Phils Papa-Blog: Zeitumstellung mit Kind. Wer hat an der Uhr gedreht?

Umstellung auf Sommerzeit mit Kind ist super. Abends ins Bett bringen, morgens ist es eine Stunde später. Umstellung auf Winterzeit ist dafür umso zäher.

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Foto: Magda/istock/Thinkstock

Für Kinderlose ist die Oktober-Zeitumstellung ja ein Traum. Eine Stunde länger schlafen quasi geschenkt – großartig. Für viele Eltern ist es hingegen eher ein Datum, das mit gemischten Gefühlen betrachtet wird. Dem Nachwuchs ist die Uhrzeit nämlich relativ wurscht.

Uhrzeit interessiert nur die Eltern

Wenn es für die innere Uhr des Nachwuchses (Hausnummer) sechs Uhr morgens ist, dann steht er halt auf. Dass die tatsächliche Uhrzeit am Sonntagmorgen erst fünf Uhr ist, beschäftigt nur die Eltern. Und die ernten beim Hinweis auf die Uhrzeit höchstens ein umso heftigeres Rütteln und ein umso nachdrücklicheres "Ich will aufstehen!"

Da gilt es, Strategien zu entwickeln.

Letztes Jahr hatten wir Glück mit der Winterzeit-Umstellung, weil am Samstag eine Geburtstagsfeier in der Familie anstand. Mit drei anderen überdrehten Kindern und einer gerenell fröhlichen Stimmung rundherum fällt es auch den Kids leicht, mal eine oder gar zwei Stunden länger wach zu bleiben.

So leicht wird's diesmal nicht

Danach hat unser (damals eineinhalbjähriger) Junior automatisch länger geschlafen, sodass der Rhythmus gar nicht groß gestört wurde. Dieses Jahr aber ist die Sachlage ein wenig anderes. Komplizierter, wenn man so will. Dieses Jahr hatten wir die Geburtstagsfeier nicht am Samstagabend. Sondern am Sonntag Mittag.

Extra um halb zwölf angesetzt, wegen dem Mittagsschlaf des Kleinen.

Dumm nur, dass niemand bedacht hat, dass es sich um den Zeitumstellungs-Sonntag handelt, als der Termin vor Monaten fixiert worden war (von wem? Eh klar, von uns selbst). Damit trafen wir uns erst recht wieder zu einer Uhrzeit, an der unser Sohn üblicherweise sein gerade an Wochenenden recht ausgiebiges Schläfchen hält.

Vorbauen? Erfolglos.

Also, was tun? Erster Gedanke: Schon einige Tage im Voraus versuchen, den Schlafrhythmus um eine Stunde nach hinten zu verlegen. Also, Donnerstag: Der Kleine wurde eine Stunde länger bespaßt, das Duschen war extra ausführlich, ins Bett wurde er ziemlich genau 60 Minuten später gebracht als sonst.

Die Folge: Keine. Er stand genauso zwischen sechs und halb sieben da. Wie immer.

Er wirkte auch nicht besonders müde, sondern eigentlich auch wie immer. Ein Erfolg sieht anders aus. Der nächste/letzte Versuch wäre dann der Samstagabend gewesen, mit einem radikalen Versuch: Auswärts schlafen! Mit einem Tapentenwechsel sollte es auch noch einmal möglich sein, vielleicht sogar noch etwas mehr als eine Stunde heraus zu quetschen.

Jetzt ist es mir nicht mehr egal

Dann geht's hoffentlich am Sonntag in der Früh bis zu seiner normalen Uhrzeit (also real um eine Stunde länger), womit ein schlafgrantiges Drama im Gasthaus zur Mittagszeit hoffentlich zumindest minimiert wird. Und wenn er die erweitere Familie rund um den Tisch sieht, denkt er vielleicht auch noch nicht gleich ans Schlafengehen.

Ob das ein Klammern an Stohhalme ist? Aber natürlich.

Ich habe das Stöhnen um die Zeitumstellung nie verstanden. Eine Stunde auf oder ab, ich selbst habe das nie wirklich gespürt, eigentlich war es mir egal. Jetzt, mit Kind, freue ich mich schon fast auf die März-Zeitumstellung – wie von Zauberhand ist es eine Stunde später. Das heißt: Es gibt eine realistische Aussicht, dass der Junior zumindest noch ein paar Tage lang zu etwas späterer Uhrzeit aufwacht.

Kein Langschläfer

Genau darum geht es nämlich. Andere Kinder sind anders, ich weiß, aber mein Bub ist nicht direkt, was man einen notorischen Langschläfer nennt. Ich sag's ehrlich: Auf mehrere Tage Aufstehen um noch eine Stunde früher habe ich keine große Lust. Vor allem nicht, wenn ein putzmusteres Kind beim Blick aus dem Fenster erstaunt feststellt:

"Es ist noch Nacht!"

 

Weekend-Redakteur Philipp Eitzinger ist mit Herz und Seele Fußball-Fan, Ehemann – und Vater. Und wie es sich für einen wahren Sport-Anhänger gehört, ist der Oberösterreicher auch wenn es um seine Familie geht mittendrin statt nur dabei. Exklusiv für weekend.at schildert er den gleichermaßen erfüllenden wie hektischen elterlichen Alltag zwischen Krabbelstube und Kinderzimmer, Badewanne und Warteraum – heiter bis nachdenklich.

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