Heilwirkung: Wie Gewürze heilen

Inder und Chinesen sind uns Europäern im Wissen um die medizinischen Eigenschaften von Gewürzen voraus. Doch auch in unseren Breitengraden is(s)t man wissbegierig.

Chili Frau Essen
Chilis - ganz schön scharf (und gesund!) Foto: moodboard/moodboard/Thinkstock

Der unumstrittene Gewürzpapst heißt Alfons Schuhbeck. Der bayerische Sternekoch mit bewegter Vita doziert nicht nur mit großer Leidenschaft über Koriander, Kurkuma und Konsorten. Schuhbeck betreibt auch einen schwunghaften Online-Handel und schreibt wunderbare Kochbücher über den Gegenstand seiner kulinarischen Vorliebe ("Meine Küche der Gewürze").

Keine Angst vor Vanille 

Favoritin des Star-Kochs ist wohl die Vanille. Genauso wichtig wie der Geschmack ist ihm die Wirkung: die "Wanil-le" (O-Ton) etwa hilft bei Ängsten und Müdigkeit. 

1. Chili

Herkunft: Südamerika 

Wirkung: Der Scharfmacher Capsaicin kurbelt den Stoffwechsel ordentlich an. Regelmäßiger Verzehr soll gar den Körperfett-Anteil verringern. Verwendung als Wirkstoff in Anti-Rheuma-Pflastern. 

2. Lorbeer 

Herkunft: Vorderasien

Wirkung: Die getrockneten Blätter des Lorbeerstrauchs machen jedes Bohnen- und Linsengericht bekömmlicher, denn sie wirken regulierend auf den Darm. In großen Mengen genossen, soll er Trance und Bewusstseinsstörungen auslösen. Lieber nicht ausprobieren. 

3. Kardamom 

Herkunft: Südindien und Sri Lanka 

Wirkung: Will man den oder die Liebste(n) einkochen, kommt Kardamom ins Spiel. Den aromatischen Kapseln wird aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Tut auch Magen und Darm wohl. Tipp: Ganze Kapseln gemahlenem Pulver vorziehen. 

4. Paprika 

Herkunft: Südamerika 

Wirkung: Nicht so scharf wie die kleine Schwester Chili aber immer noch durchblutungsfördernd und entzündungshemmend. Der Geschmack ist auf ein ätherisches Öl zurückzuführen. 

5. Muskatnuss 

Herkunft: Indonesien 

Wirkung: Ein weiteres die Lust und die Verdauung gleichermaßen anregendes Gewürz. Die Nuss ist eigentlich ein Samenkern, der bei der Ernte noch von Fruchtfleisch umgeben ist. Der intensive Geschmack kommt frisch gerieben am besten zur Geltung. 

6. Thymian 

Herkunft: Südeuropa 

Wirkung: Als Tee wirken seine Heilkräfte zwar intensiver, aber auch als Gewürz ist Thymian gut bei Leberschwäche, Magenbeschwerden und Durchfall. 

7. Kreuzkümmel 

Herkunft: Iran 

Wirkung: Kein Wunder, dass Kreuzkümmel aus indischen Dal-Gerichten nicht wegzudenken ist: Wie der Lorbeer lindert das in Curry-Mischungen verwendete Gewürz Blähungen, außerdem regt es die Gallensaftproduktion an. 

8. Zimt 

Herkunft: Indonesien 

Wirkung: Die Rinde des Zimtbaums ist in den Fokus der Medizin gerückt: insulinähnliche Substanzen sollen den Blutzuckerspiegel und Blutfette senken helfen.