Für immer jung aussehen: Wie funktioniert das?

Rauchen, UV-Strahlung, Umweltgifte, einseitige Ernährung: Das alles lässt uns alt aussehen. Aber welche Prozesse lösen diese "Stressoren" eigentlich in unseren Organen - und damit in der Haut - aus? Forscher suchen nach Antworten.

Frau Sonnenbad Sonne Liegen
Ein Traum vieler Menschen: ein Leben lang jung auszusehen Foto: Goodshot/Goodshot/Thinkstock

Klassentreffen nach 30 Jahren. Eine spannende Momentaufnahme: Sie zeigt Menschen, deren Alter man ganz unterschiedlich schätzen würde. Dabei gehören sie alle einem Jahrgang an. 

Bio-Alter 

Dieser Frage geht ein Team von Wissenschaftern der Uni Konstanz nach. Sie sind auf der Suche nach sogenannten Biomarkern, die über das "tatsächliche", biologische Alter einer Person Auskunft geben und ihren weiteren Alterungsprozess vorhersagen. Fünf Jahre lang wurden dafür die Gesundheitsdaten von 3.300 Teilnehmern im Alter von 35 bis 74 Jahren gesammelt. Rund 400 Biomarker (Zellen, Gene, Enzyme, Hormone) wurden seither auf ihre Aussagekraft bezüglich des Alterns geprüft. Die wichtigsten werden im September auf einem Alterungs-Kongress vorgestellt. 

Rätselhaft

Die Forscher erhoffen sich viel von diesem Datenschatz. Denn die Gründe für das Altern liegen erstaunlicherweise noch heute weitgehend im Dunkeln. Es gibt nicht einmal eine allgemeine, wissenschaftlich akzeptierte Definition. Einig ist man sich nur in der Unterscheidung von primärem und sekundärem Altern. Ersteres geschieht zellulär und ganz ohne Krankheiten. Letzteres wird durch äußere Einwirkungen begünstigt. Festzustehen scheint zumindest ein Mechanismus, der uns altern lässt: oxidativer Stress. 

Superalge

Ein Vorgang, der vereinfacht gesagt bei der Atmung entsteht. Die Fähigkeit einer Zelle, sich selbst zu reparieren, ist als direkte Folge davon ausgeschöpft. Eine Sauerstoffverbindung (Freies Radikal) entreißt einem Molekül ein Elektron. Dies wird nun selbst zum Radikal, eine Kettenreaktion. Faktoren wie Rauchen und UV-Strahlung beschleunigen den Prozess. Naheliegende Lösung: Antioxidantien zuführen. Dazu gehören die Vitamine E und C sowie Carotinoide (sekundäre Pflanzenstoffe). Auch Astaxanthin ist ein Carotinoid und derzeit als Nahrungsergänzungsmittel gehypt. Es gilt als stärkstes Anti-Oxidans der Welt, kommt in Plankton vor und färbt z.B. Lachse und Krebse rot. Man müsste allerdings sehr viel davon essen, um auf die empfohlenen 4 bis 8 mg am Tag zu kommen. Die Japanerinnen haben Astaxanthin längst für die Hautpflege entdeckt. Denn die Haut kann eines gar nicht gebrauchen: oxidativen Stress.