Kinderkrippe: Neubeginn für Groß und Klein

Wir haben schon ein Jahr Kinderkrippe hinter uns. Trotzdem weiß ich noch ganz genau, wie schwer uns das manchmal fiel und wie schwer es auch jetzt noch zwischendurch ist. Hier ein paar Erfahrungen und kleine Tipps, die vielleicht auch euch helfen.

Kinderkrippe - Kopie
Foto: pixabay.com

Im Gespräch mit einer befreundeten Mama wurde mir unser eigener Einstieg in die Kindergrippe wieder in Erinnerung gerufen. Bambam war grade eineinhalb Jahre alt, und für mich schien das viel zu früh. Aber ich wollte arbeiten, studieren, etwas weiter bekommen, und ich wusste, dass es ab dem Frühjahr notwendig sein würde. Daher fing ich schon im Herbst an, ihn einzugewöhnen. Das eigene Kind in die Krippe/den Kindergarten zu stecken ist nie leicht. Wir lassen immer wieder ein Stückchen los, lassen die Kinder wachsen, in sozialen Gruppen entwickeln und geben ein Stück Kontrolle, aber auch Verantwortung ab.

Bereue ich es, mein Kind in die Krippe gesteckt zu haben?

Also nach diesem Jahr Kinderkrippe kann ich besorgten Mamas sagen: Ihr werdet euer Kind nicht verlieren. Es wird immer als erstes zu dir laufen, es wird an dir seine Gefühle rauslassen, du wirst sein Fels in der Brandung sein. Ich erlebte es sogar als ziemlich wertvoll für ihn, denn was mein Bambam in diesem Jahr gelernt hat, ist phänomenal. Und da geht es um Dinge, die ich als Mutter im Alltag gar nicht schaffe: Lieder, Spiele, Erlebnisse von Gemeinschaft und Gruppe. Zwischen Herd und Waschmaschine, und Job(suche) steckt man dann doch mehr fest, als man sich das eingestehen möchte. Für mich ging es in diesem Jahr um die perfekte Balance, um ein Ineinandergreifen der pädagogischen Institution mit mir als Mutter. Und das hat funktioniert. Daher: Die Kinderkrippe war eine Bereicherung für uns, sie hat uns viel Gutes gebracht, und vielleicht auch mal Unbequemes, aber es gibt halt kein Licht ohne Schatten.

Was hilft beim Einstieg in die Krippe/den Kindergarten?

Logischerweise habe ich mir damals viele Gedanken gemacht, und viel gelesen und recherchiert. Einiges war einfach selbstverständlich, anderes mir neu. Uns haben damals folgende Dinge geholfen:

  • Solange du kannst, sei dabei, und in enger Absprache mit den PädagogInnen geh' mal stundenweise weg. Dein Kind wird lernen zu vertrauen, dass du wieder zurückkommst.
  • Gib euch viel Extra Kuschel- und Spielzeit, wenn ihr dann zu Hause seid.
  • Plane dein Kind vor allem in der Eingewöhnungszeit NICHT zu. Es wird alle Ressourcen brauchen, um die Eingewöhnung in der Institution zu verarbeiten.
  • Lass' es seine eigenen Vertrauten in der Kindergrippe bzw. im Kindergarten finden. Die Kleinen fühlen schon sehr gut, wo und mit wem sie sich wohlfühlen und finden in der Regel ihre Vertrauensperson innerhalb der Gruppe selber.
  • Gib ihm ein "Übergangsobjekt" mit - Teddy, Puppe, Auto, Kuscheltuch. Vollkommen egal. Etwas, das es mit Zuhause assoziiert und mit dem Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Sollte euer Kindergarten die Stofftiere in Kisten abgeben lassen, sprich mit den PädagogInnen. Gerade in der Eingewöhnungszeit sollte es Sonderregelungen geben.
  • Sei nicht überrascht, wenn es nach etwa einem Monat (der Zeitrahmen ist aber individuell unterschiedlich) eine Krise gibt. Denn das ist der Zeitpunkt, wenn die Kids checken, dass das keine vorübergehende Lösung ist, sondern auch so weitergehen wird.
  • Kommuniziere mit den PädagogInnen. Auch wenn man manchmal denkt, sie sind die Profis, und müssten alles wissen. Auch Profis sind Menschen und brauchen alle Informationen. Und du bist der Profi für dein Kind. Grade anfangs könnt ihr sie zur Persönlichkeit eures Kindes informieren, das erleichtert es ihnen im Umgang mit euren Kindern, auf deren Bedürfnisse einzugehen.

Sei geduldig mit euch und der Eingewöhnung, und lasst euch nicht verunsichern!

Wie auch immer ihr durch diese Zeit kommt, es ist ein Neubeginn. Es ist ein allmähliches Loslassen und Vertrauen. In die Fähigkeiten unserer Kinder, in die Fähigkeiten von anderen Menschen, Institutionen. Gerade ältere Menschen beschweren sich häufig bei mir darüber, dass es "früher" besser war, weil die Mutter länger bei den Kindern war. Aber dem stimme ich nicht vollauf zu. Denn "früher" waren die Kinder halt viel mehr bei Großeltern, Tanten und Onkels, oder größere Geschwister haben auf sie geschaut. Ist das besser? Ich weiß es nicht.

Aber ich weiß, dass Bambam mir mindestens zehn neue Kinderlieder aus der Krippe beigebracht hat. Dass er zu jedem Feiertag mit einem quasi selbstgebastelten Geschenk heimkam. Und dass er als Krippenkind einen engmaschigen Betreuungsschlüssel hat, so dass er wirklich betreut wird und nicht in einer Riesengruppe verloren geht. Ich bin froh, dass er aufgrund seines Geburtstages im Dezember noch ein Jahr in der Krippe hat. Denn ich freue mich, dass er all die schönen Dinge nochmal genussvoll erleben kann. Unser zweites Jahr wird leichter, weil ich schon zu vertrauen gelernt habe und weil wir jetzt einfach wissen, wie es geht.

Darum lass' dir Zeit, sei verständnisvoll mit dir und deinem Kind. Irgendwann macht das alles Spaß ?!?

 

Katharina Gindra-Vady ist Mutter, Pädagogin, Bloggerin, Model, Moderatorin, ehemalige Flugbegleiterin. Die große Leidenschaft der Steirerin ist das Schreiben.

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