Unser Hund - das dritte Kind

Nun bin ich noch am Überlegen, ob das Fragezeichen in der Überschrift nicht lieber einem Ausrufezeichen weichen sollte. Tatsächlich ist es nämlich so, dass ich mich fühlte, als würde ich bald ein Kind adoptieren, nachdem der von uns ausgewählte Labrador-Züchter mir mitgeteilt hatte, dass Aragon und seine sechs Geschwister geboren waren. Es stand gleich fest, dass wir ihn nehmen, denn in dem Wurf gab es einen einzigen goldenen Rüden, was genau unserer Wunschvorstellung entsprach.

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Piratenbettwäsche für ALLE! Foto: SMc

Wir, das sind übrigens meine beiden Buben Thomas (13) und Alexander (10), mein lieber Mann Tim und ich, die Hundemama Silvie. Ja, genau "Hunde-MAMA", denn für Aragon bin ich die MAMA, so kennt er mich, denn so werde ich von den Kindern gerufen und was für die gilt, hat Aragon für sich selbst auch beansprucht – also, drittes Kind eben…!

Unserer Entscheidung für Aragon gingen einige Monate Recherche im Internet voraus. Besuche bei verschiedenen Labrador-Züchtern in Wien, Niederösterreich und Burgenland füllten unsere Wochenenden. Schließlich wollten wir den Hund, der genau zu uns passt und wollten die Hundemütter vorher kennenlernen und mit ihren Züchtern sprechen.

Inzwischen kann ich sagen, dass nicht nur wir den richtigen Hund für uns, sondern auch Aragon die Menschenfamilie gefunden hat, die zu ihm passt. Warum Aragon mein Selenhund ist und als fünftes Familienmitglied gar nicht mehr wegzudenken, erfahrt Ihr in einem meiner nächsten Beiträge.

Jetzt aber zurück zum Anfang: Mit vier Wochen durften wir Aragon das erste Mal besuchen und es war ein Erlebnis, an das wir heute noch gerne zurückdenken. Das kleine Knäuel passte genau in meine beiden Hände, ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen und am liebsten hätte ich ihn gleich mit nach Hause genommen.

Trotz Liebe auf den ersten Blick zu diesem kleinen Fellbündel siegte die Vernunft, na ja, ehrlich gesagt vor allem der tiergerechte fixe Zeitplan der Züchterin, wonach wir Aragon erst frühestens mit acht Wochen abholen durften.

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My Box is my Castle Foto: SMc

Zuhause wartete schon eine Hunde-Box auf ihn, die wir uns nach ausführlicher Recherche der Erstlings-Hundeausstattung besorgt hatten. Auf Anraten des Züchters und vieler Hunde-Ratgeber setzten wir unseren Aragon am Abend, als alle schlafen gehen wollten, in die Box und versuchten erst mal sein Winseln zu ignorieren, das kurze Zeit später einsetzte. Er würde sich schon daran gewöhnen, dachten wir. Außerdem campierten Mann und Kinder auf Matratzen vor der Box, damit sich unser kleiner Familienzuwachs nicht allzu einsam fühlte.

Nun ja, was soll ich sagen, wir versuchten wirklich einige Tage konsequent zu sein, aber ein Hund ist nun ganz sicher kein Käfig-, sondern ein Rudeltier, was wir einfach nicht ignorieren konnten. So suchte Aragon in der neuen Umgebung die Nähe seiner Mitbewohner und konnte erst dann ruhig schlafen, wenn er sich bei ihnen geborgen fühlte.

Also befreiten wir unseren Aragon bald von der Pflicht, die Box nachts bewohnen zu müssen, und er durfte sich seinen Schlafplatz selbst aussuchen. Bevorzugt nächtigt er nun abwechselnd (er wandert nachts bestimmt vier bis fünfmal von einem Platz zum anderen) auf Sofa, Sessel oder am Fußende von Alexanders Bett, wo er sich besonders wohl fühlt.

Nein, in unser Ehebett darf er nachts nicht, da war ich von Anfang an streng, und er hat es inzwischen akzeptiert, wahrscheinlich weil der breite Sessel vor der Schlafzimmertür auch recht bequem ist.

Tagsüber ist das etwas anderes, am Wochenende lese ich manchmal gerne stundenlang auf meinem bequemen Bett, dann freut es mich besonders, wenn Aragon die Gelegenheit zum Kuscheln wahrnimmt und mir meine Füße wärmt.

Nun ist die Urlaubszeit noch nicht lange her und für uns stand fest: kein Urlaub ohne Aragon, unser "drittes Kind" muss unbedingt mit. Er gehört einfach inzwischen so fest zur Familie, dass er uns fehlen würde und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie verlassen er sich vorkäme, wenn wir ihn zurückließen.

Und deshalb freuen wir uns, dass Aragon uns noch die nächsten hoffentlich 10-12 oder mehr (?) Jahre begleiten wird!

Liebe Grüße

Eure Silvie & Aragon

 

Silvia Mc Intyre lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und Hund in Wien. An ihrem abwechslungsreichen Familienleben lässt die vielseitig interessierte Weekend-Bloggerin unsere Leser teilhaben.

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