Der hart erkämpfte Weg zum echten Spartaner

Die Teilnahme am Spartan Race ist eine besondere Herausforderung. Wie sie meistern? So zum Beispiel.

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Foto: Spartan Race

Heute möchte ich euch von meiner persönlichen Erfahrung beim Spartan Race in Oberndorf/Tirol erzählen, wo ich 2016 im Super Bewerb und 2017 im Beast Bewerb teilgenommen habe. Grundsätzlich gibt es beim Spartan Race, welches in den USA gegründet wurde, drei verschiedene Längen: Die kürzeste mit 5+ Kilometer heißt Sprint, die Super Distanz ist mit 13+ Kilometer die mittlere Distanz und das Beast misst 20+ Kilometer. Natürlich kommen dann auch noch die Hindernisse hinzu. In Oberndorf legen die Veranstalter gerne noch etwas drauf und machen aus dem Super ein Rennen über 17 Kilometer und ca. 1000 Höhenmeter und aus dem Beast ein tatsächliches Beast von 27 Kilometer Länge und 1.600 Höhenmeter. Hier bleibt einem wirklich nichts erspart. Weiters gibt es auch noch den Ultra Beast, bei dem die Beast Strecke zweimal durchlaufen wird und im November soll es auf Island das erste 24h-Rennen geben. Frei nach dem Motto – Extremer geht immer!

Der Grundsatz der Spartan-Hindernisse: Jedes Hindernis sollte zumindest versucht werden. Sollte man ein Hindernis nicht schaffen, stehen zur "Bestrafung" 30 Burpees an (in diesem Video seht ihr, was ein Burpee ist).

Oberndorf empfing dieses Jahr zum dritten Mal die Spartaner und wird auch bis 2020 noch Schauplatz eines unbeschreiblichen Festivals bleiben. Angefangen hatte es 2015 mit knapp über 3.000 Teilnehmern, 2017 waren es schon über 8.000 und deutlich professioneller als im Jahr zuvor. Die Region spricht also von einem vollen Erfolg und wird auch immer tatkräftig von den vielen Volunteers, die diese Veranstaltung erst möglich machen, unterstützt.

Oberndorf ist außerdem einer der wenigen Standorte, an dem an einem Wochenende alle drei Distanzen angeboten werden sowie auch ein Kinderrennen und ein Team-Wettbewerb. Teilnehmer können also einzeln (Elite, Competitive oder in den Heats) oder als Team teilnehmen. Außerdem gibt es auch einige "Verrückte", die alle drei Läufe am selben Wochenende absolvieren. Diese Athleten und Hobbysportler laufen am Tag 1 die Beast Distanz, sowie auch den Sprint und am Tag 2 den Super, um sich die Trifekta Medaille zu verdienen. Respekt an dieser Stelle!

Erfahrungen Spartan Super & Tipps

  1. Die Teilnehmergruppen starteten in 20 Minuten-Abständen, und da ich eine spätere Startnummer hatte, konnte ich noch den Zieleinlauf des amtierenden Welmeisters Robert Kilian sehen. 20 Minuten vor Start wurde uns noch mal richtig eingeheizt in der gemeinsamen Aufwärmsession und ich war richtig "heiß" auf die Hindernisse.
  2. Ich war richtig nervös, weil ich nicht genau wusste, was mich erwarten wird, aber die Nervösität verflog sehr schnell, sobald der Startschuss fiel.
  3. Vor meinem ersten Spartan Rennen 2016 (gleichzeitig mein allererster Hindernislauf) hatte ich mich hauptsächlich mit Crossfit, Bootcamp und Laufen vorbereitet.
  4. Auch wenn ihr euch "alleine" wie ich für den Spartan anmeldet, und ihr keine Leidensgenossen finden solltet, werdet ihr nie alleine sein. Die Spartaner sind kollegial und hilfsbereit und so konnte auch ich mich sehr schnell einer Gruppe Jungs anschließen.
  5. Die Zeit vergeht schnell bzw. ohne Uhr und Handy verliert man man schnell das Zeitgefühl, da man auch nie weiß wie weit man eigentlich schon ist, außer man kennt die Strecke bereits.
  6. Auf jeden Fall üben sollte man das Speerwerfen, Seilklettern, Hanteln an Monkey Bars und Slacklinen.
  7. Von schlammig, zu nass, staubig, erdig, verschwitzt, nass, und zum krönenden Abschluss noch ein Schlammbad und Sprung über Feuer- nach 3 Stunden 45 Minuten hatte auch ich das Ziel erreicht.

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Foto: Spartan Race

Erfahrungen Spartan Beast & Tipps

  1. Einfach: Beast! Es war richtig hart und hat mir einiges abverlangt, aber ich bin unversehrt nach etwa 6 Stunden 30 Minuten ins Ziel gekommen.
  2. Die Strecke war ziemlich genau dieselbe wie beim Super 2016, allerdings ging es den Skihang noch weiter zur nächsten Alm hinauf, inklusive einem der anstrengensten Hindernisse (Sandbag Carry plus Merkaufgabe) und Durchqueren eines eisigen Bergsees.
  3. Teilweise gab es länger Passagen zu laufen, und die Hindernisse waren vor allem auf der zusätzlichen Strecke (ab Abzweigung Super) gefühlt weiter auseinander.
  4. Oft dachte ich mir, warum ich mir das eigentlch antue, aber der Wille, den Lauf fertig zu machen, was stärker.
  5. Es war gut, dass ich mir bis zum Schluss noch einige Reserven aufsparen konnte, denn der Endspurt um die Festival Area hatte es noch in sich mit einigen schwierigen und kraftraubenden Hindernissen.
  6. Am besten, ihr tragt nicht eure neue Trainingskleidung, sondern euer älteres Shirt und Tights (bestenfalls dunkel), auf die ihr nicht mehr so viel Wert legt. Ihr könnt eure Kleidung natürlich waschen, allerdings kann es leicht sein, dass diese von Stacheldrahtzäunen, Holzspänen, Gestrüpp im Wald, etc. zerrissen wird.
  7. Ich bin mit meinen neuen Salomon Trailrunning-Schuhen gelaufen und bin supper happy darüber. 2016 bin ich mit alten Laufschuhen gelaufen und der Unterschied ist 100 zu 1. Entscheidet euch für gutes Schuhwerk mit starkem Profil, um auch im Schlamm und Wasser gut Halt zu haben.
  8. Außerdem war ich froh, meinen Trinkrucksack mitgenommen zu haben. Dieser wird auf der langen Distanz auch vom Veranstalter empfohlen und sollte auf jeden Fall mit Elektrolyten gefüllt werden.
  9. Auch der eine oder andere Riegel, Gel, Nüsse etc.sind auf der Strecke sehr empfehlenswert.
  10. Der Lauf ist hart, aber die Erfahrung kann euch keiner mehr nehmen. Dabei sein ist alles. Am besten ihr schnappt euch euren Partner, einige Freunde oder schließt euch einer Workout-Gruppe an.
  11. ABER, riskiert nicht alles, es ist nur ein Rennen und eure Gesundheit und Gliedmaßen sind wichtiger als die Medaille. Immer wieder dachte ich mir, wie schnell etwas passieren könnte. Ich habe selbst einige Verletzte auf der Strecke gesehen.

Hier könnt ihr einen noch besseren Eindruck vom Spartan Race gewinnen.

Anmerkung: Ich werde weder von Reebock noch von Spartan Race gesponsert, um diesen Artikel zu schreiben. Ich bin persönlich von der Eventserie beeindruckt und war auch schon zuvor als Volunteer beim Sprint in München tätig und habe bei diversen Spartan Workouts teilgenommen.

 

Sport und Ausflüge - Weekend-Bloggerin Lisa ist gerne auf Achse. Die in München lebende Österreicherin teilt ihre persönlichen Highlights regelmäßig mit den Lesern von weekend.at.

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