(Über-) ängstlich

Da bleibt einem die Luft weg. Seit der Kater eines Kollegen an Katzenaids gestorben ist, bin ich jedes Mal besorgt, wenn Carlos komisch schnauft ...

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Carlos – ganz und gar sorgenfrei. Foto: Conny Engl
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Meine verschreckte Ella. Wenn Besuch kommt, versteckt sie sich immer gleich. Foto: Conny Engl
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Erstaunlich wie sehr einem Tiere ans Herz wachsen können ... Foto: Conny Engl
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Nur das Beste für meine Lieben: Die Hängematte für die Heizung haben sie als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk erhalten – ideal für die Winterzeit. Foto: Conny Engl

Es gibt da ein Thema, das mich in letzter Zeit beschäftigt: und zwar FIP, umgangssprachlich auch Katzenaids genannt. Bis vor kurzem wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt.

Horror-Vorstellung

Eines Tages kommt schließlich Daniel, ein Kollege von mir, auf mich zu und erzählt mir, dass sein Kater Emil seit einiger Zeit "so komisch schnauft" – und das nicht, weil er sich ausgepowert hat, sondern auch in der Ruhephase. Für seine Freundin ganz klar: Wir müssen sofort zum Tierarzt. Die Diagnose: FIP. Dazu muss man wissen, dass der Erreger der sogenannte Corona-Virus (Durchfall-Virus) ist. Rund 80 Prozent der Katzen haben diesen Virus in sich. Es ist also vergleichbar mit Herpes bei uns Menschen. Das Schlimme daran ist, dass diese Krankheit für sechs Prozent der Vierbeiner – vor allem für junge Katzen bis zu drei Jahren – tödlich ist. Da gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten.

Daniel und seine Freundin stehen nach der Diagnose vor der Entscheidung: gleich einschläfern lassen oder für einen Tag noch mit nach Hause nehmen, um sich von ihm zu verabschieden. Völlig überrumpelt von der schrecklichen Diagnose, nehmen sie ihn mit zu sich ... Noch in der gleichen Nacht stirbt Emil. Es war ein schreckliches Bild, erzählt mir Daniel: "Er hat sich immer wieder gegen die Wand oder ein Tischbein geschmissen, um Luft zu kriegen – die Lunge war voll mit Wasser."

Überängstlich vs. übermütig

Seit dieser tragischen Geschichte bin ich bei meinen Süßen umso hellhöriger. Jedes Mal, wenn Carlos komische Geräusche macht oder schnauft, schaue ich mein Burli besorgt an und denke mir: "Ich könnte das nicht verkraften ..." Ein weiterer Kollege von mir ist da ganz anders. Er besitzt zwei Katzen, die Freigänger sind. Eine davon hatte einmal zwei Fettpölsterchen am Rücken. Zum Arzt ist er deswegen aber nicht gefahren. "Die sind eh nach einem halben Jahr ganz von selbst abgefallen."

Als er gehört hat, dass ich ein zweites Mal wegen Ellas Augen einen Tierarzt-Termin ausgemacht habe, meinte er gewohnt sarkastisch: "Mein Gott, der ist wahrscheinlich einfach fad, deswegen hat sie diese Augenentzündung bekommen." Fakt ist, ich hätte mir den zweiten Besuch wirklich ersparen können. Denn der Arzt kam zu dem Schluss, dass die Bindehaut halt noch etwas beleidigt ist, die Bakterien waren aber weg. Fürsorglich wie er ist, hat er mir natürlich trotzdem noch andere Tropfen mitgegeben und ein entzündungshemmendes Mittel – weitere 26 Euro außertourliche Kosten.

Zu meinen Bedenken wegen Carlos sagte mein Kollege: "Wenn dir der Zeh weh tut, kann das auch heißen, dass du Knorpelkrebs hast. Aber wie wahrscheinlich ist das, hm?" Naja, er hat schon Recht. Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Aber Ängste kann man schwer regulieren – auch wenn sie irrational sind.

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Morgens gemeinsam im Bett kuscheln. Ich möchte mir ein Leben ohne den beiden gar nicht mehr vorstellen. Foto: Conny Engl

Wie auf rohen Eiern

Wenn ich mit meinen Süßen zum Tierarzt fahre, bin ich vermutlich auch viel gestresster, als sie es sind. Denn: Mit einem kleinen, unschuldigen Lebewesen auf dem Beifahrersitz habe ich plötzlich viel mehr Angst vor einem Autounfall. Wie schaffen das bloß junge Eltern? Ernsthaft! Neulich habe ich meine Mutter gefragt: "Wie hast du eigentlich die Zeit überstanden, als wir Kinder noch klein waren?" Erst musste sie einmal herzlich lachen. Doch auch sie hat dann zugegeben, dass sie eine vorsichtigere Autofahrerin wurde, nachdem sie Mama war. Ein Freund hat mir erzählt: Als er seine Frau und den frisch gebackenen Nachwuchs vom Krankenhaus abgeholt hat, ist er auf dem Nachhauseweg auch wie auf rohen Eiern gefahren. "Das legt sich aber mit der Zeit", hat er mir versichert. Na, da bin ich gespannt! Für mich steht jedenfalls fest, dass ich eher ungeeignet bin, um Kinder zu kriegen, wenn ich schon als Katzenmama so von Sorgen geplagt bin.

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Allen eine besinnliche Adventzeit! Foto: Conny Engl

 

Weekend-Redakteurin Conny Engl ist seit einigen Monaten Katzenmama. Ella und Carlos heißen ihre beiden Mitbewohner, wobei sie scherzhaft einräumt, dass mittlerweile eher sie die Mitbewohnerin ist als umgekehrt. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse und vieles mehr rund um das Thema Katzenhaltung.

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