Was kostet das Leben mit einem Kind?

Mit Sicherheit haben schon viele Eltern einmal nachgerechnet, was sie monatlich für die Kleinen so benötigen. Fest steht, dass die Ausgaben teilweise enorm sind, und Mamas Börserl darunter etwas zu leiden beginnt.

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Foto: Janine Sparer

Varianten des Kinderbetreuungsgeldes

Bis Ende Februar 2017 konnte man sich noch für eine von vier Kinderbetreungsgeld (KBG)-Varianten + dem gehaltsabhängigen Modell entscheiden. Dies wurde mit 1. März diesen Jahres geändert. Ich habe damals sehr lange überlegt, welches KBG am besten zu uns passt. Man hat ja schließlich und endlich monatliche Fixbeträge wie z.B. Leasing, Miete, Handy und Versicherungen usw., welche weiterhin zu bezahlen sind. Da muss man klug vorgehen. Für alle Schwangeren: Lasst euch am besten bei der Arbeiterkammer beraten!

Monatsbetrag

Ich erhalte mit dem längsten Modell "30+6" pro Tag 14,53 Euro und das 28 Monate lang. Hat der Monat 30 Tage, erhält man gerundet 436 Euro, bei 31 Tagen sind es 450 Euro. Dieser Betrag wird bis zum 10. des Nachfolgemonats überwiesen. Hinzu kommt noch die Familienbeihilfe von 170,20 Euro, welche sich dann alle paar Jahre etwas erhöht. Also wie man sieht, nicht gerade viel für seine monatlichen Fixkosten, Lebensmitteleinkäufe und das Kind. Durch ein Gespräch mit einer lieben alten Freundin erfuhr ich, dass sie sich bereits jetzt acht Wochen nach der Geburt ihrer Tochter Gedanken macht, ob sie monatlich sozusagen über die Runden kommen.

Unfair

Ich empfand es äußerst kompliziert mit diesen ganzen Modellen und nach wie vor wirklich unfair, wie wenig pro Monat in Mamas Börserl fließt. Ist es nicht Wahnsinn, dass man "Angst" haben muss, ob das monatliche Entgelt überhaupt ausreicht? Sollte nicht jede Mama den GLEICHEN Betrag erhalten - egal, wieviel sie im Job vorher verdient hat? Für jedes Baby/Kind benötigt man doch durchschnittlich gleich viel. Es sollte meiner Meinung nach zumindest so berechnet werden, dass nicht jeder Euro umgedreht und überlegt werden muss, ob man etwas kaufen kann oder nicht (auch für sich selbst, denn gönnen will "Frau" sich natürlich auch in der Mamazeit mal hie und da auch etwas Kleines).

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Foto: Janine Sparer

Geld, täglich ein Thema

Ich finde es, und das spreche ich auch ganz offen aus, wirklich schlimm, mit diesem geringen Betrag einen ganzen Monat lang auskommen zu müssen. Noch in der Berufszeit hat man über das dreifache oder viele sogar über noch mehr verfügt, insofern ist es eine sehr krasse Umstellung.

Nun seit einem Jahr erhalte ich dieses KBG, und ich habe mich - um ehrlich zu sein - immer noch nicht daran gewöhnt. Tatsache ist: Sobald es da ist, ist es auch schon wieder weg, obwohl ich gut überlegt und wie immer oragnisiert meine Einkäufe tätige. Für den Rest des Monats muss dann der Papa herhalten. Und trotzdem man vorher gemeinsam diese absehbare Zeit bespricht, ist es für mich immer ein eigenartiges Gefühl, um Geld fragen zu müssen. Auch wenn es der eigene Partner ist. Es war bis zu diesem Zeitpunkt eben anders, und man lebte als Frau unabhängig.

Teure Anschaffungen

Ein Kind benötigt viele Dinge - Monat für Monat. Wie mühsam es daher ist, sich das geringe KBG über vier Wochen einzuteilen, kennen bestimmt zig Mamas. Zum einen der enorme Windelverbrauch, zum anderen die Flaschennahrung (mit einer Packung kommt man ca. fünf Tage durch). War vorerst schon etwas geschockt, und habe mich da auf alle Fälle anfangs etwas verkalkuliert. Die Kleinen wachsen rasend schnell. Man kauft Bodys und Strampler, und schwups, steht man drei Wochen später wieder im Baby-Geschäft mit Gewand der nächsten Größe - hauptsächlich in den ersten Monaten. Kinderzimmer, Kinderwagen, Babyschale, Hochstuhl, Wippe ... bei uns haben sich diese Ausgaben auf geschätzte 3.000 Euro belaufen.

Es ist auf jeden Fall ratsam, nicht alles neu zu kaufen, sondern über die verschiedensten Flohmarkt-Apps zu goustieren; es wird jede Menge auf diesem Sektor kaum gebraucht und teils neu angeboten. Ebenso das Thema Schuhe: Wir haben mittlerweile (Konstantin geht seit knapp zwei Monaten fleißig ohne Hilfe) fünf Paar Schuhe gekauft. Und ich möchte hier besonders auf gute, für den kleinen Kinderfuß geeignete achten, da kommt es schon mal vor, dass diese zwischen 50 und 80 Euro kosten.

Karenz genießen oder doch arbeiten?

Jede Mama will für ihr Kind das Beste. Ich denke mir oft, dass ich Konstantin womöglich viel mehr kaufen würde, doch es geht einfach nicht. Die Zeit mit Kind die ersten zwei bis drei Jahre ist besonders wichtig, wie man immer wieder hört. Ist es nicht schön, wenn man sein Kind laufen lernen sieht oder gar die ersten Wort sprechen hört? Meine Mama hat solche Entwicklungen früher bei mir oft versäumt, da sie aus finanziellen Gründen bereits nach einem Jahr wieder arbeiten musste.

Ich halte es irgendwie für einen totalen Widerspruch: Denn man soll einerseits die zweijährige bzw. sogar 2,5-jährige Karenz (manche Arbeitgeber sind damit einverstanden) mit Kind genießen, doch wenn das Geld hinten und vorne nicht reicht, und es um die Existenz geht, bleibt vielen Familien nichts anderes übrig, dass Mama auch arbeiten gehen muss. Ich möchte die Zeit mit meinem Sohn auf alle Fälle auskosten und nichts bereuen, denn sie vergeht wirklich viel zu schnell. Diese Gedanken, dieses innerliche Bedürfnis nach einer anderen Beschäftigung kommt ganz automatisch in einem hoch. Aber welches Unternehmen ist eigentlich gewillt dazu, eine Mama geringfügig während der Karenz zu beschäftigen? Es gibt eindeutig zu wenig Angebote für uns Mamas. Das bedarf eindeutig noch Verbesserungen.

 

Weekend-Bloggerin Janine Sparer ist mit Leib und Seele Mutter. Kochen ist nur eine von vielen Interessen der vielseitigen Gastautorin, die beruflich in der Medical Beauty-Branche tätig ist. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Müttern - und allen, die es werden wollen.

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