Aragon, mein Seelenhund

Bei einem Spaziergang habe ich eine andere Hundebesitzerin kennengelernt, von der ich den Begriff "Seelenhund" das erste Mal hörte. Ihrer war vor kurzem verstorben, und obwohl ihr neuer Begleiter ein wunderschöner und zuckersüßer Welpe war, wusste sie schon jetzt, dass es nur einen einzigen Seelenhund in ihrem Leben geben würde.

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Erstes Kennenlernen: Aragon im Alter von vier Wochen - ich freute mich schon darauf, ihn bald zu uns zu holen Foto: SMc

Was ist eigentlich ein "Seelenhund"? Intuitiv wusste ich gleich, was die Dame meinte, als sie davon sprach. Man sagt ja oft, dass Hund und Herrli sich ähneln, oder mit einem alten griechischen Sprichwort ausgedrückt: "Wie die Herrin, so die Hündin." Wobei dann immer noch zu klären wäre, wie es zu dieser Ähnlichkeit kommt.

Meine Erklärung ist einfach: Es haben sich zwei verwandte Seelen gefunden.

In unserem Verhalten und unserem Charakter sind Aragon und ich uns tatsächlich oft recht ähnlich. Wie ich bevorzugt er Harmonie und Ruhe. Wenn es turbulent und laut wird, zieht er sich lieber zurück. Wird er von anderen Hunden angeknurrt oder sogar angebellt, macht er einen großen Bogen um sie, provoziert nicht weiter, umgeht den Streit und sucht sich andere Gefährten, die ihm wohlgesonnen sind.

Es gibt Situationen, da schaut mich Aragon mit einem telepathischen Blick an, als wollte er mit mir sprechen, und da frage ich mich, welche menschliche Seele wohl in diesem gutmütigen Tier steckt. Nein, ich glaube nicht an Wiedergeburt, weder als Tier noch sonst wie. Trotzdem kommt Aragon mir manchmal so menschlich vor, so voll menschlichem Verstand und menschlicher Gefühle …

Wenn er sprechen könnte, was er mir wohl alles sagen würde …?

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Blicke sagen mehr als Worte Foto: SMc

Auch äußerlich passen wir gut zu einander: Meine Winterjacke hat die gleiche Farbe wie sein Fell!! Das ist aber wirklich Zufall, denn die Jacke hatte ich schon lange, bevor Aragon in unsere Familie gekommen ist.

Bei anderen Hundebesitzern habe ich ebenfalls bemerkt, dass sie sich ähneln: Eine ältere Dame in meiner Nachbarschaft hat einen kleinen rothaarigen Pekinesen, der farblich ganz genau zu ihrer Frisur passt. Die kleine Hündin wird gehütet wie ein Augapfel und aus der Aussage "Sie ist alles was ich habe" schließe ich, dass sie die Seelenhündin ihrer Besitzerin ist.

Hunde sind so gut für die Seele. Sie sind Freunde, Gefährten, Wegbegleiter. Mit Hund ist man nicht mehr alleine. Hunde ergänzen die Familie und sind immer für einen da.

Für mich war es schon lange ein Lebenstraum, einen Hund zu haben. Als kleines Mädchen wollte ich entweder noch ein Geschwisterbaby oder einen Hund. In Bezug auf den Hund (das Baby-Thema war sowieso abgeschlossen) hatten meine Eltern die üblichen Einwände: "Da kann man nicht mehr in den Urlaub fahren" (HA HA, von wegen! Bitte lest dazu meinen Blogbeitrag über den tollen Urlaub mit Aragon.). Oder: "Wir haben gar keine Zeit für einen Hund!" (Übersetzung: "Wir wollen keine Zeit für einen Hund opfern, die wir in unserem stressreichen Leben ohne Hund viel bequemer verbringen könnten!").

Ich weiß, der Faktor Zeit ist wirklich für viele Menschen unüberwindbar. Diesen Menschen wünsche ich von Herzen, dass es ihnen wie mir geht und später im Leben der richtige Zeitpunkt für einen eigenen Hund kommt.

Dabei denke ich z.B. an die junge Frau, der wir einmal beim Spazierengehen begegnet sind. Ihr kamen die Tränen, als sie Aragon gestreichelt und mir anvertraut hat, dass es ihr größter Wunsch wäre, auch einen Hund zu haben. Hoffentlich begegnet sie irgendwann ihrem Seelenhund.

Allen anderen Hundefreunden wünsche ich: nur Mut! Wenn es auch dein Lebenstraum ist, dann kannst du deinen Alltag vielleicht doch so umgestalten, dass es mit dem eigenen Hund klappt? Dein Seelenhund wartet auf dich ...

Bis bald!

Liebe Grüße

Eure Silvie mit Aragon

 

Silvia Mc Intyre lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und Hund in Wien. An ihrem abwechslungsreichen Familienleben lässt die vielseitig interessierte Weekend-Bloggerin unsere Leser teilhaben.

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