Phils Papa-Blog: Spontan sein – raus aus dem Alltag!

Kids brauchen kein Dauerfeuer an Entertainment, keine durchgeplanten Wochenenden. Aber: Gelegentliche spontane Ausflüge lassen Kinder-Akkus wieder aufladen.

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Foto: Solovyova/iStock/Thinkstock

Mein Zweijähriger war letztens mit seiner Krabbelstuben-Gruppe im Tierpark. Er war so überwältigt und so begeistert von dem, was er dort erlebt hat, dass er selbst an den folgenden Tagen noch völlig aus dem Häuschen war, als er von den Kamelen, Leoparden und Affen erzählte, die er dort gesehen hat.

Abschalten können

Eine gewisse Routine und Berechenbarkeit, was den Ablauf von freien Tagen bzw. Wochenenden angeht, tut den Kids sicherlich ganz gut und mein Junior ist absolut glücklich und zufrieden damit, wenn er einfach mal den Tag im Garten verbringt, im Sandkasten buddelt oder Bälle über den Rasen kickt.

Und auch wir Eltern können solche Tage genießen.

Wenn man den Junior nicht jede Sekunde zumindest aus dem Augenwinkel im Blick haben muss, kann man auch selbst ein wenig abschalten – einen angemessen kindersicher gestalteten Garten einmal vorausgesetzt. Und ja: Natürlich weiß ich, dass ich als Vorort-Papa da gegenüber Stadtfamilien in einer sehr priviligierten Lage bin.

Glücklich auch ohne Aufwand

So oder so aber ist ein gelegentliches Ausbrechen aus dem Alltag für alle Beteiligten eine feine Sache. Und dabei rede ich nicht zwingend von einem penibel durchgeplanten verlängerten Action-Wochenende mit allem Pipapo. Zumal das ja auch gerade für die Eltern eher mit Stress verbunden und außerdem gar nicht spontan möglich ist.

Da ist nix mit „Komm, anziehen, wir fahren jetzt!"

Wenn man den Kids nicht von klein auf antrainiert hat, dass nur das etwas zählt, was kostet, sind sie mit einem Wander-Nachmittag im Wald, einem kleinen Ausflug an den See oder eben einem Besuch im Tierpark total glücklich. Hauptsache, es gibt einen Tapetenwechsel, etwas Neues, etwas Aufregendes zu sehen oder zu erleben.

So lange die Füße tragen

Die Kinderkörper lechzen ja sowieso nach Bewegung und nach Austoben. Ich erinnere mich noch gut an einen Ausflug mit unserem Zweijährigen, der marschiert ist und marschiert ist und marschiert ist – und lautstark protestierte, als wir ihn irgendwann Huckepack nehmen wollten. Wir hatten gemerkt, dass ihm die Kraft schon ziemlich ausgeht.

Nach dem Motto: Nix da, Mama und Papa, ich geh schon selber!

Ganz ähnlich verhielt es sich dem Vernehmen nach beim eingangs erwähnten Trip in den Tierpark. Die Kids waren dermaßen fasziniert und fokussiert auf die Tiere, die Umgebung und generell den Anlass, dass sie darüber völlig vergaßen, wie sehr sie eigentlich körperlich immer müder wurden.

Ratzepüh

Sind wir mal ehrlich, liebe Eltern: Was gibt es Süßeres und Herzigeres, als nach einem aufregenden Ausflug zuzusehen, wie der Nachwuchs (oftmals im Rekordtempo) einschläft und friedlich vor sich hin döst, wenn sich die Aufregung legt? Zudem hat meine Erfahrung gezeigt: Nach so einem aufregenden Tag ist der Junior generell wieder viel relaxter.

Und vielleicht braucht er, wenn er erwachsen ist, zum Aktivsein nicht jenen symbolischen Tritt in den Hintern, den sein Vater braucht.

Weekend-Redakteur Philipp Eitzinger ist mit Herz und Seele Fußball–Fan, Ehemann - und Vater. Und wie es sich für einen wahren Sport-Anhänger gehört, ist der Oberösterreicher - auch wenn es um seine Familie geht - mittendrin statt nur dabei. Exklusiv für weekend.at schildert er den gleichermaßen erfüllenden wie hektischen elterlichen Alltag zwischen Krabbelstube und Kinderzimmer, Badewanne und Warteraum – heiter bis nachdenklich.

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