Zwischen Liebe und Wahnsinn

Geht es Ihnen auch so? Sie lieben Ihre Katzen, ganz klar. Aber manchmal treiben die Vierbeiner einen schon in den Wahnsinn, oder?! Ab und zu frage ich mich dann: Warum tue ich mir das eigentlich an?

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Ein Herz und eine Seele – den beiden zuzusehen macht richtig Freude. Foto: Conny Engl
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Sie sind soo friedlich, wenn sie schlafen. Foto: Conny Engl
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Das Putzen ist aber auch anstrengend – da kann man schon mal einschlafen. Foto: Conny Engl
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Lieblingsplatzerl am Fenster. Foto: Conny Engl
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Liegen: irgendwie, aber hauptsache ganz nahe beim Frauli. Foto: Conny Engl
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So schläft Carlos am liebsten ein. Foto: Conny Engl
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Mein Beschützer. Foto: Conny Engl

Ich könnte mir ein Leben ohne Ella und Carlos nicht mehr vorstellen. Die beiden geben mir extrem viel Kraft, Liebe und Geborgenheit. Wäre da nicht dieses ABER. Ab und zu rauben sie mir nämlich wirklich die letzten Nerven. Da könnte ich schreien. Natürlich schreie ich sie niemals an, darf man ja nicht ... außerdem bringt’s nichts!

Bright side of cat-life

Wenn ich heimkomme, warten Ella und Carlos schon vor der Tür auf mich, begrüßen mich mit einem langen Miau und tänzeln zwischen meinen Beinen hin und her. Natürlich könnte man jetzt behaupten, die Freude mich zu sehen, rührt nur da her, dass ich ihnen Futter gebe. Ich sage, sie freuen sich vor allem auf mich, weil sie mich lieb haben. Und ja, natürlich ist es auch für mich ein schönes Gefühl, dass jemand zu Hause auf mich wartet. Mit Haustieren bist du nie einsam.

Ich finde es wunderbar, die beiden um mich zu haben, mit ihnen zu spielen und zu kuscheln. Ich liebe es, wenn sie sich schnurrend zu mir oder auf mich legen, mich mit diesem liebevollen Blick ansehen, gar nicht nahe genug bei mir sein können und schließlich in meinen Armen einschlafen. Ich liebe unsere "Gespräche". Und ich liebe es, wie sie mich zum Lachen bringen. Wenn ich ihnen zusehe, wie sie miteinander raufen, sich abschlecken, einem Licht oder einer Fliege nachjagen bzw. andere witzige Kunststücke aufführen. Ich muss auch lachen, wenn Carlos wieder mal ein "Butschi" auskommt, wenn ich ihn hochhebe – wobei das schon wieder so an der Grenze zu nicht-lustig balanciert, denn es stinkt oft bestialisch, wenn er die Wohnung vergast.

Über die Schattenseiten des gemeinsamen Schlafens im Schlafzimmer habe ich ja schon berichtet. Dennoch: Seit die beiden in meinem Leben sind, schlafe ich ganz beruhigt ein. (Das war nicht immer so.) Obwohl sie natürlich keine Wachhunde sind, und mir nicht helfen könnten/würden, wenn sich ein Einbrecher in meine Wohnung verirrt – fühle ich mich sicher und geborgen und dafür bin ich ihnen wirklich dankbar.

Die Kehrseite

Tja, und dann gibt es da die Momente, die ich so gar nicht zum Lachen finde. Das fängt um sieben Uhr morgens an. Da glaubt Ella, mich liebevoll wecken zu müssen und schleckt mein ganzes Gesicht ab – du kannst dich vor ihr nicht verstecken! Natürlich ist das süß, aber ich weiß, wo sie mit ihrer Zunge sonst noch überall drüberschleckt ... Hat Ella mich schließlich so weit, dass ich mich aus dem Bett begebe, steckt mein großer Zeh schon zwischen ihren Zähnen. Unter fruchtlosen Protesten und Gefauche meinerseits versuche ich meine Füße irgendwie in die Küche zu transportieren, um den Lieben pünktlich ihr wohlverdientes Essen zu geben. Währenddessen "schärft" sich Carlos auf der Futterschüssel-Unterlage seine Krallen, wodurch das Wasser verschüttet wird – naja, gehört eh gegen ein frisches getauscht.

Sobald die beiden essenstechnisch versorgt sind, und ich die Katzenklos ausgemistet habe, bin ich dran! Ich verwöhne mich mit einer langen heißen Dusche, die jedoch schon nach kürzester Zeit gestört wird – Carlos möchte gerne mitduschen. Nachdem er sich aber meist doch erschrickt, weil es gar so nass ist in der Wanne, hüpft er wieder hinaus und verteilt seine nass-dreckigen Pfotenabdrücke in der ganzen Wohnung. Manchmal stößt er dabei noch Kerzen und Shampoos von der Wannenkante. Dinge runterzuschmeißen ist überhaupt eine von Carlos’ Spezialitäten. Der Wäscheständer sieht für ihn, glaube ich, aus wie der Spielehimmel.

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Carlos will immer und überall mit dabei sein. Foto: Conny Engl

Ella hingegen sucht eher die Herausforderung und ist gefinkelter. Im Schlafzimmer habe ich etwa einen Schiebetürenschrank – für sie gibt es nichts Schöneres, als diesen aufzubekommen (fragt mich nicht, woher sie die Kraft nimmt) und anschließend Kleider und Gürtel herauszufischen, zu beknabbern und durch die Wohnung zu schleifen. Mein schönes und vor allem einziges Dirndl wurde auch bereits Opfer ihres komischen Spieltriebs.

Hair

Dann sind da die Haare ... sie können nichts dafür, aber ihre Haare sind wirklich überall verteilt, sie fliegen in der Luft, sie heften sich an die Kleidung, ... Alle zwei Tage bürste ich meine "Fellmonster". Da zeigen sich die unterschiedlichen Charaktere der beiden recht gut. Während Carlos sich gleich erwartungsvoll hinlegt und sich auf eine Massage freut, kann ich Ella überall hin nachrennen, sobald ich den Handschuh auspacke. Ich verstehe es wirklich nicht. Sie sieht ja, wie Carlos das Bürsten genießt und sogar ihr selbst kommen dann schnurrende Laute aus, aber irgendwas hat sie gegen den Handschuh.

Sie sind ja so lieb

Von den (manchmal auch unfreiwilligen) gemeinsamen Spielsessions mit meinen Katzen, trage ich meist mindestens drei Kratzer davon. Egal ob Beine, Füße, Arme, Hände oder Dekolleté – meine vielen Blessuren sind nicht übersehbar. Wenn Freunde oder Bekannte wieder eine neue Wunde an mir entdecken, lachen sie hämisch und sagen: "Jaja, sie sind ja so lieb, deine Wildkatzen."

Aber: Sie sehen es ja auch an den Fotos. Wenn Ella und Carlos friedlich schnurrend bei mir liegen, ist einfach alles vergessen und verziehen.

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Hier bin ich daheim, hier fühl ich mich rundum wohl. Foto: Conny Engl

 

Weekend-Redakteurin Conny Engl ist seit einigen Monaten Katzenmama. Ella und Carlos heißen ihre beiden Mitbewohner, wobei sie scherzhaft einräumt, dass mittlerweile eher sie die Mitbewohnerin ist als umgekehrt. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse und vieles mehr rund um das Thema Katzenhaltung.

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