Vienna Comic Con 2017: Das Hochamt der Popkultur!

DER Fixpunkt im November ist die Vienna Comic Con. Hier verkleiden sich Fans als deren Idole aus Film, Fernsehen und Comics. Stargäste stehen Rede und Antwort, und es wird Merchandise verkauft was das Zeug hält. Ich war heuer wieder dabei ...

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Foto: Lukas Steinberger

Was so eine Comic Convention ist? Begonnen hat es 1970 in San Diego. Ein kleines Event mit rund 300 Besuchern. Heute sind die Conventions längst zu Fixpunkten der Popkultur geworden - ein buntes Fest mit mehreren Zutaten, die ein großes Ganzes ergeben. Man kann es sich als eine Art Messe vorstellen, auf der sich verkleidete und unverkleidete Fans treffen, um einzukaufen, Stars zu begegnen, Vorträgen zu lauschen und einfach nur Spaß zu haben. Wien hatte bis vor kurzem kein solches Event, mittlerweile findet die Vienna Comic Con aber bereits zum dritten Mal statt.

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Foto: Lukas Steinberger

Der Fan als Star

Ich möchte, weil ja bald Weihnachten ist, die Comic Con mit einem Weihnachtsbaum vergleichen. Die Stargäste aus Film und Fernsehen sind auf jeden Fall der Stern an der Spitze, aber was wäre so ein Baum ohne Aufputz? Rein gar nichts und da kommen die vielen Fans ins Spiel. Aufwändige Verkleidungen, die oft jahrelang gebastelt werden, können an diesen beiden Tagen präsentiert werden. Viele Fans verraten mir, dass sie sich schon an Tag 1 nach der Comic Con Gedanken über die Verkleidung im nächsten Jahr machen.

Neben dem zeitlichen Aufwand spielt natürlich auch Geld eine große Rolle. Teure Verkleidungen kosten oft tausende Euros und werden in Kleinstarbeit zusammengetragen. Wer sich jetzt fragt: So ein Aufwand für zwei Tage im Jahr, bringt's das? Meine Antwort: Ja, denn eine Convention lebt von so etwas. Für die Fans ist es eine Flucht aus der Realität, ein Schaulauf der Kostüme, ein Laufsteg der sonst nirgendwo geboten wird. Denn wer als Darth Vader verkleidet durch die Wiener Innenstadt rennt, wird möglicherweise verhaftet. Auf der Comic Con ist man aber der Star, man wird fotografiert, bejubelt und wertgeschätzt. Das alles in einer großartigen Atmosphäre des Miteinanders - so etwas ist schwer zu beschreiben, man muss es eigentlich selbst erleben.

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Foto: Lukas Steinberger

Auf Du und Du mit dem Vorbild

Der andere wichtige Aspekt ist natürlich der Stargast. Wo sonst kommt man dem eigenen Idol so nahe als bei einem Meet and Greet, einer Autogrammstunde oder einem Fotoshooting? Das alles ist in Wien möglich, wiewohl auch hier der Rubel rollt. Ein Autogramm der Stars kostet Geld, ebenso ein Foto - aber viele Fans zahlen die Beiträge bereitwillig, um einmal dem Menschen, den sie verehren Nahe zu sein. Für mich als Journalist ist das ungleich einfacher, denn ich habe das Privileg, die Stars interviewen zu dürfen. Heuer war das vor allem der aus "Herr der Ringe" bekannte Schauspieler John Rhys Davies. Er spielte in der Saga die Hauptrolle des Gimli. Auch für mich ist so ein Treffen etwas Besonderes und nicht alltäglich. Kurze Interview-Slots von maximal 10 Minuten setzen mich und den Interview-Partner unter Druck. Trotzdem nimmt sich John Rhys Davies ausführlich für mich Zeit und beantwortet meine Fragen mit einer stoischen Ruhe. Er meint, dass für ihn die Fans alles sind und er gerne viel länger mit jedem einfach quatschen würde. Ein sehr sympathischer Mann, der am Ende des Interviews noch Zeit für ein Selfie mit mir findet - mein persönliches Highlight der Vienna Comic Con. Neben John Rhys Davies waren noch viele andere Stargäste aus Film und Fernsehen anwesend.

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Foto: Lukas Steinberger

Money makes the World go round!

Ein wichtiger Aspekt ist natürlich auch der schnöde Mammon. An unzähligen Merchandise-Ständen wird alles feilgeboten, was der geneigte Nerd will. Von kultigen kleinen Figuren bis zu meterlangen Schwertern ist alles dabei. Dafür verlangen die Händler natürlich Geld, die Schlange vor dem Bankomaten ist dementsprechend lang. Sammlerstücke, die sonst nirgendwo zu finden sind, wechseln um viel Geld den Besitzer; die Auswahl an T-Shirts und Taschen ist gigantisch. Ein Händler verrät mir im Gespräch, dass er erst vor wenigen Monaten mit dem Merchandise-Handel gestartet hat und die Wachstumsrate exponentiell ist. Er will sogar seinen Laden ausbauen und verstärkt auf diese Sparte setzen. Das Geld sitzt bei Fans, die Artikel ihres Lieblingsfilms oder Comics wollen, einfach lockerer, und das merkt man auf so einer Convention besonders. Besucher tragen Säcke voll Fanartikeln aus den Hallen - die Veranstalter und Händler freut es.

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Foto: Lukas Steinberger

Fazit: eine kurze und intensive Parallelwelt

Kurz gefasst: So etwas muss man gesehen haben! Die einzigartige Atmosphäre, das Miteinander von Fans und Stars und die vielen lustigen Momente. Das alles macht die Vienna Comic Con aus. Einhelliger Tenor von Besuchern und Stargästen: Wien ist einfach gemütlich, keine langen Schlangen oder Wartezeiten. Die Messe Wien hat mit der Comic Con ein ikonisches Event geschaffen, welches einen Besuch mehr als Wert ist. Blöd ist nur, dass das Weihnachtsgeld meistens erst Anfang Dezember kommt - aber dafür gibt es ja Kreditkarten. Wobei, das Geld spielt zwar eine Rolle, aber es geht auch ohne - ich bin das erste Mal ohne einen Fanartikel nach Hause gegangen, dafür aber mit vielen neuen und positiven Eindrücken, die ich so schnell nicht vergessen werde. Damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, habe ich eine Auswahl meiner Highlights als Fotogalerie zum Durchklicken. Viel Spaß dabei - bis zum nächsten Mal!

 

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben

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