Viele kleine Schritte zum Erfolg! Und Du sagst, Du kannst nichts tun?

Wenn viele Menschen viele kleine Schritte tun, dann kann das ein gewaltig großer Schritt zur Rettung unserer Mutter Erde sein. Egal, ob Du Energie sparst, ob Du ab nun mehr zu Fuß gehst, ob Du versuchst mehr regional, bio und fair zu kaufen, ob Du etwas wieder verwendest - alles hilft, Ressourcen zu schonen und unsere Erde auch für unsere Kindeskinder lebenswert zu erhalten.

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Foto: Kons. Mag. Claudia Ortner

Sehr oft beklagen sich Menschen punkto Umweltschutz, dass "wir Kleine doch eh nichts machen können gegen die Großen", "das alles nichts bringt", "dass man machtlos ist gegen die Zerstörung, den Raubbau, die Vergeudung von Ressourcen, gegen die Umweltverschmutzung, gegen den Klimawandel". Ich möchte dem entschieden widersprechen. Jeder Weg muss mit einem ersten Schritt beginnen. Und wie ein japanischer Weiser einst sagte: "Es ist einfacher, eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen."

Manchmal hat man den Eindruck, dass manche Zeitgenossen wirklich lieber über die Dunkelheit klagen statt Helligkeit in ihren Alltag zu bringen. Manchen fällt das Klagen scheinbar auch leichter als mit dem eigenen ersten Schritt anzufangen. Ist ja schließlich auch mit Eigenverantwortung, Engagement und Energie sowie dem Raus aus der Komfortzone verbunden. Oft ist man als Einzelperson unzufrieden, weil man nicht weiterkommt, weil es Rückschläge im politischen, im privatem, im sozialen, im gesundheitlichen, im beruflichem - und im Umweltschutz-Bereich gibt. Weil zu viele negative Nachrichten auf uns einströmen, und wir bald schon nicht mehr wissen, wem und was wir glauben sollen. Die einen verteufeln jenes Produkt. Gegen dieses wird eine neue Studie erwähnt, die das Produkt doch besser abschneiden lässt. Schließlich und endlich weiß man nicht, wem man glauben darf. Aber wir dürfen nie aufgeben, an die Wende, an das Positive zu glauben. Und wir müssen unbeirrbar unseren Weg der kleinen Schritte weitergehen.

Wenn ich auf diese "geringe" Macht bzw. Wirkung des Einzelnen angesprochen werde, dann erzähle ich gerne von "unserem" Erfolg in der Hainburger Au oder bei Wackersdorf. Wie oft hat mein Vater, der sich nie gegen die Regierung oder ein Projekt aufgelehnt hätte, damals gesagt "Glaubst wirklich, dass du, ihr das verhindern könntest?" Nun, der Bau des Kraftwerkes in Hainburg wurde verhindert und seit vielen Jahren befindet sich dort ein Nationalpark, der viele Besucher in die Gegend lockt. Und die Wiederaufbereitungsanlage für atomare Brennstäbe in Wackersorf wurde auch durch den immer währenden Einsatz tausender Menschen bei zig Veranstaltungen verhindert.

Ja, ich gebe zu: Gegen vieles ist man machtlos. Vieles frustriert einen. Oft möchte man den Kopf in den Sand stecken, weil soooooo vieles schief läuft auf unserem Planeten. Aber dann kommen wieder der Trotz, der Stolz, die Energie in einem durch. Mahatma Gandhi und Nelson Mandela haben auch nicht aufgegeben, sind immer unbeirrbar ihren Weg gegangen. Und so müssen es auch wir "Kleinen" tun: in vielen kleinen Schritten unseren Weg weitergehen. Und jeder noch so winzige, scheinbar unbedeutende Schritt eines Einzelnen ist wichtig und bedeutend. DENN wir haben keinen zweiten Planeten, auf den wir uns alle hinaufbeamen können, wenn alles hier unten auf unserer Erde verdreckt, vergiftet und ausgestorben ist bzw. alle Ressourcen verschwendet sind. Wir haben keinen PLAN B.

PLAN A muss daher sein, alles uns Mögliche zu tun. Und damit bin ich wieder bei kleinen Tipps, die jeder von euch jeden Tag einbauen kann in sein Leben. Mit denen er vorbildlich voranschreiten kann. Denn auch auf die Vorbildwirkung kommt es an. Manches wird einigen nichts Neues sein, manches ist für viele gewöhnungsbedürftig. Manche finden etwas überhaupt nicht der Mühe wert. Über manchen Tipp ist man vielleicht dankbar, weil er einem wieder in Erinnerung gerufen wird. Es lohnt sich für ein ruhiges Gewissen, für unsere Mutter Erde, für unser alles gutes, gemeinschaftliches Zusammensein und dass auch noch unsere Kindeskinder eine schöne, lebenswerte Umwelt haben.

DARUM:

  • Wirf' nichts aus dem Auto, sondern entsorge immer und überall deinen Müll richtig: Glas zu Glas, Alu zu Alu, Restmüll = alles was nicht wiederverwertet werden kann, darunter fallen auch Zigarettenstummel = Giftmüll, der fast acht Jahre lang nicht abgebaut wird - in den Restmüll/Mülltonne
  • Vermeide Müll, d.h. nimm' immer deine kleine Stofftasche oder einen alten, schon mehrmals benutzten Plastiksack zum Einkauf mit. Wir haben im Kofferraum drei Klapp-Boxen, in die unser wöchentlicher Einkauf direkt aus dem Supermarktwagerl verstaut wird.
  • Kauf Pfandflaschen! Ich frag mich immer wieder, warum es bei uns nicht mehr Pflandojekte gibt. In Deutschland ist auf jede Alu-Dose, auf jeder Pet-Flasche ein Pfland. Nur im kleinen lieben Österreich, das so gerne die Vorreiterrolle im Umweltschutz herausstreicht, da funktioniert das überhaupt nicht. Da war die Lobby-Arbeit mancher Konzerne wohl doch zu stark.
  • Kauf nur Unverpacktes! Ein Wahnsinn, was uns da nämlich oft gezeigt wird: Lebensmittel ihrer natürlichen Schale und somit der hygienischten Verpackung überhaupt beraubt, aber dann in Plastik eingeschweißt wie harte Eier, Bananen und Mandarinen. Da fragt man sich schon, welch krankes Hirn sich solch einen Verpackungs-Wahnsinn hat einfallen lassen.
  • Besuche Flohmärkte, du tust damit in mehrfacher Weise Gutes (1) für den Veranstalter des Flohmarktes, denn er kann vom Gewinn wieder helfen, 2) für deine Geldbörse (dafür kannst Du dir dann vielleicht mal was Schönes, Faires und BIO leisten) und 3) für die Umwelt, denn wenn etwas wiederverwendet wird, hat man Ressourcen geschont
  • Kaufe bio, regional und saisonal. Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren jetzt im Winter sollten ein absolutes NO GO sein. Etwas, das um die halbe Welt gekarrt wird, verbraucht viel Energie. Wer so was kauft, aber dafür gegen die Dieselautos schimpft, der hat den wahren Umweltschutzgedanken und all die Zusammenhänge nicht begriffen (von solchen Zeitgenossenen gibt es aber leider sehr viele! Gehör' du nicht dazu!!!)
  • Geh viel zu Fuß oder benutze das Rad oder/und wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel (was am Land/in manchen Regionen leider sehr schwer ist). Aber die 200 Meter zum nächsten Zigarettenautomaten oder zum Bäcker ums Eck kannst Du schon zu Fuß statt mit dem Auto zurückgelegen. Dafür sparst Du Dir den Weg ins Fitness-Studio. Oder jene Eltern, die ihre Kinder in der Früh in die Schule fahren und mittags wieder abholen, denn ein paar hundert Meter zu Fuß sind viel zu gefährlich für die Kleinen noch dazu bei Schnee und Regen. Aber die tägliche Bewegungseinheit in der Schule fordern dann diese überbehütenden Eltern vehement ein. Lass' deine Kinder ruhig mal auch bei unwirtlichem Wetter ein paar Meter zu Fuß gehen.
  • Raumtemperatur reduzieren und der Jahreszeit entsprechend anziehen. Ich kenne Familien, wo die Raumtemperatur 25 Grad Celsius beträgt. Die meisten Bewohner laufen mit Unterhemd und Shorts herum, weil ihnen zu heiß ist. Den Damen des Hauses aber ist es zu kalt, doch warme Pullover und Wollsocken wollen sie partout nicht tragen.
  • Stoßlüften – etwas, das in Schulklassen gar nicht gern gehört wird, dabei wär' der Sauerstoffaustausch für lernende Köpfe sooo wichtig – statt Fenster stundenlang gekippt halten
  • Beim Kochen – passenden Deckel auf den Topf, rechtzeitig zurück- bzw. abschalten und die Restwärme nutzen. Dampfdrucktopf benutzen. Bei mir kocht der Reis nach dem Aufkochen maximal eine Minute auf höchster Stufe, dann wird ausgeschaltet. Auch beim Backrohr nutze ich die Restwärme und schalte den Ofen zehn Minuten vor Ende der Garzeit aus. Und: Ich verzichte auf das unnötige Vorheizen – außer bei Blätterteig und Biskuit. Einschalten und die Speise gleich hinein. Ich kann dadurch bis zu 20 Prozent Energie sparen. Und bloß nicht die Backrohrtür unnötig öffnen, das kostet auch jedes Mal 20 Prozent der Energie..
  • Reste vom Essen aufbewahren und wiederverwerten. z.B. aus Gemüseresten am nächsten Tag eine Gemüsecremesuppe machen; übriggebliebene Nudeln mit Eiern und eventuell Käse zu einem leckeren Gericht verarbeiten. Alte Semmeln zu Bröseln reiben, zu Knödelbrot schneiden oder einen leckeren "Scheiterhaufen" oder "Brotschnitten" als Suppeneinlage machen ...
  • Wer einen eigenen Garten hat – KOMPOSTIEREN – das bringt gratis Blumenerde und trägt zum Düngen und zum Bodenaufbau bei.

 

Reuse – Reduse – Recycle = Wiederverwenden, vermeiden, wiederverwerten:

  • Schöne Marmelade- oder Gurkengläser aufheben: Mit Serviettentechnik oder Farben kann man tolle Windlichter gestalten oder sie als Gläser zur Aufbewahrung von Speiseresten, zum Einfrieren statt Plastikbehältern (nur nicht ganz vollfüllen) oder als Geschenksverpackung verwenden. Natürlich kann man sie zur Erntezeit auch wieder mit selbstgemachter Marmelade, Tees und getrockneten Kräutern oder Apfelringen befüllen
  • Alte, kaputte Leintücher oder Handtücher in kleinere oder größere Stücke schneiden – als Putzlappen, statt Küchenrolle usw. verwenden.
  • Geschenkpapier aufheben. Wenn man es schön glattstreicht und aufrollt, kann man es ebenso wie sorgfältig aufgehobene Bänder für die nächsten Anlässe wiederverwenden.
  • Auch alten Billets kann neues Leben eingehaucht werden. Ausschneiden, auf Pappkarton kleben, eventuell mit diversen Farbstiften, Glitterglue oder Borten und Bändern verzieren, und Ihr habt tolle, neue, recyclelte, vor allem aber individuelle Karten, mit denen ihr eure Freunde begeistern könnt.

Und für alle, die sehr gerne auf der DIY-Welle schwimmen (DIY ist die Abkürzung für "Do It Yourself") ein paar weitere Tipps, wie man Ressourcen schont und sich selbst eine Freude macht, weil man die Palette, auf der ein sperriges Etwas geliefert wurde, nicht ins Altstoffsammelzentrum bringen muss oder man eines seiner Lieblingskleidungsstücke vor der Mülltonne retten kann: Aus alten Paletten kann man ganz viele Dinge machen. Ein wahrer Boom an Ideen zur Verarbeitung von Paletten beherrscht derzeit das Netz. Die Verwendungsmöglichkeiten sind ja auch unglaublich!

Meine Freundin Gabi hat sich z.B. einen wundervollen Couchtisch aus Paletten gebastelt. Schwarz lackiert, Glasplatte drauf und mit Lederband versehen. Wow! Andere basteln aus Paletten Schuhregale, Gartengarnituren, Pflanzkästen für Kräuter, Raumteiler, Gartenzäune und Komposter. Letzteres habe ich aus zwei Paletten und Restholz vom Hausbau selbst verwirklicht.

Allerdings hat die Industrie nun schon wieder mitbekommen, dass hier ein Boom entstand, und nun gibt es in diversen Bauhäusern nagelneue Paletten zu kaufen. Also nicht: aus alt mach neu, verwende etwas wieder, mach' was Neues draus und schone die Ressourcen. Nein, jetzt gibt’s gleich funkelnagelneue Paletten. Kein lästiges Bohren, Schleifen und Bearbeiten mehr. Toll für alle, die 1 A-Ware haben und nicht herumfragen wollen, wo man alte Paletten bekommt. Aber das ist für mich einfach weit am Umweltgedanken vorbei.

Und zum Stichwort Rettung des Lieblingskleidungsstückes zeige ich dir zwei Fotos von meinen neuesten Kreationen: ein Shirt, aus dem ich Fettflecken nicht mehr rausbrachte, habe ich mit Stoffmalfarben bemalt - schaut nun voll cool aus. Ebenso meine Lieblings-Jeans, die auch etwas Täuschung und Make-up benötigten.

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Foto: Kons. Mag. Claudia Ortner

Du siehst: Ideen gibt es viele.

Viele kleine Schritte, die nur darauf warten, von dir getan zu werden.

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Foto: Kons. Mag. Claudia Ortner

 

Die Kraft der Natur zu nutzen, um mit sich und der Umwelt ins Reine zu kommen, ist Weekend-Bloggerin Claudia Ortner ein besonderes Anliegen. Auf weekend.at gibt die Oberösterreicherin Tipps, damit ein Leben im Namen der Nachhaltigkeit besser gelingt.

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