Kokosnuss: Die neue Wunderwaffe unter den Obstsorten?

Sie soll uns jung, knackig und vor allem gesund machen: Die Kokosnuss gilt als neue Wunderwaffe aus der Obstabteilung. Aber was ist dran an den versprochenen Wirkungen - und wie werden die zahlreichen Produkte richtig verwendet?

Kokosnuss
Kokosnuss - voller guter Nährstoffe Foto: alicjane/iStock/Thinkstock

Sie kommt ursprünglich aus Melanesien, einer Inselgruppe nordöstlich von Australien, hat sich später bei viel Sonne weite Strecken über das Meer treiben lassen und schlussendlich an neuen Stränden Wurzeln geschlagen. Et voilá - nun ist das importierte, exotische Allround-Talent auch bei uns in Österreich erhältlich. Aber: Wie viel Kokosnuss ist wirklich gesund, und wie kann man sie zur Haar- und Hautpflege nutzen? 

Plötzlicher Hype

Die Wunderwirkungen von Kokosnuss-Produkten werden seit einigen Jahren immer lauter und in höheren Tönen gepriesen. Personen, die fettige Speisen eigentlich eher nicht gut vertragen, sind mit Kokosfett gut beraten: Denn die mittelkettigen Fettsäuren der Kokosnuss werden direkt verdaut und müssen nicht durch das Verdauungsenzym Lipase oder die Gallensäure aufgespalten werden. Empfehlenswert sind ein bis drei Teelöffel pro Tag, am besten als Ersatz für andere pflanzliche Öle oder tierische Fette.

Aus Kokosöl wird Kokosfett 

Ist Kokosöl dasselbe wie Kokosfett? Ja. Bei Temperaturen über 25°C verändert sich der Aggregatzustand und das Produkt wird fester, streichfähig und enthält eine weißliche Farbe. Man spricht vom Kokosfett.

Der kleine, feine Unterschied

Zwischen Kokoswasser und Kokosmilch gibt es hingegen einen größeren Unterschied - und zwar in der Herstellung. Kokoswasser wird aus unreifen Früchten gewonnen, während Kokosmilch aus reifen - also aus frischem oder getrockneten Kokosfleisch - hergestellt wird, meist unter Zusatz von Wasser. Das Fleisch wird dabei mehrmals gepresst. In der Erstpressung sind allerdings mehr gesunde Inhaltsstoffe enthalten als in der Zweitpressung, und so weiter. 

Kokosöl im Vergleich 

Grundsätzlich ist Kokosöl sehr wohl gesünder als andere Ölsorten. Natives Kokosöl entsteht immer aus der Erstpressung und enthält am meisten gesundheitsfördernde Eigenschaften. Andere Kokosöle können raffiniert, mit Wasserdampf desodoriert oder gehärtet sein. Kokosöl enthält einen hohen Anteil an Laurinsäure, die auf der Haut sowie auch im Körper gegen Bakterien, Viren und sogar Pilzen eine positive Wirkung zeigt. Außerdem besteht es zu einem hohen Anteil aus Eisen, Zink und Phosphor. Andere Ölsorten enthalten meist langkettige Fettsäuren, die schwerer zu verdauen sind als die der Kokosnuss. Zudem erhöht das Kokosöl die guten HDL-Blutfette. Generell gilt: Man sollte 1/3 gesättigte Fettsäuren (z.B. Kokosöl), 1/3 einfach gesättigte Fettsäuren (z.B. Olivenöl) und 1/3 mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z.B. Walnuss- oder Leinöl) zu sich nehmen. 

Kokos-Diät

Automatisch abnehmen, nur mit dem Genuss von Kokos, klappt natürlich nicht. Aber beim Kilokampf kann die exotische Nuss durchaus helfen. Denn Kokosöl hat 2,6% weniger Kalorien als andere Fette. Außerdem entstehen durch die Verstoffwechslung von Kokosöl sogenannte Ketonkörper, denen eine appetithemmende Wirkung zugeschrieben wird.

Pflege für Haut und Haar 

Auch zu Ihrem täglichen Beauty-Programm kann die Kokosnuss Positives beitragen: Kokosöl eignet sich als Conditioner für trockene Haare, als Rasierschaum-Ersatz, wenn er wieder einmal ausgegangen ist, als Creme für besonders weiche Nagelhaut, als Lippenpflege und auch Bodylotion. Sie sehen schon: Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig. Auch als Make-up-Entferner oder als Basis für selbstgemachte Zahnpasta können Sie Kokosöl einmal ausprobieren. Viel Spaß dabei!