Als Neuling London erkunden ... Schritt für Schritt

Nach der ersten Woche als AuPair kann ich bereits einige wertvolle Schlüsse ziehen: Lerne schnell. Nimm' Kritik ernst, aber nicht persönlich. Eine Woche auf dem Zimmer verbringen ändert nichts an deiner Angst vor der Stadt – geh' raus. Lerne Menschen kennen.

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Tate Modern Gallery Foto: Lisa Krempl
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London Eye Foto: Lisa Krempl

Mittlerweile bin ich bereits eine Woche Au Pair. Mein "Arbeitstag" beginnt um 10.30 Uhr. Das allein macht mich als überzeugten Langschläfer schon mal sehr glücklich. Ich kümmere mich dann bis 13.00 Uhr um meine kleinen Schützlinge, die überraschenderweise nicht schwer zu handhaben sind. Ich habe das Glück, auf zwei glückliche, leicht unterhaltene Baby aufpassen zu dürfen. Um 12.00 ist die große Raubtierfütterung mit Babybrei-Herumgewerfe und ein paar kleinen Tränenausbrüchen inklusive. Dann geht’s auch schon wieder ab ins Bett. Nicht ich natürlich. Die Zwillinge halten von 13.00 bis 15.30 Uhr ihr Mittagsschläfchen. Nach dem Aufstehen macht meine Gastmutter einen Spaziergang mit ihnen. Je nach Tagesverfassung begleite ich sie oder widme mich in der Zwischenzeit anderen Dingen. Zum Beispiel die Umgebung erkunden und Freunde finden. Und das tat ich auch.

Schon nach ein paar Tagen hielt ich es in meinem Zimmer nicht mehr aus. Ich musste raus. Trotz pochendem Herzen und der Angst, mich völlig zu verirren. Also ging ich das erste Mal alleine los. Und auch, wenn es nur ein ausgiebiger Spaziergang, ein Café-Besuch und ein Stopp am Pizza-Stand war, fühlte ich mich danach großartig. Der erste Schritt war getan. Am Wochenende folgte dann der nächste Sprung in kalte Wasser. Ich traf mich mit zwei anderen Au Pairs. Glücklicherweise machten es mir Jules, ebenfalls aus Österreich, und Jane aus Dänemark leicht, mich sofort wohl zu fühlen. Gemeinsam machten wir uns daran, London unter die Lupe zu nehmen. Der erste Stopp auf der Liste war China Town. Zugegeben: Ich hatte mir ein bisschen mehr erwartet, und das Restaurant, das wir dort besuchten, war auch nicht atemberaubend - trotzdem bin ich froh, dieses bekannte Viertel auch endlich mal selbst gesehen zu haben. Zu Fuß erkundeten wir von dort die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Londons: Trafalgar Square, Big Ben (von dem ja aktuell nicht viel zu sehen ist dank Restaurierungsarbeiten), Westminster Abbey, London Eye ...

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Foto: Lisa Krempl

Bei einem kurzen Stopp in einem schummrigen Pub mit einer dampfenden Tasse Kaffee in den Händen besprachen wir dann, wie es weiter gehen sollte. Wir entschieden uns schließlich für die Tate Modern Gallery. Das eindrucksvolle Gebäude beherbergt auf mehren Etagen Galerien für moderne Kunstgemälde, Skulpturen und Fotografien. Ein Fest für jeden Kunstliebhaber. Doch auch für Laien wie mich ist es auf jeden Fall einen Besuch wert, da das Gebäude neben Kunst auch noch einen großartigen Ausblick zu bieten hat. Mit dem Lift oder per Treppe geht es hinauf in den zehnten Stock, wo den Besucher ein 360°-Ausblick über London auf einer Freiluft-Terrasse erwartet. Eine wirklich sehenswerte Erfahrung ...

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Foto: Lisa Krempl

Abends bin ich dann übrigens ab fünf Uhr wieder im Einsatz. Ich füttere, bade, wechsle Windeln, gebe Fläschchen. Ich mache komische Tiergeräusche und schneide Grimassen, um die Babys bei Laune zu halten. Ich lese Gute-Nacht-Geschichten, die ich selbst spannender finde als die kleinen Zuhörer selbst. Und dann ist Schlafenszeit, und ich freue mich auf die Skype-Dates mit meinen Liebsten zu Hause. Genieße das kleine Stückchen Heimat auf meinem Laptop-Bildschirm.

 

Weekend-Bloggerin Lisa Krempl liebt es, den Globus zu erkunden und ihre Eindrücke und Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Als Au Pair lässt die frisch gebackene Maturantin ihre Leser auf weekend.at an ihrem Alltag teilhaben.

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