Der Hype um Hindernisläufe: Schlamm, Wasser, Erde

Hindernisläufe begeistern die Massen, egal ob jung oder alt, Hobbysportler oder Profi-Trailrunner, Crossfitter oder sogar Kinder. Die Veranstaltungen wachsen immer mehr zu kleinen Festivals und bieten auch für die Zuseher eines an Unterhaltung.

Spartan Race Oberndorf 2016
Foto: Lisa Ramaseder

Faszination Hindernisläufe

Immer mehr Hindernisläufe (oder wie im Englischen OCR = Obstale Course Races) sprießen in Europa aus dem Boden – in den Städten, aber viel mehr noch auf dem Land. Von Spartan Race, Tough Mudder, Xletics bis zum Grazathlon, der nun auch schon seit 2013 veranstaltet wird. Angeblich ist der Celtic Warrier der härteste Lauf in Österreich. Den Parcour gibt es meist in mehreren Längen und mit weniger oder mehreren Hindernissen und zu überwindenden Höhenmetern, so dass von Einsteigern bis zu den Profis für jeden das Richtige geboten wird. Im Vordergrund steht bei diesen Veranstaltungen nicht die Zeit, die man für den Parcour benötigt, sondern vielmehr der Team-Geist und das gemeinsame Erlebnis, welches viele mit Freunden und Sportkollegen teilen. Schließlich gilt der Grundsatz: Sport verbindet, egal welches Alter, Herkuft, Geschlecht, etc.

Vermutlich ist Tough Guy Race, welches vor fast 30 Jahren in England eingeführt wurde, der tatsächliche Ursprung der Hindernisläufe. Aber wie viele sportliche Neuheiten (z.B. Crossfit, Ninja Warrior etc.) liegt auch der Ursprung der Vermarktung von Hindernisläufen in den USA. Um 2009/2010 begann sich der Trend zum Hindernislauf abzuzeichnen, und immer mehr Organisationen wurden gegründet. Die Anzahl der Events sowie auch die Teilnehmer stiegen rasant an. Mittlerweile versucht Spartan Race-Gründer Joe Desena sogar den Hindernislauf zu den Olympischen Spielen zu bringen. Wer weiß wohin dieser Trend noch führt. Früher galt man als Teilnehmer wohl auch noch als verrückt, aber heute sieht man das schon fast als ganz normal und cool. Für viele ist eine Teilnahme Teil der persönlichen "Bucket List".

Werden wir immer extremer? Stecken wir uns immer größere Ziele und Herausforderungen? Wollen wir uns, unserer Famile, Freunden oder Kollegen etwas beweisen? Was treibt uns Menschen an, uns animalisch durch den Schlamm zu robben, über Eiswasser zu hanteln und Netze zu überqueren? Es scheint, als wären Marathons längst nicht mehr interessant genug, das Training sehr eintönig und der Wettkampf nicht genug Herausforderung. Viele sitzen tagein und tagaus im Büro, tragen Anzüge und hetzen von Meeting zu Meeting. Hier wird auch der Drang, hinaus in die Natur zu kommen, immer größer, um dem Büro-Trott zu entkommen. In der Freizeit darf man sich schmutzig machen, schwitzen und nimmt mit Freunden an Sportfestivals teil.

Je nachdem bei welchem Event ihr startet, erwartet euch eine kurze oder längere Strecke. Meist sind ca. alle 100-500 Meter ein Hindernis zu erwarten. Hier sind ein paar Beispiele: Tragen von Baumstämmen/Ketten/Reifen etc. über einen definierten Parcour, Durchschwimmen von Bergseen/Flüssen/Wannen mit Eiswasser, Balancieren über Baumstümpfe/Slackline, Überwinden von geraden/schrägen Wänden, Hochklettern/Schwingen von Seilen/Stangen, Zielwerfen mit dem Speer, Krabbeln im Schlamm und unter Stacheldrahtzäunen, Monkey Bars, und viele mehr.

Adequate Fitness entsprechend der Distanz, speziell im Laufbereich, wird vorausgesetzt, aber auch im Kraftbereich, um die Hindernisse zu überwinden. Zusätzlich zur Fitness benötigst du eine Portion Mut, den Willen, dich zu quälen, Durchhaltevermögen, Geschicklichkeit und Beweglichkeit. Dabei sollten aber die Motivation und Freude nie vergessen werden.

Spartan Race Oberndorf 2017
Foto: Lisa Ramaseder

 

Sport und Ausflüge - Weekend-Bloggerin Lisa ist gerne auf Achse. Die in München lebende Österreicherin teilt ihre persönlichen Highlights regelmäßig mit den Lesern von weekend.at.

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