30 Jahre Campino: Seine Verwandlung vom Punkrocker zum Punk-Papa

Punk und Papa. Seit 30 Jahren begleiten uns die Songs der „Toten Hosen“. Frontmann Campino ist der Motor ihres Erfolgs. Seine Welt dreht sich um Musik, Fußball und Sohn Lenny. Ganz nebenbei zeigt der Düsseldorfer, wie man lässig älter wird.

Campino
Campino 2012 bei "Wetten, dass ..?" Foto: Getty

Treffen sich Wolfgang, Michael – und drei Typen mit Namen Andreas. So geschehen Anfang der achtziger Jahre in Düsseldorf. Keiner von ihnen beherrscht ein Instrument. Egal, eine Band wird gegründet, „Die Toten Hosen“. Andreas Nr. 1 nennt sich „Kuddel“, der zweite „Andi“ – und der dritte im Bunde, Andreas Frege, heißt jetzt wie ein Zuckerl, „Campino“. In den nächsten 1.000 Konzerten, die die Punkrocker zwischen 1982 und 1997 geben werden, werden sie genug Gelegenheit haben, zu üben.

Campino
Bunt, bunter – Campino 1990. Zu Rot, Weiß und Schwarz kombiniert er in den Anfangsjahren der „Hosen“ gemusterte Blousons, gestreifte Strickpullis von ­Mutti oder schräge  Hosen. Alltagstauglich? Für den Alltag eines Punkrockers: ja!! Außerdem, das Äußere wird eh überbewertet …   Foto: picturedesk.com

Tage wie diese

Recht viel mehr als drei Akkorde brauchen die vier rund um Frontmann Campino auch nicht zu können, denn die musikalische Bandbreite
der „Hosen“ ist eher schmal. Dafür geben sie bei jedem ihrer Auftritte Vollgas, und dafür werden sie von der riesigen Fangemeinde nun schon seit 30 Jahren geliebt. Die (Zwischen-)Bilanz 2013: 15 Studioalben, fünf Konzertalben und sieben „Best-of“.

Campino
Campino Hairstyle 1991: Aus dem Pumuckl-Rot wird blond, dem Out-of-bed-Look bleibt Campino treu.     Foto: picturedesk.com

Allein Songwriter Campino soll über ein Vermögen von 25 Millionen Euro verfügen. Besser gesagt: verfügt haben. Der 51-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er sich an der Börse ordentlich verspekuliert hat. Am Hungertuch nagt er jedoch sicherlich nicht, und seinem Sohn Lenny (10) wird Campino irgendwann noch ein ansehnliches Erbe hinterlassen.

Campino und Birgit Minichmayr
Mit Birgit Minichmayr gibt Campino 2006 als Mackie Messer sein (nicht unumstrittenes) Theaterdebüt. Foto: Getty

Zur Erziehung hat der Düsseldorfer, der selbst mit fünf Geschwistern aufgewachsen ist, eine pragmatische Einstellung. „Alles braucht er nicht von mir zu übernehmen, und es wäre auch schön, wenn er sich in der Schule anders entwickelte als ich“, hofft der Papa. „Letztendlich sind die Eltern ganz kleine Rädchen in der Entwicklung der Kinder.“ Von Lennys Mutter, der Schauspielerin Karina Krawczyk, hat sich Campino getrennt. Eine leidenschaftliche (aber nie bestätigte) Liaison mit der Linzer Schauspielerin Birgit Minichmayr ging ebenfalls in die Brüche. Aktuell datet der Frauenschwarm Melanie Winiger, Moderatorin aus der Schweiz.

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Im Wiener Volks­theater rockte Campino ganz erwachsen mit Hemd, Krawatte und Hosenträgern. Foto: picturedesk.com / Tuma

Viel mehr an Privatleben gibt Campino nicht preis, Homestorys des glühenden Fans von Fortuna Düsseldorf und der englischen Fußballnationalmannschaft sucht man vergebens. Aber auch mit Exzessen kann der Rocker nicht (mehr) dienen. Sind die wilden Zeiten vorbei? „Ich bin heute nicht mehr der, der ich mal war. Aber ich bin heute der, weil ich früher mal so war.“

Weekend Deluxe

Die neue Ausgabe erscheint am 23. Mai 2014

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Foto: Weekend Verlag

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