Wie sich die Partnerschaft als Eltern verändert

Bei dem Satz "Ein Kind stellt eine Beziehung auf die ganz große Probe" dachte ich oft, dass es sich nur um diese typischen Aussagen jener Eltern handelt, die mit dem Leben mit Kind vielleicht nicht so gut zurechtkommen. Dennoch kommt es sehr viel häufiger vor, dass man sich voneinander etwas entfernt und das Familienleben darunter zu leiden beginnt.

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Foto: Wie sich die Partnerschaft als Eltern verändert

Ab dem Zeitpunkt, wenn das kleine Wunder das Licht der Welt erblickt, funktionieren wir nicht nur mehr als Frau, sondern eben hauptsächlich als eine fürsorgliche aufopfernde Mama. Besonders die ersten Wochen werden damit verbracht, das Baby 24 Stunden zu umsorgen, es in den Schlaf zu wiegen und sich selbst von der Geburt zu regenerieren. In dem so genannten Wochenbett ist es wichtig, dass der Partner sich von Beginn an darauf einstellt, etwas zu kurz zu kommen. Wir Frauen sind fast - kann man sagen - zu 100 Prozent mit unseren Gedanken, unserer Liebe und Energie bei dem neuen Erdenbürger.

Der Partner muss zurückstecken

Ein Baby benötigt sehr viel Aufmerksamkeit, wie alle Mamas wissen. So, dass sich mancher Partner vernachlässigt fühlt und das vielleicht auch nach gewisser Zeit anspricht. Dass dies zu einem sehr dominanten Thema wird, hätte ich mir so nie gedacht. Tja, das Leben als kleine Familie hat eben so seine wunderschönen aber auch eben diese kleinen Schattenseiten, die ein harmonisches Miteinander nicht gerade vereinfachen und ab und an das Familienleben chaotisch machen.

Wenige Abende für Zweisamkeit

Die Abende kann man großteils nicht zusammen verbringen, wenn Mama mit dem Einschlafen des Kindes beschäftigt ist (währenddessen meist selbst ermüdet) und zu Bett geht, um für den nächsten Tag wieder halbwegs fit zu sein.

So gut es die ersten Monate funktionierte, haben wir immer mehr dieser Tage, an denen Konstantin so gar nicht ins Land der Träume gehen möchte. "Halli Galli" im Wohnzimmer ist doch viel interessanter als das kuschelige Kinderbett.

Man selbst ist vermutlich auch vom Tag etwas geschlaucht und freut sich eigentlich nur mehr auf die Lieblingsserie, auf eine erfrischende Dusche und wenige Stunden des Nichts-Tuns. Ja, so läuft es dann ungewollt oft anders, und die liebe erhoffte Zweisamkeit bleibt des öfteren auf der Strecke.

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Foto: Wie sich die Partnerschaft als Eltern verändert

Miteinander Reden

Durchs Reden kommen die Leut' zusammen wie ein Sprichwort besagt. Ich muss mich stets an der Nase nehmen, MEINEN Kummer, meine Wut, meine Sorgen an Tagen, an denen so gar nichts klappen möchte, meinem Partner gegenüber zu äußern, um Hilfe zu bitten, wenn ich diese brauche und nicht alles zu streng zu sehen. Schließlich und endlich sind wir ein Team und das mittlerweile seit über 10 Jahren.

Mama-Job ist ein spezieller Job

Männer meinen ja oft, dass ihre Arbeit anstrengender und fordernder sei wie die einer Mama. Vergessen darf "Mann" allerdings nicht, dass wir Mamis eigentlich den ganzen Tag und teils auch nachts IMMER parat stehen müssen - und das sieben Tage die Woche; sprich 365 Tage im Jahr - OHNE Urlaub, ohne typische Samstage oder Langschläfer-Sonntage, wie sie Männer genießen dürfen.

Das Kind muss nachts gefüttert, gewickelt, beim Zahnen oder einem schlechten Traum beruhigt werden, tagsüber bespaßt werden usw. Das unterscheidet einen Mama-Job wesentlich von einem normalen Job.

Deshalb: Liebe Papas, seid nicht zu streng mit uns Mamis, wenn wir an Samstagen um 21:00 zu Bett gehen. Das Kind wird älter, und es werden Zeiten kommen, in denen die Partnerschaft wieder intensiver erlebt werden kann.

Zeit für den Partner einplanen

Eines kann ich euch sagen: Es ist zwar vieles auch Organisationssache, und das liebe ich ja so sehr, mir meine Tage schon im voraus gut durch zu planen, aber Zeit für den Partner hineinzupacken ist oft nicht ganz so einfach, wie man vielleicht glaubt.

Wenn man nicht gerade zu denjenigen zählt, die viele Babysitter im Familien-und Freundeskreis haben, kann man die Zweisamkeit noch mehr hinten anstellen.

Bei uns kommt es zwar alle paar Wochen vor, dass klein Konstantin bei Oma und Opa übernachtet, allerdings kommen die Stunden, an denen wir wirklich einfach nur als Markus und Janine sein können, einfach trotzdem viel zu kurz.

Die Zeit, zu der man ganz spontan spätabends wie damals in die Videothek fährt, um sich noch einen Horror- oder Schnulzen-Film für den gemütlichen Abend zu holen, oder mal zur Tankstelle fährt, um Naschkram zu besorgen, ist finde ich einfach vorbei.

Fixe Tage für Mama und Papa

Bestimmte Tage oder Stunden, die wir immer fix zusammen verbringen, gibt es nicht wirklich. An den Werktagen sind Konstantin und ich stets alleine. An den Wochenenden gibt es zwar auch Zeit für die Familie, aber es müssen auch immer Dinge im Haus und Garten erledigt werden.

An einer Partnerschaft muss IMMER gearbeitet werden; es ist ein ständiges Geben und Nehmen.

Das Leben im Allgemeinen ist, wie wir ja wissen, ein dauernder Lernprozess, und oft werden uns so einige Steine in den eigenen als auch den gemeinsamen Weg gelegt, die man auch nur gemeinsam wieder beseitigen kann. Aus vielen dieser Steine lernen wir zu verstehen, was Liebe, Familie und Zusammenhalt bedeutet und schätzen es mehr als je zuvor.

Zukünftig werden Pflichtabende für mich und meinem Mann reserviert. Diese Zeit zu zweit ist so wichtig. Man muss sich diese als PAAR absolut zugestehen; ansonsten kann es auch sein, dass die beste und längste Beziehung daran zerbrechen kann.

Also Oma und Opa: Haltet euren Terminkalender bereit.

 

Weekend-Bloggerin Janine Sparer ist mit Leib und Seele Mutter. Kochen ist nur eine von vielen Interessen der vielseitigen Gastautorin, die beruflich in der Medical Beauty-Branche tätig ist. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Müttern - und allen, die es werden wollen.

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