Arnika - ein uraltes Heilmittel, aber noch immer hilfreich

Der Arnika ist wahrlich ein Heilkraut mit großem Potential. Daher seit vielen Jahrhunderten verwendet. Hilfreich bei vielen Verletzungen. Unbedingt notwendig für die Hausapotheke!

Arnika
Foto: Claudia Ortner

Viele von euch werden sich jetzt vielleicht zurückerinnern an ihre Kindheit, und an jene Situationen, die unweigerlich folgten, wenn sie beim Radeln einen Stern gerissen, sich beim Baumkraxeln die Unterarme und Beine aufgeschürft, beim Fangenspielen die Knie aufgeschrammt oder beim Herumtollen einen Holzschiefer eingezogen hatten. Unsere Eltern oder Großteltern rannten damals nicht gleich wegen dieser Verletzungen zum Arzt oder in die Ambulanz. Es wurde auch nicht  gleich der Notarzt verständigt, wenn sie etwas Blut sahen.

Man griff vielmehr ganz unaufgeregt zu einer kleinen Flasche, deren Anblick uns Kinder gleich tief durchatmen ließ - begleitet von einem lauten Stoßseufzer. Dann griff der Ersthelfer zu einem Mulltuch oder einem Wattebausch, träufelte ordentlich von der gelblichen Flüssigkeit – der Arnika-Tinktur – drauf und legte dies sachte auf die Verletzung bzw. reinigte mit leichten Bewegungen die Wunde von eventuellen Steinen, Erde usw. Falls es etwas blutete, gab es ein Pflaster. Das aber auch meist schon vor der Nachtruhe wieder abgenommen wurde, denn die Wunde sollte ja atmen, um besser heilen zu können.

An die eigenen Grimassen, an das schmerzverzerrte Gesicht - weniger wegen der Wunde, sondern ob der Behandlung mit der starken Arnika-Tinktur, das Eigentlich-Nicht-Haben-Wollen dieses Prozederes - wird sich wohl noch jeder erinnern.

Aber sicher auch an die Einsicht, dass derart behandelte Wunden immer gut und schnell verheilten, und es kaum zu Eiter, Bakterienbefall und akuten Entzündungen kam. Und so taucht schon die Frage auf, wie es sein kann, dass ein derartig tolles Mittel einfach sang- und klanglos vom gesamten Kollektiv der Menschheit vergessen wird?

Nun: von allen Menschen nun doch nicht, sonst würde ich heute nicht darüber schreiben, und es diese Tinktur nicht in den Apotheken zu kaufen geben. Aber ich möchte dazu aufrufen, dass ihr sie wieder verwendet. Arnika-Tinktur gehört unbedingt in jedes Haus -und in die Reiseapotheke. Ihre Wirkung ist einfach einzigartig. Schnelles Abheilen, kaum Eiter- und Narbenbildung.

Ich schwöre jedenfalls drauf. Obwohl, dass muss man ja an dieser Stelle und heutzutage immer und überall sagen, um nicht von jemandem rechtlich belangt werden zu können: Die Anwendung erfolgt freilich auf eigenes Risiko! Jeder Mensch ist einzigartig, und jedes Mittel kann daher bei dem einen sehr gut wirken, bei einem anderen nicht. Aber die Natur hat uns ja viele, viele Pflanzen geschenkt.

Auch bei Prellungen, Blutergüssen, Insektenstichen und bei Verbrennungen kann man Arnika – eine Anwendung ist auch in Form von Globuli möglich - einsetzen. Ja selbst bei Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen zum Einreiben kann sie als Zusatzbehandlung helfen.

Auch bei Operationen, Zahnbehandlungen usw. ist sie nützlich. Als ich im Vorjahr mein Zahnimplantat bekam, beträufelte ich die Wunde zuhause gleich mit Arnika. Brannte kurze Zeit (eh nur ein paar Sekunden, die es aber in sich haben) höllisch. Aber ich bekam keinerlei Entzündungen oder sonstige Beschwerden. Und als ich nach einiger Zeit zur Kontrolle kam, meinte mein Zahnarzt "Des schaut ja toll aus, so als ob es keinen Eingriff gegeben hätte".

Ja, dank uraltem Wissen, das aber leider in der Schulmedizin keinen Platz mehr findet. Da wird auf synthetische Desinfektionsmittel gesetzt und alles dick verbunden statt mit einfachen, uralten Mitteln die Selbstheilungskraft des Körpers zu stärken.

Arnika-Tinktur lässt sich vielleicht auch nicht so gut und teuer verkaufen. 10 ml sind ungefähr ab 1,60 Euro in jeder Apotheke zu haben. Das ist doch nichts. Und womöglich könnten manche Zeitgenossen auf die Idee kommen, diese auch noch selbst herzustellen. Das wäre dann wieder nicht gut fürs Geschäft, für die Pharmaindustrie. Wobei hierzu anzumerken ist, dass Arnika unter Naturschutz steht und sogar als stark gefährdet gilt, also nicht der freien Natur entnommen werden darf.

Daher gibt es nun nur zwei Möglichkeiten für Arnika-Interessierte:

- Arnika im eigenen Garten anbauen oder

- in der Apotheke ein Fläschchen kaufen – der einfachste und sicherste Weg!

Vom eigenen Anbau ist kompletten Neulingen eher abzuraten, weil Arnika, der Berg-Wohlverleih, wie er im Volksmund auch mancherorts genannt wird, eine etwas zickige Gartenpflanze ist. Ich rede da aus eigener Erfahrung.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen – es war schon mal nicht leicht, den Echten Arnika von einer anderen Kräuter-Fachfrau zu erhalten - habe ich es diesen Sommer endlich geschafft, den amerikanischen Wiesenarnika (Arnica chamissonis oder foliosa) im Topf anzubauen und zur Blüte zu bringen. Auf die Wiesen-Arnika greifen sogar die Naturheilmittelhersteller zeitweise zurück, und sie enthält auch nicht weniger wertvolle Inhaltsstoffe als unsere Arnica montana.

Nun auf zur nächsten Apotheke, ein Fläschchen davon erstehen, und natürlich bei Verletzungen ab jetzt immer  daran denken und Arnika-Tinktur fleißig verwenden.

Ich denke, auch ihr werdet begeistert sein!

 

Die Kraft der Natur zu nutzen, um mit sich und der Umwelt ins Reine zu kommen, ist Weekend-Bloggerin Claudia Ortner ein besonderes Anliegen. Auf weekend.at gibt die Oberösterreicherin Tipps, damit ein Leben im Namen der Nachhaltigkeit besser gelingt.

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