"Porca miseria" – warum ich am liebsten auf Italienisch fluche

Vor etwa eineinhalb Jahren hat Bambam mit dem Sprechen begonnen. Warum ich seitdem auf Italienisch schimpfe, und warum ich jetzt doppelt und dreifach auf meine Sprache achte.

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Wenn sie das erste Mal "Mama" sagen, dann geht unser Herz auf. Wir schreiben das erste Wort auf, erzählen verzückt allen, die wir kennen, davon. Das Best Of der ersten Worte sind Auto, Mama oder Papa, und dann geht's los. Zuerst nur einzelne Worte, dann Drei-Wort-Sätze, und irgendwann fragen wir sie etwas, und wir bekommen eine Antwort darauf.

Erste Wörter und erste Hürden

Als Bambam etwa eineinhalb Jahre alt war, begann er mit einzelnen Worten. Ich bemühte mich natürlich um eine kindgerechte Sprache, aber ganz ehrlich, wir sind keine Heiligen, schon gar nicht als Eltern. Im Alltag gab es logischerweise einige Situationen, wo ich einfach nur schreien wollte, und ich entschied mich für die entschärfte Version und fluchte "Madonna mia". Ich war müde, entnervt, frustriert, und das schien noch aushaltbar. Im italienischen wird das (mit ergänzendem Verb) als Schimpfwort gehandelt. Irgendwann fluchte ich dann weniger, und vergaß, dass ich in dieser Zeit so geschimpft habe.

Wörter lernen nach Plan?

Wir glauben immer, sie lernen nur die Worte, die wir Ihnen achtsam und langsam vorbeten. So ganz trifft das nicht zu. Sie hören alles, und sie kopieren uns wo sie können (das zeigt sich auch an bestimmten Körperhaltungen, die sie gerne mal übernehmen).

Kindermund gibt Wahrheit kund

Bis mein Kleiner dann vor einiger Zeit sein Lego-Auto nicht zusammenkriegte. Er war fuchsteufelswild, und aus dem Kindermund schoss aus vollstem Herzen und Gefühl laut "Maaaa-donnnna". Er ärgerte sich, dass etwas nicht funktionierte. Und ich fühlte mich ertappt. Upps, da war ein Wort, das ich nicht bewusst anwendete, aber offensichtlich oft genug gesagt hatte, dass er den Zusammenhang verstand. Allerdings musste ich mir das Schmunzeln auch ein bisschen verkneifen. Denn so ein ehrliches neutrales "Schimpfwort" ist auch irgendwie lustig.

Klar, ein schlechtes Gewissen hatte ich schon. Immerhin wollen wir Ihnen ja nur das "Richtige" beibringen. Und eine Lektion war mir das auch, denn meine Sprache formt die Sprache meines Kindes. Und jetzt pass' ich nochmal doppelt und dreifach auf.

Zum Glück habe ich aber ein entschärftes Wort verwendet. Denn ganz ehrlich, ich war froh, dass er ein Wort aufgeschnappt hat, mit dem er seinen Ärger ausdrücken kann, ohne dass er grausliche Wörter dabei benutzt.

 

Katharina Gindra-Vady ist Mutter, Pädagogin, Bloggerin, Model, Moderatorin, ehemalige Flugbegleiterin. Die große Leidenschaft der Steirerin ist das Schreiben.

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