Im Futterdschungel

Wie soll man da noch durchblicken? Die riesige Sortiment-Auswahl an Katzenfutter erschlägt einen nahezu. Worauf ich (nun) beim Kauf achte und warum ich mich neulich über ein "Würstel" im Katzenklo so gefreut habe ...

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Wie immer denkt Carlos, Ella könnte womöglich das bessere Futter haben ... Foto: Conny Engl
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... und verdrängt Ella von "ihrem" Futternapf. Foto: Conny Engl
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Das ist das bessere Futter, mampf!
(Ich gebe beiden immer genau das gleiche Fressen)
Foto: Conny Engl
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Mein Burli – wieder ganz gesund! Foto: Conny Engl
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Meine Schönheit. Foto: Conny Engl
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Immer die Krallen ausgefahren – bereit zu treteln. Foto: Conny Engl
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Streicheln, bitte! Foto: Conny Engl
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Wir beobachten dich. Foto: Conny Engl

Fisch oder Fleisch, Gelee oder Sauce, Gemüse – ja oder nein, Billigprodukt oder teures Gourmet-Futter? Ich stehe vor einer Reihe von Regalen, die bis oben hin angefüllt sind mit einer riesigen Produktpalette an Nass- und Trockenfutter, und wirke verloren. Ich nehme ein paar Packungen heraus und versuche den tatsächlichen Inhalt zu erforschen.

Auf vielen steht Taurin – auch in Red Bull enthalten, kriegen Katzen davon aber keine Flügel. Für uns Menschen schädlich, ist Taurin für Katzen sogar gut. Aber was heißt "ohne Zuckerzusätze"? Also mit Zucker? Google verrät mir: Produkte können natürlich vorkommende Zuckerarten enthalten; wurde kein künstlicher Zucker zugesetzt, liest man "ohne Zuckerzusätze". Stutzig macht mich auch, wie klein der Prozentanteil an Fleisch/Fisch wirklich ist – und zwar quasi bei allen Futterdosen, und: wie oft Getreide im Inhalt zu lesen ist.

Böse Bakterien

Sie fragen sich nun vielleicht, wieso mich dieses Thema jetzt (erst) so beschäftigt, immerhin habe ich meine zwei Süßen ja schon ein paar Monate. Nun, wer meine Blog-Beiträge ein wenig verfolgt hat, kann sich vielleicht noch erinnern, dass ich kürzlich darüber geschrieben habe, wie bestialisch die "Butschis" von Carlos stinken. Hinzu kam, dass er wochenlang keinen festen Stuhlgang hatte. Als auch eine Futterumstellung nicht gefruchtet hat, bin ich schließlich mit meinem Burli zum Tierarzt gefahren.

Nachdem der Onkel Doc Carlos' Bauch abgetastet und „abgehört“ hat, stellte er auch schon die Diagnose: Gär-Bakterien haben sich durch falsches Futter vermehrt, daher auch die Gase und der breiige Stuhl. Nicht schlimm. Die schnelle Lösung sollte ein bestimmtes Diät-Futter sein, das mir der Tierarzt gleich mitgegeben hat. Danach braucht Carlos ein Futter, das keinen Zucker und kein Getreide enthält, so der Experte. Und zwar ein bisschen weniger, denn er ist etwas moppelig. Mein fesches Burli?! Okay. Zusammen mit ein paar Säckchen Pulver, das die Darmflora unterstützt, hat das meine Geldbörse um knapp 50 Euro erleichtert. Zuhause hat Carlos das "Heil-Futter" nicht mal mit seinem Popo angeschaut. Super!

Er ist der Chef

Während Ella mittlerweile schon ein bisschen über ein Jahr alt ist, wird Carlos demnächst erst sechs Monate alt. Das "Problem" (ich mag das Wort nicht) dabei: Carlos ist zuhause der Chef! Also er legt sich hin, wo er will – ohne Rücksicht auf Ellas Lieblingsplatzerl zu nehmen – und er geht zu der Futterschüssel, die ihm gerade besser anschaut. Oft wechselt er dabei drei Mal von einem Napf zum anderen – und Ella geht halt dann zu dem, aus dem er gerade nicht schnabuliert. Sie fügt sich ihm. Ich mische mich da nicht ein, Hauptsache es gibt keinen Futterneid oder Aggressivität zwischen den beiden. Jedenfalls ist dieses Essverhalten schwierig, wenn einer der beiden ein Diätfutter essen soll und der andere nicht bzw. wenn Carlos Junior-Futter und Ella Erwachsenen-Futter zu sich nehmen sollte.

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Carlos wechselt zwischen den Futterschüsseln hin und her, Ella geht ganz entspannt zu der, die halt noch frei ist. Foto: Conny Engl

Ein ausführliches Gespräch mit dem Tierarzt führte schließlich zu folgendem Ergebnis: Ich kann jetzt beiden ein Nassfutter für Erwachsene geben. Als Trockenfutter behalte ich das "Junior" bei, denn dadurch erhält Carlos die Nährstoffe, die er braucht. Das Diätfutter habe ich weggeschmissen, dafür das Pulver unter das "normale" Futter gemischt – das tut Ella auch nichts, wenn sie davon isst. Und tata! Ein paar Tage später entdecke ich im Katzenklo ein Würstel von Carlos! Das musste ich natürlich gleich Freunde und Familie per WhatsApp mitteilen. Keine Angst, Foto habe ich keines geschickt! Mittlerweile sind zwei Wochen rum und Carlos’ Stuhlgang blieb fest. Ich bin erleichtert!

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Essenszeit. Ich geben meinen zwei Süßen in der Früh jeweils 50 g Nassfutter und abends jeweils 100 g. Trockenfutter steht immer bereit. Foto: Conny Engl

Verantwortung

Rückblickend kann ich nur sagen: Was Katzen laut Werbung kaufen würden, würden sie wohl eher nicht, wenn sie wüssten, welche gesundheitlichen Folgen das Futter für sie bedeuten kann. Und nachdem Hauskatzen auf uns Menschen angewiesen sind, ist es die Aufgabe von uns Katzenmamas und –papas, sich mit dem Futter und dessen Inhaltsstoffen ausreichend auseinanderzusetzen.

 

Weekend-Redakteurin Conny Engl ist seit einigen Monaten Katzenmama. Ella und Carlos heißen ihre beiden Mitbewohner, wobei sie scherzhaft einräumt, dass mittlerweile eher sie die Mitbewohnerin ist als umgekehrt. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse und vieles mehr rund um das Thema Katzenhaltung.

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