Aragons erster Urlaub am Meer

Urlaub ohne Hund kommt für uns nicht in Frage, denn schließlich ist unser Labrador Aragon, wie man aus meinem ersten Blog-Beitrag weiß, das "3. Kind" in der Familie, und wir würden ihn doch allzu sehr vermissen! Außerdem ist es ein Erlebnis zu sehen, wie auch ein Hund es genießt, im Urlaub zu sein.

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Im Urlaub Foto: SMc

Natürlich war die zehnstündige Hinreise an die Ostsee im Auto eine Geduldsprobe, aber wer Labradore kennt weiß, dass Geduld nur eine ihrer vielen positiven Charaktereigenschaften ist. Aragon gab sich also zufrieden, als wir zu seiner Frühstückszeit nach ca. drei Stunden Fahrt eine kurze Pause machten. Er genoss den Auslauf auf dem Grünstreifen am Straßenrand und beschnupperte gierig alle neuen Gerüche.

Nach unserer Frühstückspause legte er sich erschöpft auf seine Decke im Kofferraum, wo er übrigens von allen Mitreisenden den meisten Platz hatte, da Herrli ihn besonders großzügig bedacht hatte, während alle anderen mit Gepäck eingebaut waren.

Die nächsten drei Pausen verliefen ähnlich, waren jedoch hauptsächlich nötig, weil Herrli oder unsere Buben "mal mussten". Aragon war zu beschäftigt mit Schlafen oder Aus-dem-Fenster-Schauen, oder sitzend mit hochgestreckter Nase, unbekannte Düfte zu erschnuppern, wenn wir zwischendurch das Fenster öffneten. Am späten Nachmittag waren wir am Ziel. Genug Zeit also, an den lange ersehnten Strand zu gehen. Zu unserem Glück gab es gleich zwei Hundestrände in der Nähe. Zuerst ging es über einen befestigten Weg durch die Dünen, dann konnten wir es kaum erwarten, barfuß durch den Sand zu gehen, also "Schuhe aus" und "Leine los!".

Aragon konnte sein Glück kaum fassen, endlich frei herumtoben zu dürfen. Er folgte kurz den Kindern, die direkt zum Wasser liefen. Plötzlich bemerkte er, dass er "neuen Boden" unter den Pfoten hatte. Er sauste voller Freude los, hin und her, vor und zurück, so dass ihm der feine Ostseesand nur so um die Ohren flog. Das Erlebnis war für ihn ähnlich wie seine ersten Erfahrungen mit Schnee. Er fand es nur toll! Und dann gab es ja noch das Meer …

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Am Meer Foto: SMc

Ich habe mal gelesen, dass Labradore ursprünglich dafür gezüchtet wurden, Fischernetze aus dem Meer zu holen und an Land zu bringen. Bis auf die Fischernetze konnte Aragon hier seine Bestimmung endlich einmal richtig ausleben. Also nicht nur wie sonst ab durch die Wiese und Balli holen, sondern: mit großem Sprung rein in die Brandung, dass es nur so spritzt, dann unermüdlich zum Ziel der Jagd (in unserem Fall ein handliches Stück Treibholz) schwimmen, umkehren Richtung Land und dann die fleißig erschwommene Beute stolz vor Fraulis oder Herrlis Füße legen.

Anschließend machte Aragon auch von sich aus brav "Sitz", hob bittend die Pfote, wenn es nicht schnell genug ging und wartete ungeduldig auf den nächsten Apportier-Auftrag, mit dem wir ihn endlich wieder ins Wasser schicken würden. DAS wahre Labradorleben! So hätte es stundenlang weitergehen können.

Aber ab und zu wollten sich Frauli und Herrli ja auch mal in den Strandkorb setzen und die Aussicht genießen … Egal! Es waren ja noch genug andere Hundebesitzer am Strand, vor die man das Stockerl hinlegen konnte und die beim treuen Hundeblick gar nicht anders konnten, als es zu werfen.

So ging das drei bis vier Mal, dann schaute sich der adoptierte Hundebesitzer fragend um und sagte freundlich aber laut: "Na, wo gehörst du denn hin?"

Nun kann man natürlich als Besitzer von Aragon erst mal so tun, als hätte man das gar nicht gehört, obwohl man in Wirklichkeit das eigene Tier nicht außer Augen gelassen und beobachtet hat, wie sich der eigene Hund anderen aufdrängt. Oder man hebt etwas peinlich berührt die Hand, geht hin und erklärt, dass der eigene Hund einem keine Pause gönnt. Und da gab es immer sehr verständnisvolle Reaktionen oder humorvolle freundliche Antworten. Hundebesitzer unter sich eben!

Und da ein Tag am Strand hungrig macht und zu einem schönen Urlaub auch noch gutes Essen gehört, belohnten wir nicht nur uns selbst oft mit fangfrischem Fisch, sondern fütterten Aragon seinen gerechten Anteil.

Ob er nach zwei Wochen Ostsee Butterfisch, Kabeljau, Hering und Lachs auseinanderhalten kann weiß ich nicht, aber er hat sie alle mit dem gleich großen Appetit verschlungen!

Liebe Grüße

Eure Silvie & Aragon

 

Silvia Mc Intyre lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und Hund in Wien. An ihrem abwechslungsreichen Familienleben lässt die vielseitig interessierte Weekend-Bloggerin unsere Leser teilhaben.

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