T wie Thailand, T wie TukTuk

Wenn es ein Gefährt gibt, das typisch ist für Thailand, dann muss es das TukTuk sein: ein kleines Dreirad mit offenen Seiten und leichtem Dach.

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Foto: Carmen Bischof

Wie der Name schon sagt

“"TukTuk" ist beileibe kein Kosename wie bei uns "Bim" oder "Tram", sondern die offizielle Bezeichnung. Die Dinger heißen tatsächlich so.

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Foto: Carmen Bischof

Die Germanisten unter uns wissen, dass es sich dabei um ein Phänomen namens "Onamatopoesie" handelt wie Wikipedia weiß - "die sprachliche Nachahmung von außersprachlichen Schallereignissen". Normalsterbliche würden das weniger geschwollen so ausdrücken: Die Dinger heißen so wie sie klingen.

Wenn ein TukTuk losfährt, macht es "wrööööööön" wie jedes normale motorisierte Gefährt. Dann legt es gern zwei Aussetzer nach, nämlich das "TukTuk". In Urlaubsstimmung und mit vom Herumlatschen schmerzenden Füßen vertraut man diesem Gefährt Leib und Leben an. Sicherheitsgurte gibt es ebenso wenig wie Airbags – wie auch, das TukTuk hat ja nicht einmal Wände und Türen, sondern nur eine kleine spielerisch verzierte Girlande aus zierlichen Metallstäben.

Erstaunlicherweise haben wir noch auf keiner Reise einen Unfall mit einem TukTuk gesehen. Autohavarien beobachtet man zuhauf, und die zweirädrigen Verkehrsteilnehmer sind so halsbrecherisch unterwegs, dass wir allen von ihnen nur das Beste wünschen können. Aber das motorisierte Nationalheiligtum TukTuk scheint über Blechschäden erhaben zu sein. Ebenso wenig kümmert es sich um Vorrangregeln, gelbe und rote Ampeln oder Bodenmarkierungen.

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Foto: Carmen Bischof

Nicht nur für Touristen

Wer jetzt glauben möchte, das TukTuk sei eine reine Touristenattraktion, der irrt gewaltig. Zwar lassen sich viele blasse Menschen von fröhlichen TukTuk-Fahrern durch den tosenden Verkehr Bangkoks chauffieren, aber man sieht ebenso viele offenkundig Einheimische. Eine ältere Thailänderin hat sich gemeinsam mit zwei Kubikmeter Grünzeug auf den Sitz gequetscht, ein junger Mann nutzt die Fahrt zum Transport eines Flachbildfernsehapparats, und auch Großfamilien schwingen sich gern aufs TukTuk.

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Foto: Carmen Bischof

Keine Elektronikdefekte

Ein weiterer Grund, warum man nie ein defektes TukTuk am Straßenrand stehen sieht, ist die Elektronik. Das TukTuk kennt kein Elektronikversagen, weil es mit einem Minimum an Elektronik ausgestattet ist. Die Batterie ist gleich neben dem Fahrersitz angeschraubt und offen zugänglich wie fast alle anderen Antriebsteile des Fahrzeugs. Gleich neben der Batterie haben die Fahrer gerne ein paar Flaschen Sprit dabei – den zum Tanken, nicht den zum Trinken.

TukTuk-Mechaniker sind gesegnete Menschen, die sich nicht in die Windungen eines komplett verbauten Motors beugen müssen.

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Foto: Carmen Bischof

Macht es Spaß, mit einem TukTuk zu fahren? Ja, denn hinterher fühlt man sich ungefähr so wie nach einer ordentlichen Achterbahnfahrt: Man hat auf unterhaltsame Weise einem frühen Tod ins Auge geschaut und überlebt. Noch dazu ist man seinem Ziel ein Stück näher gekommen. Und wenn man nicht ganz knapp bei Kasse ist, hat man auch Schneiderwaren erworben – die sind einerseits erstklassig und andererseits ist es schwierig, dem folgenden Verkaufspitch zu widerstehen: "Macht es Ihnen etwas aus, wenn wir bei einem Freund stehen bleiben? Der hat ein Bekleidungsgeschäft und gibt mir eine Flasche Sprit pro Kunden, den ich vorbeibringe. Sie müssen auch nichts kaufen."

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Foto: Carmen Bischof

 

Carmen Bischof ist gebürtige Murauerin ("die Stadt mit dem besten Bier", betont sie!), beruflich und privat gerne auf Reisen, beruflich in Sachen Vertriebssteuerung für die Senzor Industries AB aus Schweden unterwegs und privat auf der Suche nach schönen Orten, gutem Bier und lässigen Aktivitäten.

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