Mit dem Auto von Wien nach Glasgow

Unvergessen: Meine Autofahrt nach Schottland. Dort besuchte ich die Weltmeisterschaften der Dudelsackspieler. Viele können mit dem Flugzeug diese Reise antreten, doch mit der vierrädrigen Kiste wird so eine Reise zu einem richtigen Abenteuer ...

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On the road... Foto: Katharina Zach

Gepäck in den Kofferraum, Rucksack auf den Rücksitz, Navi an die Windschutzscheibe und schon kann's losgehen. Als begeisterte Dudelsackspielerin bin ich schon außer Rand und Band. Bald bin ich dort und kann den besten Pipe-Bands der Welt beim Wetteifern zusehen. Von Österreich geht's über Deutschland, Niederlande und Belgien nach Frankreich - und voilà: England. Die Fahrt auf der Fähre jedoch zieht sich. Ich sitze unter Deck, umgeben von etlichen schreienden Kinder und kraftlosen Eltern, die zu müde sind, ihren Nachwuchs zu bändigen. Nach stundenlanger Autofahrt habe ich dafür natürlich auch keinen Nerv, kann jedoch auch schlecht etwas gegen das Geschrei ausrichten. Nach circa zwei Stunden jedoch habe ich es geschafft. Es ist bereits Mitternacht, und ich muss noch eine Unterkunft finden. Man schafft es also an einem Tag von Wien nach Dover!

Neuer Tag, neues Glück

Ein Zwischenstopp in Brighton! Ich spaziere den Pier entlang und genieße die kühle Meeresbrise. Das Rauschen der Wellen, das spritzende Wasser, das leichte Lüftchen, das durch mein Haar weht und mich gleichzeitig wie eine Vogelscheuche aussehen lässt. Doch mir gefällt es. Hier eine Achterbahn, dort ein Karussell und natürlich eine große Anzahl an Essensständen. Eine Geisterbahn gibt's auch. Sehr viel los hier, obwohl das Wetter nicht ganz so mitspielt. Am Peer koste ich den Moment noch voll aus, bevor ich mich wieder auf den Weg mache.

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Brighton Pier an einem sonnigen, jedoch auch windigen Tag Foto: Katharina Zach

Nachdem ich mich zum fünften Mal verfahren habe, beschließe ich es, für heute gut sein zu lassen und eine Unterkunft zu finden. Mein Hintern tut auch schon weh und so bin ich überaus dankbar, als ich bei Google Maps endlich ein schönes B&B für die Nacht gefunden habe. Noch kurz ins Pub und dann ins Bett. Ich gehe die quietschenden Stufen hinauf zu meinem Zimmer, das Haus riecht alt. Das hat Charakter. Ich übernachte also in einem süßen Landhäuschen mit typisch englischem Flair. Das Haus erinnert mich an das Knusperhäußchen der bösen Hexe, wärt ihr selbst dort gewesen, würdet ihr mir zustimmen!

Jetzt steht das letzte Stückchen meines Road-Trips an. Es dauert nicht lange und schon bin ich in Glasgow angekommen. Von einem Dudelsack-Ereignis zum nächsten, eine ganze Woche lang. Trios, Solo-Auftritte, Band-Auftritte, alles super toll! Nervig ist nur der lange Weg, den man vom Hotel aus zurücklegen muss, um den Championships beizuwohnen. Und dann noch das schlechte Wetter. Regen ohne Ende. Zum Glück bin ich mit meinem Gewand halbwegs gut ausgerüstet, nachdem ich mir einen Pullover gekauft hatte, als mir doch etwas zu kalt wurde. Etliche Bands marschieren ein, spielen fehlerfreie Lieder und marschieren wieder aus, für mich ein einmaliges Erlebnis. Doch es kommt noch gigantischer: das "Finale". Unzählige Bands marschieren ein. Ich habe das Gefühl, als stünden tausende Dudelsackspieler vor mir. Der erste Ton erklingt, alle anderen stimmen mit ein. Atemberaubend.

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Glasgow Green, Dudelsack-Weltmeisterschaften Foto: Katharina Zach

Alles ging wieder einmal viel zu schnell vorbei. Koffer packen, ins Auto und wieder nach Hause. Der Weg kommt mir jetzt schon bekannter vor. Noch schnell ein kleiner Abstecher in die "Berge" für ein kleines Picknick, um die Aussicht für einen letzten Augenblick zu genießen. Ich hüpfe über einen Zaun und klettere einen steilen Hang hinauf. Neben mir ein kleiner Wasserfall. Der perfekte Abschluss für meine Reise.

 

Bei ihren Reisen quer durch Europa kommt Weekend-Bloggerin Katharina Zach so manches unter. Ihre ungewöhnlichsten Reise- und Urlaubserlebnisse hält die Burgenländerin für weekend.at fest.

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