Geocaching - Schatzsuche mit Funfaktor

Was steckt hinter Geocaching - dieser modernen Art der Schnitzeljagd? Der Nervenkitzel, das Ziel tatsächlich zu erreichen, das Verewigen im Logbuch oder einfach nur die Freude an der Bewegung mit Mehrwert? – Ganz egal. Eines steht jedenfalls fest: Es macht Spaß!

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Foto: www.pexels.com

Leuchtende Augen, das Handy mit den GPS-Koordinaten gezückt, Kindheitserinnerungen werden wach! Bilder von selbstgebastelten Schatzkarten, die den Weg durch den Garten weisen sollen, Piratenkostümen und Schoko-Goldmünzen  bahnen sich ihren Weg in unsere Phantasie. Wo müssen wir hin? Percy Fawcett wäre begeistert gewesen! Wir wollen allerdings nicht auf der Suche unseres Schatzes verloren gehen und halten uns akribisch an die Hinweise und Rätsel.

Abenteuerlust

Schon immer übte das Verborgene und Ungewisse einen großen Reiz auf den Menschen aus. Der Entdeckergeist hat uns  einiges an Innovationen beschert und steckt tief in unseren Genen. Was in der Antike als Herrschaftsinszenierung begann (Cäsar ließ das Grab Alexander des Großen suchen), wurde durch die Suche nach Gold und Schätzen zur eigenen Bereicherung abgelöst.  Auch heute gibt es noch genügend Schatzsucher, die mit Metalldetektor und Co. bewaffnet auf den großen Fund hoffen. Aber damit hat Geocaching im Allgemeinen nichts zu tun. Hier geht es, wie schon anfangs erwähnt, um den Spaßfaktor

Was ist Geocaching und wo fange ich an?

Geocaching ist eine Art Schatzsuche, die überall um uns herum stattfindet und uns zu interessanten, abgelegenen und sehenswerten Orten führen soll. Egal, ob es sich um Natur, Berge oder Stadt handelt. Man kann überall auf überraschende Funde stoßen, sich im Logbuch verewigen und die Tauschgegenstände, die sich in den Fundbehältern unterschiedlicher Größe befinden, gegen eine Kleinigkeit, die man dem nächsten Entdecker hinterlassen möchte, austauschen. So gibt es zum Beispiel Wandermünzen, deren Ziel es ist, einmal um die Welt zu reisen. Machen wir es also möglich!

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Foto: Katrin Ostleitner

Das Einzige was wir dazu benötigen, ist ein Smartphone oder ein GPS-Gerät, um die Koordinaten eingeben und die Aufgaben speichern zu können. Auf Plattformen wie www.geocache.at, Österreichs größtem Geocache-Portal, oder www.geocaching.com kann man sich die Rätsel downloaden und sofort durchstarten. Alleine in der Region um Wien sind aktuell 5.619 Caches  in unterschiedlichen Größen und Schwierigkeitsgraden verzeichnet, die es zu finden gilt. Eine Regel sollte allerdings immer beachtet werden: Hinterlasse den Fundort so wie du ihn entdeckt hast, um auch den nachfolgenden Suchern die Freude nicht zu verderben! Also keine Gegenstände mitnehmen, ohne etwas anderes stattdessen zu deponieren, oder die Dosen und Behälter offen herumliegen lassen.

Weltweit sind es sogar über zwei Millionen Verstecke. Von kurzen Strecken bis zu kilometerweiten Wanderungen, Einzelsuchen bis zu mehreren Etappen, deren Zwischenziele die nächsten Koordinaten bzw. ein weiteres Rätsel enthalten. Jeder kann fündig werden. Sei es der schnelle Nervenkitzel während der Mittagspause – wir erinnern uns an den Pokemon-Go Hype letzten Sommer oder die Weltreise.

Der Selbsttest – Piraten on Tour!

Wir laden uns die App C:Geo aufs Handy und sind von der Vielfalt der angegebenen Routen gleich überwältigt. Alleine im Umkreis von fünf Kilometer gibt es eine Unzahl an Möglichkeiten durchzustarten. Und dabei wohnen wir jetzt nicht gerade in einem Ballungszentrum, im Gegenteil, wir haben ja nicht mal Straßenlaternen.

Wir entscheiden uns für einen Multicache, der direkt im Zentrum von Lockenhaus starten soll. Die Anfangskoordinaten sind schnell eingegeben, und die Suche kann beginnen. Benji führt unseren kleinen Suchtrupp mit dem Ehrgeiz und der Euphorie eines jungen Hundes, der er nun mal ist, zielstrebig an. Kann es sein, dass sich etwas Fressbares an den Fundorten befindet? Augenscheinlich hofft er darauf! In der Zwischenzeit sind wir mit der Beschreibung beschäftigt. Der Ersteller des Weges spricht in Reimen. 

"Der Anfang verbirgt sich ganz winzig im Saum, im Efeulaub, oben am Eschenbaum". Aja, wir stehen mitten im Wald, von Efeu nur so umringt, also wo um alles in der Welt kann die Box sein? Und ist es überhaupt eine? Schließlich werden wir fündig und weiter geht’s mit den Versen: "Der dortige Hinweis dich dann leiten muss, zum Ausblick hin, unter die Haselnuss". Insgesamt besteht dieser Trail aus sechs Verstecken und kann, wenn man noch Zeit und Muse übrig hat, um eines erweitert werden.

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Foto: Katrin Ostleitner

Nach dem wir erfolgreich bis zum letzten Zielort gepilgert sind, beschert uns der eigentliche Schatz mit den Zielkoordinaten der Verlängerung und dem Logbuch einiges an Sucharbeit. Benji hat schon aufgegeben und sich mit einem Stück Holz in den Schatten gelegt, als wir endlich fündig werden! Juhuu – Wir haben es geschafft! Wir freuen uns wie Kinder, die einen vollen Teller mit Keksen vor sich stehen haben und entschließen uns auch noch, den Bonus-Track anzuhängen. Die Beschreibung hat uns dann doch neugierig gemacht, immerhin wird er als "Traditional Lost Place Cache" bezeichnet und führt uns zum "Augenbrunn" mitten in der Lockenhauser Wildnis.

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Foto: Katrin Ostleitner

Unser Fazit: Geocaching hat neben seinem enormen Fun-Faktor auch fitnesstechnisch viel zu bieten. Je nach gewählter Strecke kann man sich körperlich und geistig auspowern.

Also Achtung: SUCHTGEFAHR!

 

Weekend-Bloggerin Katrin und ihr Freund Niko sind die meiste Zeit des Jahres in ihrem Transporter unterwegs, den sie zu einem Wohnmobil umgebaut haben. Von ihren Eindrücken und Erlebnissen, die die Burgenländerin unterwegs sammelt, berichtet sie regelmäßig auf weekend.at.

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