So wird Turin unvergesslich

Gemeinsam mit 13 anderen Schülern und zwei Lehrerinnen aus meiner Schule fuhr ich für eine Woche nach Turin. Dort stattete ich der Familie meines Austauschschülers Carlo, der vor zwei Wochen bei mir war, einen Gegenbesuch ab. Jetzt bin ich daher auf die Idee gekommen, eine Liste mit Dingen zu schreiben, die ich in Turin erlebt habe und die euren Urlaub dort etwas aufpeppen werden. Ich werde euch nicht länger auf die Folter spannen.

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Foto: Carlo Bendelli

1. Frisbee

Einer der Italiener besitzt ein pinkes Frisbee, das er überall hin mitnimmt. So kam es dazu, dass wir Frisbee spielend durch die Straßen Turins liefen und das eine oder andere Auto trafen ... Das Beste jedoch war, als wir am Abend mitten auf der Piazza Vittorio standen und die Wurfscheibe zwischen den Leuten und Autos durch die Luft segeln ließen. Es macht sehr viel Spaß und ist auch ein guter Zeitvertreib, wenn man auf jemanden warten muss. Also: Packt euer Frisbee ein und los geht's!

2. Fotobombing

Wir saßen in einer kleinen Gruppe auf einem Platz und beobachteten Menschen. Da kamen drei Japaner des Weges, die einen vierten dazu aufforderten, ein Foto zu machen. Wir sahen unsere Chance gekommen, sprangen hinten in das Foto und hüpften dort wie wild herum.  Sie merkten es nicht und zogen glücklich von dannen. Die drei springeneden Mädchen im Hintergrund werden sie erst zu Hause sehen!

3. Tanzen

Wir liefen mit lauter Musik aus einer Box durch die Arkadengänge in der Innenstadt und waren sehr beschäftigt mit "Schaufenster-Shopping". Da kam ich auf die Idee, dass gerade der perfekte Moment zum Tanzen wäre. Also begann ich, herumzuhüpfen und die Lieder mitzusingen. Ganz nach dem Motto: Ich bin im Urlaub. Hier kennt mich keiner.

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Foto: Luna Levay

4. Park

Turin könnte auch gut den Spitznamen "Stadt der Parks" tragen. Ich hatte das Gefühl, dass überall irgendein Park war. Man entkommt ihnen quasi gar nicht. Deswegen ist es auf jeden Fall zu empfehlen, sich mindestens einmal in einen zu begeben und sich dort auf eine Bank zu setzen. Mit Freunden, lauter Musik und Bier. Und das am Abend. Dann erlebt man Turin von seiner etwas reudigeren, weniger glanzlosen, aber dafür echten und unverblümten und daher auch irgendwie schönsten Seite.

5. Geburtstagsfeier

Wenn ihr die Chance dazu habt, auf eine italienische Geburtstagsparty gehen zu können, dann lasst sie nicht verstreichen! Ich war auf einer und, ehrlich, kein Witz: Ich hatte am nächsten Tag Bauchmuskelkater, weil wir so viel gelacht haben!

Zuerst gingen wir alle gemeinsam Pizza essen. Ein Freund von mir - Timon - und ich waren die einzigen beiden Österreicher, was bedeutet, dass wir nicht wirklich viel davon verstanden, was die anderen redeten. Jedoch hatten wir mit unseren beiden Austauschschülern auch eine Menge Spaß und vor allem seeeeeehr viel zu lachen. Zum Beispiel, als Timons Austauschschüler (Marco) ihm ein Stück Pizzarand aus Versehen direkt ins Auge warf.

Danach ging es weiter zum Lasertag. Das war echt spannend, und ich rannte auch viel herum. Doch ich habe oft nicht wirklich verstanden, was ich tun muss, denn die Waffe hat mir zwar immer irgendetwas erklärt, aber leider auf Italienisch ... So kam es, dass wir zum Schluss sehr unterschiedliche Ergebnisse erhielten: Carlo hatte 19.000 Punkte, Marco 26.000 und Timon 500. Da mussten wir schon extrem lachen. Doch dann kam ich: -3000 Punkte. Wir kriegten uns nicht mehr ein.

Also eine Geburstagsfeier wie diese mit gutem Essen, lustigen Unterhaltungen und netten Leuten solltet ihr unbedingt besuchen !!!

6. Bus

Dieser Tipp ist nur für die Landkinder unter euch, die es gewohnt sind, sich im Bus zwischen zehn freien Plätzen entscheiden zu können. Ihr müsst dringend in Turin Bus fahren. Denn diese sind, wie in anderen Großstädten auch, extrem überfüllt, muffig, klapprig und stickig. Es tut mir leid, aber so sieht die Realität aus! Obwohl es schon einen gewissen Charme hat, in einem Bus zu fahren, von dem man das Gefühl hat, er würde jeden Moment auseinander fallen. Und sich an fremde Leute zu quetschen und deren Körpergeruch zu atmen ist auch eine Erfahrung für sich. Wie heißt es doch so schön: "Das Leben ist kein Ponyhof." Zum Glück aber auch kein Turiner Bus.

7. Dörfer

Was ich euch nur ans Herz legen kann ist, eines der kleinen Dörfer rund um Turin zu besuchen. Sie sind wirklich sehr schön und man spürt das italienische Flair dort viel mehr als in der Stadt. Die kleinen Eisdielen, die verwinkelten Gassen, die großen, alten Kirchen ... Kultur und Tradition sind dort wahrhaftig greifbar. Es ist etwas ganz Eigenes und lässt einen Italien aus einem völlig neuen Winkel betrachten. Nicht nur die schillernden Städte voller Leben, auch die ärmeren und trotzdem süßen und auf ihre eigene Art hübschen Dörfer machen dieses Land aus. Sie prägen die Menschen, die dort leben und hinterlassen auch einen bleibenden Eindruck bei ihren Besuchern.

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Jutebeutelgang Foto: Timon Schlader

 

Kunst, Musik, Schreiben und Reisen sind die großen Leidenschaften von Weekend-Bloggerin Luna Levay. Die aus Bregenz stammende Schülerin begeistert sich für Sport und sammelt Schallplatten. Für weekend.at schreibt sie über ihre Erlebnisse und Eindrücke - auf Reisen wie daheim.

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