Frisch verliebt: Wie lange wird es diesmal dauern?

Beziehungsstress. Im Frühling werden die Karten der Liebe neu gemischt. Das gilt für Promis und Hollywoodstars genauso wie für jeden von uns.

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Lady Gaga udn Kaley Cuoco sind frisch verliebt Foto: Jae C. Hong/AP/LILLY LAWRENCE/AFP/picturedesk.com

Warum wir uns ausgerechnet im Frühling so gern der Liebe ergeben, wissen wir nicht. Zumindest nicht genau. Vermuten darf man allerdings, und die Band­breite der Vermutungen reicht weit. Von „wenn es wärmer wird, zeigt man mehr Haut und sensibilisiert dadurch den anderen“ bis zu „im Frühling wird alles wach, auch die Gefühle“ darf alles als wahr und gleich­zeitig falsch gelten.

Partnerwechsel

Fakt ist: Es gibt sie, die Frühlings­­ge­fühle. Man muss sich nur unter den Promis dieser Welt umhören: Kaum ein relevanter Single, der jetzt nicht mit amourösem Engagement von sich ­reden macht. Angelina Jolie zum Beispiel, die einst bessere Hälfte von Brad Pitt, wagt ­einen frühlingshaften Neu­anfang mit einem Typen aus ihrem Security-Team. Auch Johnny Depp, so sagt man, habe den Winter damit zugebracht, die von seiner Scheidung von Amber Hearst geschlagenen, finanziellen Wunden zu lecken. Jetzt aber turtle er frisch gestärkt durch die Kraft der erwachenden Natur mit Kollegin Daisy Ridley herum. Amber Heard indes soll sich einen südafrikanischen Millionär angelacht haben. Frisch verliebt ineinander sind auch Meghan Markle und Prinz Harry, Paris Hilton und Chris Zylka, Lady Gaga und ihr Manager Christian Carino und Ben Affleck, bei dem der Frühling ungeahnte Kräfte freisetzt: Die Scheidung von Jennifer Garner ist noch nicht durch, da wurde er schon mit Jennifer Lopez gesichtet – und auch mit Siena Miller. Kein Wunder, dass er sich jüngst wegen eines Alkoholproblems behandeln lassen musste.

Dauerbrenner

Erwartungen, dass die Frühlingsturtelei die Hoffnung auf Ewigkeit in sich trägt, dürfen sich die genannten aber nicht machen. In Hollywood bei den Reichen und Schönen ist die Beziehungsdauer tendenziell kürzer als bei Normalsterblichen. Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Bei Paris Hilton zum Beispiel dürfen wir aufgrund ihrer Vergangenheit erwarten, dass ihre Beziehung in rund einem Jahr wieder vorbei ist. Keely Shaye Smith und Pierce Brosnan hingegen sind seit 22 Jahren ein Paar, Tom Hanks und Rita Wilson bringen es sogar auf 31 Jahre. Biochemie. Ob lang oder kurz – entscheidend ist die Biochemie. Sie bestimmt, ob wir ein Leben lang oder nur wenige Wochen zusammen glücklich sind. Und ob man nun eher der Typ Paris Hilton oder der Typ Tom Hanks ist – am Beginn steht immer das Verliebt- sein. Hormone und Neurotransmitter, so weiß man ­heute, verantworten das prickelnde Gefühl. Damit sie ihre Liebes-Wirksamkeit voll entfalten, muss der Mensch ­zunächst jedoch auf den ­„passenden“ Partner treffen.

Gleiche Gegensätze

Wer passend ist, bestimmt die biologische-psychologische Disposition: Im Alter zwischen fünf und acht Jahren legen wir unbewusst die Tausenden Merkmale fest, die uns später bei der Partnersuche beeinflussen werden. Genetisch allzu ähnliche Partner schließt unser Gehirn in der Regel automatisch aus, wenn aber der Gewebetyp ähnlich ist – wir stellen das über den Geruchssinn fest – wirkt das anziehend. Das erklärt, warum die Sprichwörter „Gegensätze ziehen sich an“ und „Gleich und gleich gesellt sich gern“ beide Gültigkeit haben. Die Parameter fürs Verlieben reichen vom Aussehen über Charakter bis zu Geruch, Gestik und Mimik.

Droge Liebe

Hat das Schicksal diese Hürde einmal genommen, steigt der Dopaminspiegel – sonst zuständig für Motivation und Euphorie – an. Dopamin wirkt wie Kokain: Wir sind einerseits überglücklich, andererseits appetit- und schlaflos. Der Körper gewöhnt sich aber an die hohe Dosis, die Wirkung lässt also mit der Zeit nach. Wenn wir uns plötzlich voneinander trennen, haben wir Entzugserscheinungen – Sehnsucht. Andererseits löst ein unerwartetes Aufeinandertreffen (in der ersten Zeit des Verliebtseins genügt schon ein plötzlicher, intensiver Gedanke an den Partner) eine Stressreaktion aus: Der Körper schüttet Adrenalin aus.

Schmetterlinge im Bauch

Und dann geht’s los: Das nämlich, was wir so unter Verliebtsein kennen: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, wir haben sprichwörtlich „Herzerln in den Augen“. Apropos Augen: Um uns besser auf das Adrenalin-produzierende Ereignis (für unsere Vorfahren war das meist ein Gefahrenmoment) konzentrieren zu können, blendet das Gehirn andere Ereignisse der Umgebung aus. Wir haben einen Tunnelblick, der nur auf den Partner fokussiert ist: Liebe macht blind. Irgendwann wandelt dann eine chemische Reaktion unser Dopamin in Noradrenalin um, das den Hypothalamus kontrolliert. Der wiederum steuert die Oxytocin-Konzentration. Letzteres ist dann wichtig, wenn die Serotonin- und Dopaminproduktion langsam an Fahrt verliert. Das „Kuschelhormon“, wie man Oxytocin auch nennt, verantwortet, dass, wenn die Lust nachlässt, eine andere Form der Nähe erstrebenswert scheint: Aus Verliebtsein wird Liebe.

Bis zu drei Jahre

Womit wir bei der Frage der Dauer des Verliebtseins wären. Die hängt auch von den Umständen ab: 18 Monate bis drei Jahre ist ein Richtwert. Wenn die Erfüllung des Verliebtseins schwierig ist – zum Beispiel, wenn der eine Partner in New York, der andere in Moskau wohnt –, dann kann’s auch länger dauern. Ist es zu Ende, stehen wir vor einer Entscheidung: Machen wir weiter oder suchen wir uns den nächsten Partner?

Verflixtes viertes Jahr

Nach vier Jahren scheitern die meisten Beziehungen. Die häufigsten Trennungen finden dann statt, wenn wir am Höhepunkt unserer Fortpflanzungsfähigkeit sind, also bis zum 30. ­Lebensjahr. Kinderlose Beziehungen werden eher aufge­geben; je älter die Partner und je mehr Kinder in der Beziehung sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit fürs Zusammenbleiben.