Studie: Warum Selbstgespräche gesund sein können!

Jeder von uns kennt jemanden, der ab und zu Selbstgespräche führt, vor allem dann, wenn sie meinen, ungestört zu sein. Häufig werden diese Personen als „nicht ganz dicht“ deklariert.

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Selbstgespräche können gesund sein Foto: StockRocket/ iStock/Thinkstock

Zu einem gewissen Grad sind Selbstgespräche aber alles andere als verrückt und können sogar das Selbstbewusstsein stärken, wie eine Studie der University of Michigan belegt hat. Allerdings gilt es dabei, einen kleinen aber überaus bedeutenden Unterschied in der Sprache zu beachten, und zwar, welches Personalpronomen dabei verwendet wird.

Ich- oder Du-Form?

Spricht jemand in Ich-Form („Was mache ich jetzt?“) oder in Du-Form („Was machst du jetzt“) mit sich selbst, kann dies unterschiedliche Auswirkungen auf die Gestimmtheit haben, wie die Untersuchung ergeben hat. Dafür wurden Probanden aufgefordert, einen Vortrag zu ihrer Qualifikation für ihren Traumjob zu halten. Eine Gruppe musste dies in Ich-Form, die andere in Du-Form mit zusätzlicher Erwähnung des eigenen Namens tun.

Psychologische Distanz

Und tatsächlich gab es einen drastischen Unterschied in Bezug auf den Gemütszustand der Probanden. Diejenigen, die in Du-Form sprachen, hatten eine größere „psychologische“ Distanz zu sich selbst und hielten bessere Reden. Auch waren sie selbstbewusster und weniger ängstlich und beschämt als jene, die "direkt" über sich sprachen.

Weniger Sorgen

Auch die Nachwirkungen waren erstaunlich: Die „Du-Gruppe“ machte sich weniger Gedanken über ihre Leistung, weil es ja nicht „direkt“ um sie ging. Es handelt sich bei diesem Phänomen um „Solomons Paradoxon“, das sich grundsätzlich darauf bezieht, dass wir – wie auch der biblische König Solomon – auf die Probleme anderer viel vernünftiger und rationaler eingehen können als auf unsere eigenen. Spricht man in der Du-Form mit sich selbst, hat man das Gefühl, sich mit oder über eine andere Person zu unterhalten.

Unterstützung durch sich selbst

Wer in Ich-Form mit sich selbst spricht, fokussiert tendenziell eher Ängste und Unsicherheit, wer aber die Du-Form verwendet, handelt selbststützend und konstruktiv. Wer also gern mit sich selbst spricht, sollte in Zukunft auf seinen Sprachgebrauch achten.