Ich war noch niemals in New York ...

Wie sang Udo Jürgens schon so schön? Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei, einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen...
Ob ich selbst so gerne reise, weil ich ein wenig auf der Flucht vor alltäglichen Sorgen und Stress bin? Möglicherweise. Fest steht allerdings, dass New York City ein Ort ist, der so viel Energie ausstrahlt, dass man alles um sich herum vergisst.

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Hoch über der Stadt am Top of the Rock (Rockefeller Center) Foto: Sandra Leitner

Ich war noch niemals in einer Stadt, die mich so geflasht hat. Ihr wollt wissen, was mein allererstes Erlebnis war? Angekommen in der Grand Central Station ging ich auf die Straße. Es war schon fast Mitternacht, und trotzdem waren die Straßen belebt, gelbe Taxis bahnten sich ihren Weg, und während mein Blick nach oben zur Spitze des berühmten Chrysler Buildings wanderte, wurde ich schon mit einem freundlichen "Welcome to New York!" begrüßt.

Ich war noch niemals an einem Ort, der eine solch große Multikulturalität bietet. Eine kurze Fahrt mit der U-Bahn reicht aus, um mit Menschen verschiedenster Herkunft auf engstem Raum in Kontakt zu sein.

Ich war noch niemals in einem Museum, das mich so berührt hat wie das 9/11-Museum. Natürlich gibt es viele andere bewegende Ausstellungen weltweit. Das Museum im Haus der Anne Frank in Amsterdam beispielsweise. Doch das 9/11-Museum hatte eine ganz spezielle Wirkung auf mich. Es befindet sich unter der Erde, und leicht überkam einen ein leichtes Frösteln, wobei ich mir oft nicht sicher war, ob es die Kälte oder die entsetzlichen Details und Bilder waren, die mir kalte Schauer über den Rücken jagten. Ich hatte dort das Gefühl, als würde das Attentat erst Monate zurückliegen, nicht schon 16 Jahre.

Ich war noch niemals in einem so großen Park wie dem Central Park. Am besten, man schnappt sich ein Rad, um zu den großen Rasenflächen mit Blick auf die Hochhäuser oder zu den Seen zu gelangen. Wer sich traut, kann auch eine kleine Bootstour umgeben von verliebten Pärchen wagen.

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Central Park Foto: Sandra Leitner

Ich war noch niemals so hoch und doch so nahe dran an einer Stadt. Natürlich gibt es in New York City eine unglaubliche Anzahl an Skyscrapern und selbstverständlich ist es ein Muss, Gebäude wie das Empire State Building oder das Rockefeller Center zu erklimmen (Vielen Dank an dieser Stelle an Elisha Graves Otis, der als Erfinder des Aufzugs gilt). Doch ganz abgesehen von den vielen Hochhäusern, die wie Bohnenranken in den Himmel wachsen, kann es auch noch höher hinausgehen: bei einem Helikopter-Rundflug über Manhattan.

Ich war in New York und noch niemals an einem himmlischeren Ort, an dem ich mich freier gefühlt hätte.

 

Sandra Leitner ist gerne und viel unterwegs. Auf ihren Reisen erlebt sie so manches Abenteuer. In ihrem Blog auf weekend.at lässt sie die Leser an ihrem abwechslungsreichen Alltag teilhaben.

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