DIY - Wandverkleidung in Steinoptik

"Do it Yourself" - ein Ausdruck, der derzeit in aller Munde ist. Kaum jemand kann sich diesem Trend entziehen. Wer kreativ sein und dabei noch Geld sparen möchte, macht eben alles selbst! Von einfachen Grußkarten über Einrichtungsgegenstände bis hin zur Autoreparatur (Ja, auch die kann man mit ein bisschen technischem Geschick selbst hinbekommen). Der Mehrwert: Das erhebende Gefühl etwas geschaffen zu haben – und genau das wollen wir auch versuchen.

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Foto: Katrin Ostleitner

Die Temparaturen sinken zusehends gegen Null, die Tage werden kürzer, alle Vorzeichen für den kommenden Winter stehen auf Grün. Das schränkt unsere Reisemöglichkeiten leider etwas ein. Also höchste Zeit, in den Kuschelmodus zu schalten und es uns vor einem lodernden Kaminfeuer gemütlich machen. So der Plan!

Der Ofen ist bestellt – die Handwerker ebenso – jetzt geht’s an die Umsetzung. Diesmal meine Vision: eine Deko-Rückwand in Steinoptik! Klar ist, wir montieren sie selbst. Also ab in den Baumarkt und – hui – gibt’s da viel Auswahl! Von Verblendungselementen aus Schiefer, Sandstein über Gips bis Holz - für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei.

Let the games begin

Was benötigen wir also, um eine haltbare Wand aufzuziehen? Immerhin sollen die Verblendungselemente nicht gleich wieder zu Boden krachen. Nach eingehender Beratung und Durchsicht so manches Heimwerker-Videos hat mein Freund Niko den Aufbau akkurat geplant.

Unsere Materialliste:

  • Abdeckfolie zum Schutz des Bodens, es geht auch Malervlies
  • Kübel, Zahnkelle, Spachtel, Pinsel
  • Trennscheibe, Bohrmaschine, Raspel
  • Cimsec Gipsgrund
  • Flex-Fliesenkleber
  • 2 Rigipsplatten
  • 8 Packungen Modulo Gips-Verblendersteine

Die Vorbereitung

Nach Entfernung der Marmorplatte, die als Ofenunterlage endgültig ausgedient hat, und Abdeckung des restlichen Bodens geht es als Erstes an das Aufstellen der Trägerwand in Form von Trockenbauplatten - besser  bekannt als Rigipsplatten. Da wir die Durchführungen für den Ofenanschluss frei lassen müssen, schneiden wir die passenden Öffnungen mittels Lochbohrmaschine in die Rückwand. Ein paar kleine Ausbesserungsarbeiten per Hand, und schon sitzt alles so wie es soll. Die Platten selbst werden mit Senkkopfschrauben an der Wand befestigt.

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Foto: Katrin Ostleitner

Die Grundierung

Nun kommt die Grundierung dran. Um die gewünschte Haltbarkeit zu erzielen, benötigen wir einen speziellen Gips-Grund, den es fix fertig angerührt zu kaufen gibt. Dieser Voranstrich ist notwendig, da sich sonst die Feuchtigkeit aus dem Fliesenkleber in die Platten sowie die Verblenderelemente zieht, und somit der Mörtel nicht die volle Haftfähigkeit erreichen würde. Die Trocknungszeit beträgt ca. 6 Stunden, danach kann sofort mit dem Verkleben begonnen werden. Der Haftgrund ist in flüssigem Zustand wasserlöslich und lässt sich ganz einfach aus dem Pinsel auswaschen.

Bevor die eigentliche Montage beginnen kann, bekommen auch die Gipssteine eine besondere Behandlung. Ich nenne es liebevoll "die Maniküre", denn vor der Grundierung ist eine gründliche Entgratung und Aufrauhung der Rückseite mittels einer Raspel oder Feile zu empfehlen. Bei der Produktion bleiben immer wieder kleine Ecken und Kanten stehen, die ohne Bearbeitung die gewünschte nahtlose Optik verhindern würden. Schnell ist uns klar: eine Arbeit, die unbedingt draußen erledigt gehört, denn der feine Staub setzt sich überall fest. Auch das Zuschneiden der Randstücke, das am einfachsten mit einer Trennscheibe zu bewerkstelligen ist, haben wir zum Schutz der übrigen Einrichtungsgegenstände auf die Terrasse verlegt. So präpariert kann es an das Aufbringen der Verblender gehen.

Der Kleber

Zum Befestigen der Elemente verwenden wir einen Flexkleber. Dieser muss natürlich erst mal angerührt werden. "Gibt's den Mixer auch in groß?", ist meine Frage, und da wir nun mal keinen Zementrühr-Aufsatz für die Bohrmaschine haben, macht sich Niko einen genialen Trick zu Nutze. Er spannt eine alte Schere mit der Klinge voran ein. Der Griff dient als Quirl-Ersatz und - siehe da - es funktioniert! Ich bin sprachlos.

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Der etwas andere Betonmischer Foto: Katrin Ostleitner

Nun wird eine dünne Kontaktschicht auf die Rückwand aufgezogen. Das funktioniert am besten mit einer glatten Spachtel. Danach kann der Mörtel mit Hilfe einer Zahnkelle aufgekämmt werden. Die Verblenderelemente werden nun mit leicht schiebender Bewegung angesetzt und ausgerichtet. Um eine gleichmäßige Steinwand zu erhalten, empfiehlt es sich, die einzelnen Elemente versetzt anzubringen, so entsteht keine "Kacheloptik". Nach 45 Minuten hat sich die volle Klebekraft entwickelt.

Sollte beim Auftragen des Mörtels mal etwas auf die Steine tropfen, einfach trocknen lassen und danach mit Hilfe einer Zahnbürste entfernen. Das verhindert unansehnliche Flecken.

Um seitlich einen schönen Abschluss zu bekommen, können eine Sesselleiste oder kleine Steinelemente angebracht werden.

Alles in allem hat der Aufbau für 2,50 m x 2,30 Meter Wand ca. vier Stunden in Anspruch genommen - die Trocknungszeit des Haftgrunds ausgenommen. Ein guter Schnitt für unsere erste "Wandvertäfelung"!

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Foto: Katrin Ostleitner

Fazit

Auch uns hat das "Do It Yourself"-Fieber gepackt!  Es macht Spaß zu sehen, wie man mit eigenen Händen Schritt für Schritt sein Zuhause gestalten und komfortabler machen kann. Noch bis vor einiger Zeit hätte ich mir so ein Projekt nicht zugetraut. Nicht ganz ohne Stolz möchte ich aber behaupten: Diese Wand ist uns gelungen! Tja, und so keimen auch schon die nächsten Ideen, die ich gerne verwirklichen möchte. Wer weiß, was da alles noch kommt.

 

Weekend-Bloggerin Katrin und ihr Freund Niko sind die meiste Zeit des Jahres in ihrem Transporter unterwegs, den sie zu einem Wohnmobil umgebaut haben. Von ihren Eindrücken und Erlebnissen, die die Burgenländerin unterwegs sammelt, berichtet sie regelmäßig auf weekend.at.

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