Überlebenstraining: Kranksein mit Katzen

Und wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Kätzchen daher. Ein grippaler Infekt hat mich neulich neun Tage außer Gefecht gesetzt. Da ist das Duschen schon anstrengend. Mit Haustieren wird die Genesung jedoch zur Challenge. Sie lassen dich einfach nie in Ruhe.

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Das muss Liebe sein. Foto: Conny Engl
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Und täglich grüßt der Saustall. Foto: Conny Engl
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Schlafen Sie gut, Sir! Foto: Conny Engl
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Ella hat sich gefreut, dass ich so viel daheim war. Foto: Conny Engl
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Er kann in allen Positionen schlafen, nur mich lässt er nicht schlafen. Foto: Conny Engl
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So weich die Super-Flauschi-Decke. Foto: Conny Engl
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Manchmal teilen sich die beiden sogar ein Betterl. Foto: Conny Engl
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Aufgrund der vielen Zeit, die wir miteinander verbracht haben, hat sich eine richtig starke Bindung aufgebaut. Foto: Conny Engl

Ich wache mitten in der Nacht auf, weil Ella und Carlos beschlossen haben, wieder einmal wie Woody Woodpecker durch die Wohnung zu jagen. Ich kuschle mich tiefer in meine Decke und versuche weiterzuschlafen. Morgens, sieben Uhr: Mit hämmerndem Kopfschmerz, angeschwollenem Hals und verstopfter Nase versuche ich mich vor Ellas Zunge zu verstecken. Ich will einfach liegen bleiben, um zu "sterben". Meinen Katzen ist das aber herzlich egal – sie haben Hunger. Jetzt! Ich quäle meinen Körper aus dem Bett, um ihnen zu geben, was ihnen zusteht und stolpere dabei über jede Menge Katzenspielzeug. So viel Klumpat überall!

Mama!

Ich pflanze mich mit meiner Super-Flauschi-Decke auf die Couch. Von der kuschelweichen Decke ebenso begeistert, rückt Carlos gar nicht mehr von meiner Seite. Irgendwie dürfte das alles Kindheitserinnerungen in ihm wecken. Denn: Zum üblichen "Treteln" auf meiner Brust kommen auf einmal "Zuzl-Geräusche" dazu und er versucht durch mein T-Shirt hindurch Nahrung zu bekommen. Ach, Burli!

Wisch und weg

Mittags: Lustlos bereite ich mir eine Packerlsuppe zu. Während diese vor sich hin köchelt, miste ich die Katzenklos aus und denke bei mir: "Mit einem Hund müsstest du jetzt auch noch rausgehen. Da geht’s dir mit Katzen ja richtig gut." Vorsichtig versuche ich den heißen Teller voll Glutamat ins Wohnzimmer auf den Couchtisch zu bringen – die beiden tänzeln zwischen meinen Füßen – und es kommt, wie es kommen musste: der halbe Teller ist verschüttet. Zu schwach, um mich zu ärgern, wische ich alles sauber und starte erneut einen Versuch. Nach dem "Essen" beim Einräumen in den Geschirrspüler, höre ich plötzlich ein Geräusch. Carlos, was hast du jetzt schon wieder angestellt? Scheinbar hat er sich einen Kampf mit der Teekanne geliefert – er hat gewonnen. Wieder kann ich Schwamm und Küchenrolle holen ...

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Was für ein schönes Leben Foto: Conny Engl

Ruhelos

Im Fernseher läuft "Zwischen Tüll und Tränen" – genau das Richtige, um wieder zu schlafen. Carlos schmiegt sich unschuldig an meinen Hals und schläft schnurrend ein. Er ist ja so süß! Ich nicke ebenfalls ein und wache eine halbe Stunde später mit steifem Genick auf, weil ich Würgegeräusche höre. Ella muss sich übergeben und macht das natürlich auf den Teppich. Hat man denn hier nie seine Ruhe? Zum dritten Mal an dem Tag wische ich sauber und frage mich ernsthaft, warum ich mir das antue, Katzen zu halten. Ich bin krank – da sollte sich jemand um mich kümmern, nicht umgekehrt!

Ein bisschen Selbstmitleid muss sein

Müde und grantig versuche ich wieder einzuschlafen, doch nach zehn Minuten höre ich ein Scharren im Katzenklo. Zwei Minuten später dringt der Geruch von Fäkalien in meine Nase. Toll. Ich mag nicht aufstehen. Ich mag wirklich einfach nur schlafen! Das Fenster kann ich auch nicht aufreißen – huschi! Aber der Gestank ist nicht auszuhalten. Um 17:00 Uhr bin ich gerade so richtig herrlich am Wegdriften, als meine Wohnung plötzlich anfängt zu vibrieren. Der Nachbar ist zu Hause. Und Techno-Musik ist wohl nur toll ab einer gewissen Lautstärke. Womit habe ich das verdient? Ich ziehe die Decke über den Kopf.

Ich spüre Katzenpfoten auf meinem Körper, eine Zunge, die über meine Hand schleckt. Ich sehe Carlos, wie er auf der Couch mit dem Küchenschwamm spielt. Ella liegt neben mir und miaut auffordernd. Schon klar, ihr habt wieder Hunger. Na, bei dem Lärm kann ich sowieso nicht schlafen. Nachdem ich den beiden feine Lachsstücke in Sauce serviere, wärme ich mir die restliche Packerlsuppe auf. Wer von uns bekommt hier eigentlich das bessere Essen, frage ich mich.

Herzerwärmend

So anstrengend die kleinen Quälgeister auch sind – wenn ich ihnen abends zusehe, wie sie zusammen auf der Couch liegen, kuscheln und sich gegenseitig putzen oder später im Schlafzimmer gemeinsam in einem Bettchen einschlafen – da wird mir warm ums Herz. Irgendwo bin ich ja trotzdem froh, dass ich sie habe.

 

Weekend-Redakteurin Conny Engl ist seit einigen Monaten Katzenmama. Ella und Carlos heißen ihre beiden Mitbewohner, wobei sie scherzhaft einräumt, dass mittlerweile eher sie die Mitbewohnerin ist als umgekehrt. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse und vieles mehr rund um das Thema Katzenhaltung.

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