Pannen, Missgeschicke und unglückliche Zufälle - being the new one is not easy!

Als Land-Ei in einer Stadt wie London unterwegs zu sein ist nicht immer einfach. Es kommt nicht selten zu Komplikationen, Missgeschicken und mehr oder weniger peinlichen Erlebnissen. Hier also ein paar, in der Hoffnung, dass ihr euch darüber amüsieren könnt.

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Foto: Lisa Krempl

Story 1: Es war ganz zu Beginn meiner Zeit in London, ich war noch nie in meinem Leben in einer so großen und verwirrenden Stadt gewesen, und vor allem die öffentlichen Verkehrsmittel machten mir anfangs zu schaffen. Natürlich wollte ich mir das aber nicht anmerken lassen. Als ich also das erste Mal in einer der berühmten roten Doppeldecker-Busse einstieg, wollte ich einfach nur so schnell und unauffällig wie möglich auf einen freien Platz. Aus der ganzen Nervosität und Aufregung heraus lief ich also Hals über Kopf in den Bus hinein. Und vergaß dabei völlig, dass ich ja meine Oyster card* an den Schalter halten musste. Im Endeffekt brüllte der Busfahrer mir hinterher, ich solle sofort herkommen (er nahm sicher an, ich sei eine Schwarzfahrerin) und meine Karte herzeigen. Und ich musste den Weg der Schande antreten und wieder den Gang zurücklaufen. Es lief also nicht ganz so unauffällig wie erhofft: Alle Fahrgäste im Bus starrten mich an und schüttelten den Kopf. Genauso gut hätte ich ein Neonschild mit der Aufschrift "Achtung, Anfänger" mit mir herumschleppen können ...

Story 2: Nicht ganz so toll wie erhofft war auch mein erster Club-Besuch hier in London. Ich traf mich mit zwei weiteren Au Pairs und gemeinsam hatten wir vieles vor. Diese Pläne lösten sich aber schnell in Luft auf. Denn als wir uns nach dem traditionellen "Vorglühen" zu dem besagten Club aufmachten und schließlich dort ankamen, stellte sich heraus, dass wir 10 Pfund Eintritt für eine 40+-Party mit entsprechender Musik bezahlt hatten. Obwohl die Location echt schön gewesen wäre (es handelte sich um ein Theater, das in eine Diskothek umgewandelt wurde), konnten wir uns einfach nicht so richtig in die Musik einfinden beziehungsweise den Altersunterschied unter den Tisch fallen lassen. Es war einfach zu verrückt. Für alle über 40: Der Club trägt den Namen "The Grand" und befindet sich in Clapham Junction. Suuuuper Stimmung kann ich nur sagen!

Story 3: Eine meiner persönlichen Favoriten: Dazu braucht ihr allerdings ein bisschen Hintergrund-Information: Dank Gründen wie Matura und Faulheit, aber vor allem Faulheit, hatte ich mich die letzten Monate nicht besonders um meine persönliche Fitness gekümmert. Einer meiner Vorsätze war es daher, meinen inneren Schweinehund in London zu überwinden und mich für ein Fitnessstudio anzumelden. Das tat ich schließlich auch, und da es ja mein erstes Mal war, habe ich mir noch eine Einführungsstunde dazu gebucht, bei der einem - wie in der Erklärung stand - die optimalen Geräte gezeigt und erklärt werden.

Ich ging also an besagtem Tag zum Studio und war überpünktlich dort. Geschlagene 15 Minuten stand ich also am vereinbarten Treffpunkt und musste die irritierten Blicke einiger Muskelpakete hinnehmen, die an mir vorbei sprinteten und hopsten. Schließlich kam dann doch ein Trainer und fragte mich ob ich denn Hilfe bräuchte oder warum ich hier so stehe (peinlich ...). Ich erklärte ihm also, was los war, und etwas verwirrt erklärte er mir, dass der Trainer, bei dem ich die Stunde gebucht hätte, schon lange nicht mehr hier arbeite. Soweit so gut. Er meinte daraufhin, er würde sich darum kümmern und jemand auftreiben, der die Einführungsstunde mit mir mache.

Ich brachte mein Zeug in die Umkleide, und er stellte mir schließlich meinen "Einführungsstundentrainer" vor. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass ich erstens seit gut sechs Monaten keinen regelmäßigen Sport mehr praktiziert habe (shame on me, ich weiß), und mir zweitens mir von der Stunde nur eine kleine Hilfestellung erwartete. Doch es kam anders. Der "Trainer" stellte sich als professioneller Personal Trainer und obendrein muskelbepackter Tai Boxer heraus, und die Einführungsstunde wurde zu einem zweistündigem Full Body-Workout mit Laufband, 10 Kilo-Hanteln, Sandsackwerfen und Motivationsgeschreie inklusive. Muss ich erwähnen, dass ich am Ende sowohl körperlich als auch psychisch am Ende war? Und muss ich außerdem erwähnen, dass ich am nächsten Tage geschlagene fünf Minuten brauchte, um aus dem Bett zu kommen, weil ich vor lauter Muskelkater weder ein noch aus wusste? Ich glaube nicht.

Wie gesagt, neue Dinge auszuprobieren, ist nicht immer einfach. Heute kann ich über diese Erlebnisse lachen, deswegen hoffe ich, dass sie auch euch ein Schmunzeln entlocken konnten.

* OysterCards sind kontaktlose Karten, mit denen man die öffentlichen Verkehrsmittel Londons bezahlt.

 

Weekend-Bloggerin Lisa Krempl liebt es, den Globus zu erkunden und ihre Eindrücke und Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Als Au Pair lässt die frisch gebackene Maturantin ihre Leser auf weekend.at an ihrem Alltag teilhaben.

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