafproblemen. 

Synthetische Öle hingegen beeinflussen unseren Körper kaum. Dennoch prägen sie unsere Erinnerungen.

Was ist besser?

Die Antwort: Je nachdem, was man von einem Parfüm erwartet. Naturparfüms sind sehr individuell, weil sie sich anpassen, und haben eine Wirkung auf unseren Körper. Auch synthetische Parfüms können freilich sehr anziehend auf den Menschen sein.

In puncto Qualität gibt es kaum Unterschiede, denn hier gibt es sowohl bei natürlichen als auch bei synthetischen Parfüms bessere und schlechtere Produkte. Leider hängt die Qualität aber nicht immer vom Preis ab. Naturdüfte sind generell teurer, weil die Produktion langwierig ist und die Öle kostspielig sind. Allein um einen Milliliter Rosenöl zu generieren, benötigt man drei Kilogramm Rosen. Dementsprechend wertvoller ist Rosenöl: 30 € pro Milliliter. Herkömmliche Düfte dagegen werden im Labor billig produziert, werden aber dennoch häufig zu einem hohen Preis verkauft.

Rosenöl
Rosenöl ist eines des teuersten ätherischen Ölen. Foto: Anna-Ok/iStock/Thinkstock

So erkennen Sie einen Naturduft

Die beste Methode, um zu erkennen, ob es sich um ein Naturparfüm handelt, ist, sich die Inhaltsstoffe anzusehen. Hier sollten nur ätherische Öle und bestenfalls Alkohol enthalten sein. Weiters erkennt man einen Naturduft daran, dass er sich mit der Zeit auf der Haut verändert. Dabei passt er sich so gut an den Körper an, dass man ihn selbst nicht mehr riechen sollte. Synthetische Parfüms dagegen verändern sich beim Tragen nicht und der Duft steigt einem in die Nase. Zu starke und penetrante synthetische Düfte können sogar Beschwerden wie Kopfweh verursachen.

Herkömmliche Parfüms unterscheiden sich auch dahingehend von Naturdüften, als sie sehr nach Zucker oder Bonbons riechen. Wenn der Duft nicht nach Gras, Holz oder natürlichen Pflanzen riecht, ist das ein Indikator dafür, dass es sich nicht um ein Naturparfüm handelt.

Naturdüfte verflüchtigen sich übrigens schneller als herkömmliche Parfüms. Dabei halten sie bis zu rund einem Tag. Synthetische Parfüms halten da schon wesentlich länger an: Diese können sogar, wenn auf Kleidung gesprüht, meist einen 30 Grad-Waschgang überleben.

Eau de ...

Es gibt verschiedene Abstufungen von Parfüms, sowohl im natürlichen als auch synthetischen Bereich:

Parfum - ist das stärkste Parfüm. Hier genügen nur wenige Tupfer und es hält auch am längsten.

Eau de Parfum - ist hochkonzentriert und intensiv. Hier hält der Duft auch sehr lange, nicht aber wie beim Parfüm.

Eau de Cologne - wird verdünnt, damit der Duft leichter wird.

Eau de Toilette - das sind die schwächsten und verdünntesten Varianten eines Parfüms. Diese werden eher als erfrischender Körperspray benutzt.

So tragen Sie Parfüm richtig

Richtig aufgetragenes Parfüm hält länger und entfaltet seine Wirkung besser. Am besten tragen Sie es auf die Haare auf oder im Hals- bzw. Nackenbereich. Auf diese Weise entfaltet sich bei jeder Bewegung das Parfüm und die Duftstoffe gelangen in die Luft.

Aber auch das Handgelenk oder die Stelle hinter dem Ohrläppchen sind optimal für ein Parfüm: Hier zirkuliert das Blut sehr gut und bewirkt, dass sich der Duft entfaltet. Im Sommer können dadurch aber dunkle Pigmentflecken entstehen. Deshalb sollte bei starker Sonne der Duft lieber ins Haar gesprüht werden. Auf Kleidung sollte man Parfüm eher nicht auftragen, schon gar nicht Naturparfüms. Denn ätherische Öle können unschöne Flecken hinterlassen.

Um einen leichten, erfrischenden Duft zu tragen können Sie durch einen Nebel gehen: Einfach das Parfüm in die Luft sprühen und durchgehen. So können Sie auch im Sommer duften und das Risiko von Pigmentverfärbungen umgehen.