Unterwegs auf Bangkoks Wasserwegen

Nach ein paar Tagen in Bangkoks dichtem Straßenverkehr, der in linker (also falscher) Richtung an einem vorüberbraust, haben wir genug. Wir gönnen uns eine Erholungspause und ein Boot.

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Foto: Carmen Bischof

Der Chao Phraya: Your muddy old river

Im bekanntesten Popsong über Bangkok besingt Murray Head die Verlockungen der Stadt: "Your bars, your temples, your massage parlours" und "A muddy old river or reclining Buddha". Sehr angetan dürfte er nicht gewesen sein, meint er doch auch "One night in Bangkok makes a hard man humble".

Wir wurden zwar nur satt und nicht "humble", aber das mit dem "muddy old river", dem schlammigen alten Fluss namens Chao Phraya können wir bestätigen. Dass er nicht wirklich sauber ist, stört uns nicht im geringsten, wir wollen schließlich nicht darin schwimmen, sondern ihn als Straßenersatz benutzen.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Variante 1, das Boat Service benutzen oder Variante 2, ein Longboat mieten. Variante 1 ist der Bus, Variante 2 das Taxi. Wir fangen mit dem Bus an, machen schließlich alle.

Bangkok per Busservice auf dem Wasser

Nach dem Studium des Plans kommen wir zu einigen Erkenntnissen und Beschlüssen: Die thailändische Schrift ist unentzifferbar, aber sehr hübsch und ornamental. Auf unserer Seite des Flusses scheinen alle Busse nach rechts zu fahren, wir also auch. Die Abfahrtszeiten sind uns schleierhaft, siehe oben unter Schrift, aber der nächste Bus wird schon irgendwann kommen. Die Preise sind so niedrig, dass es eigentlich egal ist, wenn wir zurückfahren müssen.

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Foto: Carmen Bischof

Der Bus kommt, und zwei Stationen lang genießen wir ungetrübtes Fährvergnügen. Es geht flott dahin, der Fahrtwind kühlt, wir haben viel Platz und genießen die malerische Flusslandschaft. Dann steigen an einer Station mehr Menschen zu als für unser Gefühl auf dem Boot überhaupt Platz haben. Ein Kind schreit laut, und ich schaue sicherheitshalber nach, ob jemand ins Wasser gefallen ist. Das Kindergeschrei kommt jedoch nicht von einem Kind, sondern von der Kassierin, die alle anbrüllt, sich ins Innere der Fähre zu bewegen. Kurz ist sie still, verneigt sich vor einem orange gekleideten Mönch, dann schreit sie wieder. Der Mönch lächelt vergnügt. Wir fahren weiter.

Bangkok per Longboat

Busfahren ist also wie überall, auch auf dem Wasser. Für den Rückweg steigen wir aufs Taxi um und gönnen uns ein Longboat. Hier kann man dem Fahrer sagen, wohin man möchte und wird zum gewünschten Zielort chauffiert. Mangels Sprachkenntnissen verlegen wir uns aufs Zeigen auf dem Stadtplan, unser Kapitän nickt, nennt den Preis, und los geht die Fahrt.

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Foto: Carmen Bischof

Das Boot ist niedriger als die Fähre, und so sitzt man deutlich näher am Wasser. Wenn das Boot durch den Wellengang etwas unruhig ist, wird man angespritzt, aber im Urlaub sieht man gern über alles hinweg. Gut durchgeschüttelt steigen wir aus und wissen: Auch auf dem Wasser ist der Individualverkehr deutlich bequemer.

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Foto: Carmen Bischof

 

Carmen Bischof ist gebürtige Murauerin ("die Stadt mit dem besten Bier", betont sie!), beruflich und privat gerne auf Reisen, beruflich in Sachen Vertriebssteuerung für die Senzor Industries AB aus Schweden unterwegs und privat auf der Suche nach schönen Orten, gutem Bier und lässigen Aktivitäten.

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