Der erste Schnee – Roter Berg im weißen Kleid

Schon in der vergangenen Nacht kam es mir so vor, als ob die Welt draußen nicht ganz so dunkel war wie sonst, und als ich am frühen Morgen aus unserem Fenster im vierten Stock blickte, leuchtete Wien noch vor Sonnenaufgang in weißer Pracht. Mir war klar, ich würde den Vormittag bei einer Schneewanderung mit Aragon verbringen, sobald der Rest der Familie aus dem Haus war.

Der erste Schnee 3 - Cover
Stockerl mit Schnee Foto: SMc

Alexander (10) machte sich in voller Montur auf den Weg: heute zusätzlich ausgerüstet mit Handschuhen und Skihose - voller Vorfreude den Schneeballangriffen seiner Freunde entgegenblickend. Thomas-Teenager (13) war nicht ganz so enthusiastisch, und ich musste ihn überreden, heute die Nikes gegen warme Stiefel einzutauschen und sein Outfit um eine Haube zu erweitern.

Aragon konnte es kaum erwarten, dass es raus ging. Als wir aus der Haustür traten, war er überrascht, alles mit dieser weichen, leuchtend weißen Schneedecke bedeckt vorzufinden. Erst blieb er kurz stehen und zog dann wie ein Wilder an der Leine, um möglichst alles vor dem Haus zu beschnuppern. Unser Ziel war der Rote Berg im 13. Gemeindebezirk. Das Schöne dort ist, dass Hunde auf einer großen Fläche ohne Leine frei laufen können.

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Blick vom Berg auf den 13. Bezirk Foto: SMc

Was uns dort erwartete, war der pure Wintertraum! Der Schnee lag mehrere Zentimeter dick auf Wiesen und Bäumen, sodass man sich wie im Märchen vorkam. So früh am Morgen waren noch nicht viele Spaziergänger unterwegs. Eine Oase der Ruhe! Kaum zu glauben, dass man sich in der Großstadt Wien befand.

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Schöne weiße Winterwelt Foto: SMc

Aragon genoss die Freiheit und flitzte - die Nase am Boden - wie ein kleiner Schneepflug los. Wir sind oft am Roten Berg, aber heute schien alles wie neu. Die Landschaft trug ein sauberes weißes Kleid, und der Schnee machte das Schnuppern noch interessanter!

Aber was wäre ein Ausflug, ohne einen Stock zum Spielen gefunden zu haben? Ein Stockerl muss sein, damit es so richtig Spaß macht! Das kann Frauli werfen und dann wird Aragon zum wilden Jäger. Erst bringt er mir seinen Fund, dann muss ich ihn so weit wie möglich wegschleudern. Unser Jagdhund erbeutete das heute recht lang und schwer geratene Aststück, packte es mit dem Maul und trabte triumphierend, mit hoch erhobenem Haupt, durch die weiße Landschaft. Und je größer der Stock, umso stolzer ist der Hund!

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Frauli, warum sitzen? Es ist kalt am Popsch! Foto: SMc

Schade, dass der Schnee am Nachmittag schon wieder langsam weggeschmolzen ist, aber wir hoffen auf jeden Fall auf weiße Weihnachten!

Bis bald!

Liebe Grüße

Eure Silvie mit Aragon

 

Silvia Mc Intyre lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und Hund in Wien. An ihrem abwechslungsreichen Familienleben lässt die vielseitig interessierte Weekend-Bloggerin unsere Leser teilhaben.

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