Reicht die Smartphone-Kamera aus?

Mit einem Smartphone haben wir immer und zu jeder Zeit eine Kamera in unserer Hosentasche. Ich frage mich: Reicht diese kleine Kamera, oder nehme ich doch lieber eine "echte" Kamera?

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Foto: Henry Marsh/pexels

Sie ist klein, mächtig und mittlerweile fast in jeder Hosentasche: die Smartphone-Kamera. Wo die kleinen Kameras früher noch mehr Spielzeug waren und keineswegs eine "echte" Kamera ersetzen konnten, verzichten heute schon viele auf schweres Kameraequipment und verlassen sich auf ihr Smartphone. Durch den technischen Fortschritt hört man auch immer wieder von steigenden Megapixel-Zahlen, besser werdenden Features, 4K-Filmaufnahmen und, und, und. Die Frage, die sich mir da stellt: Brauche ich eigentlich noch eine Profikamera? Oder reicht die Smartphone-Kamera aus?

Es kommt ganz darauf an

Eine einfache Ja/Nein-Antwort auf diese Frage gibt es sicher nicht, hier spielen viele Faktoren mit. Der wichtigste Punkt, wenn man selbst vor der Entscheidung steht, ob man sein Geld nun lieber in ein neues Smartphone oder in eine wuchtige Profikamera investiert, ist die Frage, was man eigentlich damit machen möchte. Es kommt also immer ganz darauf an! Wer perfekt belichtete Porträts, hochauflösende Landschaftsbilder, oder detaillierte Makroaufnahmen machen möchte, fängt mit einer Smartphone-Kamera nichts an. Da hilft auch der neueste Technik-Schnick-Schnack nicht. Wenn man jedoch nur seine Erlebnisse nebenbei für Social Media oder seine Freunde festhalten will, reicht die kleine Kamera sicher aus. Durch das große Angebot an kreativen Apps kann man seinen Bildern mit zwei Klicks auch noch einen einzigartigen Look verpassen, und fertig ist das Foto. Die richtigen Wow-Effekt-Bilder kommen aber fast nur aus "echten" Kameras.

Ein hartes Pro-Kontra

Pro

  • Sie sind klein, leicht und immer dabei. Das Totschlag-Argument gegen alle Profikameras. Mit ihren rund 300 Gramm und der Größe eines Portemonnaies schlagen sie ihre Konkurrenz, die durchaus oft schon ein bis vier Kilogramm wiegen kann, bei weitem.
  •  Sie sind billiger. Wenn es nicht gerade das neu erschiene iPhone sein muss, ist der Preis meist deutlich geringer als bei Spiegelreflexkameras. Diese gehen erst bei 350 Euro los und enden jenseits von 5.000 Euro, wobei man mit einer Kamera auch noch nicht telefonieren kann.
  • Sie sind schneller. Binnen Minuten sind Fotos aufgenommen, bearbeitet und im Internet. Wer mit Profi-Equipment unterwegs ist, arbeitet manchmal auch mehrere Stunden an einem einzigen Bild.

Kontra

  • Die Qualität ist schlechter. Auch wenn die kleinen Kameras immer besser werden, kommen sie bei Weitem nicht an die Qualität moderner High-End-Kameras heran. Alleine schon von den technischen Aspekten her gestaltet sich das sehr schwierig.
  • Vieles ist mit dem Smartphone gar nicht möglich. Weitwinkel-Landschaftsaufnahmen, Makroaufnahmen von Blumen oder Tieren, Porträt-Fotografie und vieles mehr ist technisch nur mit großen Kameras möglich. Dazu fehlen dem Smartphone einfach der große Fotosensor und das Objektiv vorne drauf.
  • Es ist keine Kamera. Wer nur mit dem Smartphone unterwegs ist, bewegt sich nie in der "echten" Fotografie, bei der sich Fotografen teils Stunden auf die Lauer legen, um die perfekte Stimmung am Abendhimmel einzufangen. Meist holt man das Smartphone heraus, macht ein Foto, verschickt es und steckt das Handy wieder weg. Wirklich beschäftigten tun sich Smartphone-User kaum mit der Materie.

Fazit

Wer mehr aus seinen Fotos machen will und wirklich in die Welt der Fotografie eintauchen möchte, kommt um eine große Kamera nicht herum. Wem es jedoch reicht, sein Erlebtes spontan und schnell einzufangen, ist mit seiner Smartphone-Kamera sicher gut unterwegs. Ich persönlich bin einer von der ersten Sorte.

 

Tobias Gassner-Speckmoser ist Student und leidenschaftlicher Fotograf. Auf weekend.at präsentiert er seine besten Tipps, damit Bilder noch wirkungsvoller zur Geltung kommen.

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