Lukas' Tech Blog: LG G6 im Test - Alles Display oder was?

Eines der TOP-Smartphones 2017 ist auf meinem Schreibtisch gelandet - das LG G6. Mit dem fast rahmenlosen Display tritt es gegen den Konkurrenten Galaxy S8 an. Wie sich das südkoreanische Flaggschiff in meinem beinharten Test schlägt erfahrt ihr hier.

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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger
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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger
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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger
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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger
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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger
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Foto: Weekend Magazin/Steinberger

Also: Wenn es um Smartphones geht, gehört LG für mich zu den unterschätztesten Herstellern der Branche. Denn seit dem LG G2, das ich mein eigen nennen durfte, machen die Südkoreaner hervorragende Smartphones, stehen dabei aber immer noch im Schatten des ebenfalls aus Südkorea stammenden Platzhirschen Samsung. Nach dem innovativen G5 von 2016, das mit Modularität auftrumpfen wollte, damit aber leider komplett unterging, kehrt LG mit dem G6 wieder zu einer klassischeren Variante zurück. Was nicht heißen soll, dass das Smartphone nicht sehr gelungen ist!

Design - keine graue Maus!

Perfekt trifft es hier wohl am besten. Das G6 ist sehr wertig, hinten und vorne mit Glas überzogen, gestützt von einem Metallrahmen. Für diesen Test habe ich die graue Version erhalten. Es gibt weder Spaltmaße noch Fehler in der Verarbeitung - wirklich gelungen! 

Die Vorderseite - fast ein einziger Display. Der IPS-LCD-Screen überzeugt mit einer Größe von 5,7 Zoll und einem Display/Rahmen-Verhältnis von knapp 80 Prozent (Galaxy S8: 83 Prozent). Heißt: Es gibt keinerlei Buttons auf der Vorderseite.

Seitlich finden sich der Lauter/Leiser-Button, aber kein Power-Button. Hier setzt LG auf eine Eigenheit: Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite des Smartphone ist gleichzeitig der Ein/Aus-Schalter. Wer jetzt meint: "Unpraktisch, wenn das Handy am Tisch liegt!", dem sage ich - jein. Dafür gibt es den Knock-Code. Man kann das G6 mit einer gewählten Kombination aus Tipsern aufs Display aufwecken. Wer sich erst einmal daran gewöhnt hat, will es nicht mehr missen. Der Fingerabdrucksensor arbeitet zuverlässig, wenn auch nicht so ultraschnell wie bei manch anderen Geräten. Ansonsten ist auf der Rückseite noch die Dual-Kamera angebracht und das war's. Puristisch und schön.

Das LG G6 hat übrigens einen Kopfhörer-Ausgang und wird über USB Typ C geladen. Es ist nach IP68 wasserdicht und staubgeschützt bzw. übersteht damit kurze Tauchgänge in 1,5 Meter Tiefe bis zu 30 Minuten.

Technik - Always on!

Im G6 steckt ein potenter Prozessor - der Snapdragon 821. Zur Seite stehen ihm 4 GB RAM und 32 GB Speicher (per microSD erweiterbar). Damit lässt es sich sehr flott durch die LG-eigene Software namens LG UX 6.0 browsen. Den Unterboden bietet Android 7.0 Nougat. Die Software ist durch viele nützliche Features erweitert und man findet sich schnell zurecht. Ruckler oder Verzögerungen sind mir keine aufgefallen - das Gerät läuft geschmeidig.

Eine Besonderheit gibt es jedoch. Auf das ungewöhnliche Display-Verhältnis von 18:9 (statt 16:9) sind einige Apps noch nicht optimiert. Dies kann zu minimalen Darstellungsfehlern am oberen und unteren Rand führen, ist jedoch nicht störend und kann über die Software behoben werden.

Das große Display erweist sich als wahrer Hingucker, ich habe wirklich viel Platz für Videos, zum Browsen und ja - auch Pokemon Go hat selten so viel Spaß gemacht.

Ein weiteres Highlight - die beiden Kameras. Die eine ist eine „normale“ Smartphone-, die andere eine Weitwinkel-Kamera - derzeit das Beste am Markt. Mit beiden lassen sich exzellente Fotos machen. Die Weitwinkel-Kamera eröffnet außerdem komplett neue Perspektiven und ist wirklich mehr als nur Spielerei - anders wie das bei so manch anderer Dual-Kamera der Fall ist.

Bisher lag alles im grünen Bereich - wenn da nicht der Akku wäre. 3.300 mAH sind zwar am Papier ausreichend - als Heavy User musste ich allerdings manchmal zittern, ob sich das noch ausgeht. Viel WhatsApp, ein wenig Pokemon Go, Musik streamen, Telefonieren usw. haben den Akku vom LG G6 doch mehr strapaziert als mir lieb war. Fairerweise muss ich sagen, dass ich aber bis auf einmal in der gesamten Testzeit über den Tag gekommen bin. Abends war die Akku-Anzeige vor dem Schlafengehen aber meistens nur mehr einstellig. Das Problem ist auch: Erstmalig lässt sich der Akku bei einem LG-Flaggschiff nicht mehr austauschen.

Mit der Laufzeit muss man also leider leben - oder auch nicht. Ein weiterer kleiner Schwachpunkt ist der Lautsprecher, der mich nicht überzeugt hat. Mein absolutes Highlight dagegen - das Always-On Display. Selbst wenn der große 5,7 Zoll große Screen aus ist, werden Benachrichtigungen und die Uhrzeit trotzdem angezeigt. Sogar mit den richtigen App-Symbolen. Extrem nützlich - ich werde es vermissen!

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Foto: Weekend Magazin/Steinberger

Fazit

LG hat 2017 ein beeindruckendes Flaggschiff gezaubert und macht fast alles richtig. Warum nur fast?

Einerseits gibt es vom G6 mehrere Versionen - in der europäischen jedoch fehlt zum Beispiel Wireless Charging (nur bei der US-Version erhältlich)! Warum, ist mir unverständlich - denn ich mag Wireless-Charging und hab' mir vor einiger Zeit extra eine IKEA-Lampe mit Wireless-Ladestation gekauft. Die bleibt aber leider auch beim G6 ungenutzt! Weiters teste ich für das Weekend Magazin auch Autos und immer öfter begegnen mir Wireless-Ladeschalen in den neueren Modellen.

Zum Preis sei gesagt: LG verwendet für das G6 nicht mehr die allerneueste Hardware, ruft aber eine UVP (Unverbindliche Preisempfehlung) von 749 Euro aus. Das ist in meinen Augen zu viel! Die Preise sind zwar mittlerweile ordentlich gesunken, aber dennoch hat LG hier die Chance vertan, mit einem günstigeren Einstiegspreis Marktanteile von den großen Drei (Samsung, Apple, Huawei) wegzuknabbern. Die liefern sich ja wahre Preisgefechte nach oben - LG hätte hier wirklich auftrumpfen können, denn vergleichbare Smartphones gibt es bereits um rund 400 Euro zu kaufen (z.B. Oneplus 3T, ZTE Axon 7).

Alles in allem ist das G6 ein sehr solides Smartphone geworden und wird sicher seine Freunde finden. Ich mochte es sehr gerne, mir haben aber irgendwie die Innovation und das gewisse Extra gefehlt. Ich gebe dem LG G6 trotzdem solide 7 von 10 Tech Blog-Bewertungspunkten.

Noch einmal kompakt die Pros und Cons:

Pros:

  • Exzellente Verarbeitung
  • Flotte Hardware
  • Software aktuell
  • Dual-Kamera mit tollen Bildern

Cons:

  • Akku
  • UVP zu hoch

Hier noch eine Auswahl an Bildern die ich mit dem G6 gemacht habe:

Das Testgerät wurde mir von LG für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt.

Bis zum nächsten Mal!

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

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